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Divertikulose - die unangenehme Volkskrankheit

Sie fängt unauffällig an, oft wird sie lange nicht erkannt: die Divertikulose kann jedoch im Verlauf nicht nur zu schmerzhaften Beschwerden führen, sondern zur weniger harmlosen Divertikulitis werden. Damit aus einer im Prinzip ungefährlichen Erkrankung nicht ein schwerer Verlauf mit teilweise heftigen Komplikationen wird, muss auf Vorbeugung und Früherkennung gesetzt werden. Eine Ernährungsumstellung bringt auch bei dieser Volkskrankheit Linderung und kann mithelfen, den Krankheitsverlauf wesentlich abzuschwächen und ernstere Folgen zu vermeiden.

Wie entsteht Divertikulose?

An den Stellen im Darm, an denen die Gewebestruktur schwach ist oder sich in der Darmwand Gefäßlücken gebildet haben, bilden sich Ausstülpungen. Diese Ausbuchtungen werden Divertikel genannt. Dabei ist der Dickdarm der Teil des Verdauungstraktes, in dem am häufigsten diese Veränderungen bei Untersuchungen festgestellt werden. Seltener finden sich Divertikel im Dünndarm, dies sind nur knappe 10 Prozent aller Fälle. Auch im Dickdarm selbst ist eine unterschiedliche Anfälligkeit gegeben. Statistisch gesehen finden sich über 90 Prozent der Ausbuchtungen im vorletzten Abschnitt des Dickdarms. Hier häufen sich die Divertikel auf der linken Körperseite.

Zivilisations- und Alterskrankheit Divertikulose

Divertikulose ist eine schleichende Krankheit, die vor allem ab der Lebensmitte auftritt. Falsche Ess- und Lebensgewohnheiten und die Veränderungen, die der Körper im Alter naturgemäß durchmacht, werden als Auslöser betrachtet. Ab der Lebensmitte lässt die Festigkeit des Bindegewebes allgemein nach, der Darm bildet hier keine Ausnahme. Während bei Menschen unter vierzig Jahren Divertikel noch eher die Ausnahme sind, erhöht sich die Zahl der Erkrankten bei Sechzigjährigen bereits auf 30 Prozent. Diese Zahl steigt mit den Lebensjahren weiter an, unter den Siebzigjährigen hat bereits jeder zweite Divertikel, im Alter von 85 Jahren sind zwei Drittel aller Menschen von der Divertikulose betroffen. Mit Besorgnis betrachten die Mediziner aber die Tendenz, dass dieses Krankheitsbild zunehmend bei jüngeren Menschen auftritt.

Einzelne Divertikel wirken sich selten ernsthaft gesundheitlich aus. Solange sie sich nicht entzünden, bluten oder verletzt werden, sind sie nicht gefährlich und schmerzen auch nicht immer. Erst dann, wenn mehrere Divertikel gehäuft an einem Darmbereich oder über den gesamten Darm verteilt auftreten, wird von einer Divertikulose gesprochen.

Beschwerden und Ursachen

Über einen langen Zeitraum kann die Divertikulose beschwerdefrei verlaufen. Auch die ersten Anzeichen deuten nicht unbedingt auf eine Erkrankung hin. Unregelmäßiger Stuhlgang, Blähungen, der Wechsel von hartem Stuhl und eher leichten Durchfällen wird oft erst auf Stress oder Magen-Darm-Infektionen geschoben.

Und in der Tat kann eine ungesunde Lebensweise mit viel industriell bearbeiteten Lebensmitteln, zu wenig Bewegung und zu viel Anspannung durchaus förderlich für das Entstehen von Divertikeln sein.

Viele Schulmediziner vertreten die Ansicht, dass neben der persönlichen Veranlagung zu einer Bindegewebsschwäche unsere Essgewohnheiten bei der Entstehung von Divertikeln eine wesentliche Rolle spielen. Da gerade in den westlichen Ländern bei der Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel nicht immer darauf geachtet wird, dass einerseits ausreichend Faserstoffe enthalten sind und andererseits Mineralien und Vitamine erhalten bleiben, wird in der Ernährung eine Ursache gesehen.

Zu wenige Ballaststoffe, eine nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch sinnvolles und richtiges Trinken und Bewegungsmangel können sich bei der Stuhlproduktion auswirken. Er wird im Volumen gering und in der Konsistenz hart, der Transport durch den Darm verläuft langsam. So konzentriert sich der Druck, den der Stuhl auf die Darmwand ausübt, auf einen relativ kurzen Darmabschnitt. Durch die Härte des Stuhls ist dieser Druck über ein normales Maß hinaus erhöht. Liegen diese Verdauungsstörungen über einen längeren Zeitabschnitt vor, so kann sich allein aufgrund dieser mechanischen Belastung die Darmschleimhaut nach außen wölben.

Divertikel - zwei Formen prägen das Krankheitsbild

Bei den verschiedenen Ausprägungen der Divertikel wird in zwei Gruppen eingeteilt: falsche Divertikel, auch Pseudodivertikel genannt, sind dabei mit rund 90 Prozent aller Erkrankungen in Deutschland führend. Bei diesen Fällen gelangt durch kleine Lücken in der Darmwand die Darmschleimhaut nach außen. Oft treten dabei auch Blutgefäße aus, die für die Versorgung des Darmes mit Blut zuständig sind.

Die restlichen 10 Prozent der Krankheitsfälle machen die echten Divertikel aus. Hier stülpt sich nicht nur die Schleimhaut, sondern auch die Muskelwand nach außen. Bei dieser Art der Divertikulose ist aber seltener die Ernährung schuld, sie ist meist angeboren. Zudem scheinen sich hier genetische Merkmale und Ursachen dadurch zu bestätigen, dass diese Form der Erkrankung in Asien vermehrt auftritt. Zu den beiden Hauptarten der Divertikulose gesellt sich in seltenen Fällen eine weitere Unterform. Meckel-Divertikel, nach dem deutschen Anatom Johann Friedrich Meckel benannt, sind angeboren. Sie befinden sich nicht wie echte und falsche Divertikel im Dickdarm, sondern betreffen den Dünndarm.

Tatort unten links

Bei der Lage im Darm unterscheiden sich echte und falsche Divertikel voneinander. Die echten Divertikel finden sich überwiegend im Colon ascendens, dem aufsteigenden Teil des Dickdarms. Pseudodivertikel dagegen bilden sich verstärkt im absteigenden Dickdarm, dem Colon descendens. Auch im anschließenden Übergangsbereich zum Enddarm, dem Sigma, finden sich bei den Patienten Anhäufungen von Divertikeln. Auffällig und kennzeichnend für die Erkrankungen ist zudem, dass sich Divertikulose hauptsächlich im linken Körperbereich auswirkt. Spannen und Druckschmerz in diesem Bereich, aber auch in anderen Regionen des Unterbauches können erste Anzeichen sein.

Früherkennung von Divertikulose

Solange diese Ausbuchtungen keinerlei Beschwerden verursachen, wird von einer asymptomatischen Divertikulose gesprochen. Diese wird meist durch Zufall oder besser gesagt, im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen im Bauchbereich und hier speziell denen des Darmtraktes erkannt. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen, ob Darmkrebs vorliegt, kommt im Rahmen der Darmspiegelung eine bestehende Divertikulose ans Licht.

In über 80 % der Fälle bedürfen diese Divertikel noch keiner Behandlung. Im Verlauf der Krankheit - und eben auch mit zunehmendem Alter - sorgen Divertikel aber dennoch für gesundheitliche Probleme. Diese sind anfangs nicht unbedingt klar zu deuten. Das Druckgefühl wird unverträglichen Speisen zugerechnet, ein auftretendes Zwicken auf Stress, Ärger oder einen beginnenden Darminfekt geschoben. Auch bei Verstopfung denkt nicht jeder gleich, dass eine Darmerkrankung ursächlich sein könnte. Aufmerksam sollte man bereits werden, wenn sich Verstopfungen mit Durchfällen abwechseln. Auch sehr harter Stuhl, Schafskot genannt, kann ein wichtiges Anzeichen dafür sein, dass Divertikel vorliegen. Meist erfolgt der Gang zum Arzt aber erst, wenn aus leichten Beschwerden ein stechender Schmerz wird.

Vorsicht Entzündung - die Divertikulitis

Bei etwa jedem fünften bis zehnten Patienten bleibt es leider nicht bei harmlosen Darmveränderungen. Denn eine Lumeneinengung, wie ein weiterer Fachausdruck lautet, bedeutet immer eine Belastung für den Darm. Heftige Schmerzen im Unterbauch, Krämpfe und womöglich Blut im Stuhl deuten darauf hin, dass Divertikel bluten, sich entzündet haben oder sich eine Darm- oder Analfistel gebildet hat. Dies kommt dadurch, dass sich in den Ausbuchtungen verhärteter Kot und Speisereste ansammeln. Sie lassen sich aufgrund der Divertikel nicht oder zumindest nicht ausreichend durch die normalen Darmbewegungen abtransportieren. Kotsteine und verhärtete Speiserestansammlungen können die Schleimhaut und Darmwand verletzen, Keime dringen ein und verursachen die genannten Entzündungsherde oder Fisteln.

Wer schon einmal eine Blinddarmentzündung hatte, dem werden die Schmerzen bekannt vorkommen. Die Symptome ähneln sich, auch wenn der Hauptschmerz bei der Sigma-Divertikulitis nicht auf der rechten, sondern auf der linken Unterbauchseite und Leistengegend auftritt. Bei Entzündungen bestehender Meckel-Divertikel lokalisieren sich die Beschwerden allerdings, wie bei der Appendizitis, auf der rechten Mittel- und Unterbauchseite. Spätestens jetzt ist der Arztbesuch unumgänglich und darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Entzündete Ausbuchtungen des Darms können durchaus ernste Komplikationen nach sich ziehen.

Wie kann der Arzt helfen?

Treten die beschriebenen Symptome wie Druckgefühl, Verstopfung und Durchfall oder unregelmäßiger Stuhlgang und unklare Bauchschmerzen häufiger oder länger auf, so deutet dies auf eine Divertikulose hin. Bereits jetzt kann der Arzt einiges für seinen Patienten tun:

Im Gespräch werden Frequenz und Konsistenz des Stuhlgangs abgefragt, wichtig ist eine genaue Beschreibung der Ess- und auch der Lebensgewohnheiten. Durch Abtasten des Bauches kann in vielen Fällen bereits eine Tendenz erkannt werden. Sind Partien des Unterbauches hart und verspannt, lenkt sich der Verdacht schnell auf Divertikel als Ursache. Beim Abhören lassen sich typische Darmgeräusche feststellen. Neben dem Abtasten des Enddarmes kann auch ein Austasten des Afters erfolgen, um weitere Eingrenzungen und Zurechnung der Beschwerden vorzunehmen.

Finden bereits entzündliche Prozesse statt, so kann die Körpertemperatur bei vielen Patienten darüber Auskunft geben. Eine zusätzlich durchgeführte Blutuntersuchung zeigt an, ob auffällig erhöhte weiße Blutkörperchen weitere Indizien für eine Entzündung sind. Aber selbst ohne große Veränderungen im Blutbild kann eine Entzündung der Divertikel vorliegen. Bleiben Sie also Ihrem Arzt gegenüber beharrlich, wenn auch Ihre Beschwerden hartnäckig sind.