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Reiter-Syndrom

Wenn nach einem abgeklungenen bakteriellen Harnwegs- oder Darminfekt plötzlich Gelenkschmerzen und Augenbeschwerden auftreten, steckt meist das Reiter-Syndrom dahinter. Hauptsächlich sind junge Männer von dieser Erkrankung betroffen. Im Folgenden erfahren Sie, wie das Reiter-Syndrom entsteht und von welchen Symptomen dessen Verlauf gekennzeichnet ist.

Das Reiter-Syndrom beschreibt eine Form der reaktiven Arthritis, die als Folge einer durch Bakterien ausgelösten Infektion der Harnröhre oder des Darms auftritt. Die auch unter der Bezeichnung Morbus Reiter bekannte Gelenkentzündung ist nach dem deutschen Mediziner Hans Reiter benannt, der sie im Jahr 1916 beschrieb. Versuche einer Umbenennung der Erkrankung, aufgrund der NS-Vergangenheit ihres Entdeckers, setzten sich bis heute nicht durch. Allerdings ist in der medizinischen Fachsprache auch der Name rethro-okulo-synoviales Syndrom gebräuchlich.

Ursachen des Reiter-Syndroms

Morbus Reiter tritt nach einer Harnröhren- oder Darminfektion auf. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Wissenschaftler nehmen an, dass Überreste der Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen und das Immunsystem diese als Fremdkörper erkennt und bekämpft. Dabei kommt es zu Entzündungsreaktionen in Gelenken und in der Bindehaut des Auges. Mediziner zählen daher das Reiter-Syndrom zu den Autoimmunerkrankungen. Die Infektion, als deren Folge das Reiter-Syndrom auftritt, wird in den meisten Fällen durch Chlamydien verursacht. Als Krankheitserreger kommen jedoch auch andere Bakterienstämme wie Salmonellen oder Mykoplasmen in Frage.

Häufigkeit und Risikogruppen

Schätzungen zufolge erkranken etwa drei Prozent aller Patienten mit bakteriell bedingten Darm- oder Harnröhreninfektionen an Morbus Reiter. Männer sind rund zwanzigmal häufiger betroffen als Frauen. Besonders gefährdet sind jüngere Männer, denn die Erkrankung tritt hauptsächlich im dritten bis fünften Lebensjahrzehnt auf. Studien ergaben, dass bei Menschen, die an Morbus Reiter erkranken, eine genetische Veranlagung besteht. Eine zentrale Rolle spielt dabei das HLA-B27-Gewebsmerkmal, ein vererbbares Antigen. Es ist bei rund 80 Prozent aller Betroffenen nachweisbar und findet sich auch im Blut von Morbus-Bechterew-Patienten.

 

Wie macht sich das Reiter-Syndrom bemerkbar?

Einige Tage oder wenige Wochen nach einer mit Fieber einhergehenden Darm- oder Harnröhreninfektion klagen die Betroffenen über plötzlich auftretende Gelenkschmerzen. Diese werden meist von Fieber begleitet und können in unterschiedlichen Stärken wahrgenommen werden. In der Regel sind gleichzeitig mehrere Gelenke betroffen. Die Entzündungen können sich in den Knie- und Sprunggelenken ebenso entwickeln wie im Kreuz-Darmbein-Gelenk sowie in Finger- und Zehengelenken. Die Schmerzen werden von manchen Patienten als leicht, von anderen als anfallsartig und mitunter unerträglich beschrieben. In der Nacht auftretende Kreuzschmerzen sowie Muskel- und Sehnenschmerzen werden ebenfalls häufig beobachtet.
Gleichzeitig kommt es zu einer Bindehautentzündung, die mit einem starken Jucken oder Brennen in den Augen sowie einer erheblichen Lichtempfindlichkeit einhergeht. Bei den meisten Patienten tritt im Rahmen der sogenannten Reiter-Trias auch eine erneute Harnröhreninfektion mit Schmerzen beim Urinieren und Ausfluss auf. Seltener kommt es zu einer Beteiligung der Haut, die Mediziner als Reiter-Dermatose bezeichnen. Diese kann sich in meist schmerzlosen pustulösen bis schuppenflechtähnlichen Hautveränderungen an den Geschlechtsorganen, den Händen und Füßen oder an der Mundschleimhaut manifestieren. Nur äußerst selten sind auch innere Organe von den Entzündungen betroffen.

Verlauf und mögliche Komplikationen

Bei ausbleibender oder zu später Behandlung kann ein akutes Reiter-Syndrom eine chronische Ausprägung annehmen. Dies geschieht bei etwa 30 Prozent aller Patienten. Die chronische Form erhöht das Risiko für erhebliche gesundheitliche Schäden, denn durch dauerhafte Entzündungen kommt es allmählich zur Zerstörung von Gewebe, die einen vollständigen Funktionsverlust der Gelenke zur Folge hat. Ist die Bindehaut von den chronischen Entzündungsprozessen betroffen, können sich dauerhafte Sehstörungen oder ein Glaukom entwickeln.

Krankheiten mit ähnlichen Symptomen

Gelenkschmerzen treten bei einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen auf. Hinter den für das Reiter-Syndrom typischen Beschwerden des Bewegungsapparats können auch virale Infekte, chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder eine chronische Polyarthritis stecken. Eine äußerst schmerzhafte Schwellung und Entzündung des Großzehen- oder Kniegelenks kann auf einen Gichtanfall hindeuten, wobei dieser meist nach übermäßigem Alkoholgenuss oder einem fettreichen Essen mit viel Fleisch oder Meeresfrüchten auftritt. Bei Kindern und Jugendlichen, die über starke Gelenksschmerzen klagen, kann ein rheumatisches Fieber als Folge einer unbehandelten eitrigen Angina vorliegen. Da Mandelentzündungen heute jedoch gezielt mit Antibiotika behandelt werden, tritt das rheumatische Fieber äußerst selten auf.

Verhaltenstipps und Behandlungsmaßnahmen

Bei unerklärlichen Gelenkschmerzen nach einer Infektion sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt konsultieren. Ein Harnwegsabstrich gibt Aufschluss über den Krankheitserreger, der durch eine gezielte Antibiotikatherapie bekämpft werden kann. Um die starken Gelenksschmerzen zu lindern, haben sich Kälte- oder auch Wärmeanwendungen erfolgreich bewährt. Auch Physiotherapie ist hilfreich, um die Gelenkfunktion zu erhalten. In vielen Fällen verschreibt der Arzt zusätzlich entzündungshemmende Medikamente. Da Chlamydien, welche die meisten Fälle von Morbus Reiter verursachen, sexuell übertragbar sind, sollte auch die Partnerin oder der Partner einen Arzt zu Rate ziehen.

Das Reiter-Syndrom kann mit Antibiotika in der Regel gut behandelt werden, wobei der Therapieerfolg von der Anzahl der betroffenen Gelenke abhängt. Bei etwa der Hälfte der Patienten gilt die Krankheit nach etwa sechs Monaten als vollständig geheilt. Hat sich die Entzündung im Körper bereits stark ausgebreitet, kann der Erfolg der Behandlung auch mehrere Jahre auf sich warten lassen.