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ADHS - Eine Krankheit mit vielen Vorurteilen

Sie werden "Zappelphilipp" oder "Traumsuse" genannt und hören Sätze wie "Sitz doch mal still!" oder "Konzentrier Dich endlich!" - ganz so, als wäre das, was sie tun bzw. lassen, Ausdruck bewussten Ungehorsams.
Doch Personen mit ADHS sind keine rebellischen Geister, denen es an strenger Hand mangelt - sondern vielfach missverstandene Menschen mit einem ernstzunehmenden Leiden.

Altbekanntes Leiden

Obwohl sie häufig als "Mode-Diagnose" abgetan wird, ist die Krankheit mit ihren typischen Erscheinungszeichen nicht neu - sondern lediglich neu interpretiert. Bekannt aber ist sie schon länger: Bereits in antiken Hochkulturen lebten Menschen, die "anders" waren. Die Gelehrten ihrer Zeit beschrieben sie als "Donnerkinder" oder als Personen, die ein "Zuviel des Elements Feuer" in sich tragen.

Nicht selten wurden den Betroffenen besondere Fähigkeiten nachgesagt, durch die sie aus der durchschnittlichen Gemeinschaft herausragten und spezielle Aufgaben erhielten. Auch aus den Erzählungen und Dokumenten vergangener Epochen lässt sich das symptomatische Bild von ADHS ablesen. Moderne Deutungen gehen davon aus, dass mythologische Gestalten wie Herkules und Petrus oder historisch belegte Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci und Wolfgang Amadeus Mozart an ADHS erkrankt waren. 

Doch während sie noch als interessante "entfant terribles" (in etwa furchtbare Kinder) galten und trotz ihrer Eigenheiten wie selbstverständlich in die Gesellschaft integriert waren, begannen später lebende ADHS-Patienten unangenehm aufzufallen. Im Zuge neu formierter Gesellschaftsstrukturen und damit einhergehender Anforderungen änderte sich das "schickliche" Bild. Unruhige oder leicht ablenkbare Personen passten weniger denn je ins System. Durch die Anforderungen des immer schneller werdenden Lebens wurde die bis dato zwar existente, aber kaum existenzielle Krankheit zum Leiden.

Bezeichnung und Merkmale von ADHS

Vollständig ausgesprochen handelt es sich bei ADHS um eine Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung, die sich durch

  • mangelnde Aufmerksamkeit oder Konzentrationsfähigkeit,
  • fehlende Ausdauer,
  • starke Impulsivität und
  • eingeschränkte Selbstregulation

äußert. Die Betroffenen sind nicht oder nur schwer in der Lage, Anforderungen zu erfüllen oder Regeln zu befolgen und fallen im allgemeinen gesellschaftlichen Kontext immer wieder unangenehm auf. Die äußerlich erkennbaren und meist als störend empfundenen Anzeichen für ADHS reichen von geistiger Abwesenheit und Tagträumereien über das Unvermögen Ordnung zu halten bis zu häufigem ungefragten Reden und körperlicher Unruhe.

Wissenschaftlich betrachtet

Im ausgehenden 18. Jahrhundert war sie erstmals Gegenstand wissenschaftlicher Erörterungen. Dabei fällt auf, dass die am längsten zurückliegenden Thesen dem heutigen Forschungsstand am nächsten kommen: Schon 1798 äußerte der schottische Arzt und Autor Sir Alexander Crichton, dass die von ihm beobachtete Unruhe einzelner Personen auf einer "krankhaft bedingten Sensibilität der Nerven" beruhen könne. Rund 50 Jahre später regte sein in Berlin tätiger Berufskollege Wilhelm Griesinger an, die Ursache für ADHS im Gehirn zu suchen, wo er eine "gestörte Reaktion (...) auf die einwirkenden Reize" vermutete.

Tatsächlich gilt es heute als erwiesen, dass ADHS-Patienten alle äußeren Reize als gleichwertig wahrnehmen - also nicht zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden können. Demzufolge sehen sie sich einer permanenten Reiz-Überflutung ausgesetzt.

Des Weiteren ist ihr Gyrus Cinguli, der Teil im Gehirn der für emotionale Prozesse wie Impulskontrolle oder auch rationale Vorgänge wie die Entscheidungsfindung sowie weitere autonome Funktionen zuständig ist, deutlich kleiner als bei Nichtbetroffenen -  weswegen er nur zum Teil oder gar nicht funktioniert.

Die Folge davon ist, dass ADHS-Patienten in emotionalen oder sozialen Konflikt-Situationen keine zukunftsorientierten Entscheidungen treffen können. Sie reagieren impulsiv und ausschließlich auf die gerade herrschenden Gegebenheiten.

Dem gegenüber muten Diagnosen über "moralisches Irresein" oder das Vorliegen "konstitutioneller Charakterfehler" an wie ein Affront. Sie entstammen den 1867 und 1890 geschwungenen Federn des englischen Kinderpsychiaters Henry Maudsley und des deutschen Pädagogen Ludwig von Strümpell. Auch die von George Miller Beard geäußerte Vermutung, das Leiden sei auf die erhöhten Anforderungen der industriellen Entwicklung zurückzuführen, wirken wie ein hilfloser Erklärungsversuch.

ADHS und Stress

Ganz unbegründet war die Annahme des US-amerikanischen Neurologen allerdings nicht. Er hatte richtig beobachtet, dass sich die Symptome von ADHS unter Stress verstärken - unabhängig davon, ob es sich um positive oder negative Erregung handelt. Der heutige Wissenschafts-Stand bestätigt: Die ohnehin eingeschränkte Funktion des Stirnhirns wird durch körpereigene Hormone noch weiter reduziert. Sind ADHS-Patienten dauerndem oder immer wiederkehrendem Stress ausgesetzt, zeigen sie eine Reihe typischer Reaktionen, von denen

  1. Blackouts
  2. Muskelverspannungen
  3. unverhältnismäßige emotionale Ausbrüche

die wohl bekanntesten sind.
Darüber hinaus kann es durch den stressbedingten Serotonin-Mangel zu Begleiterscheinungen wie gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus, geschwächter Abwehr, Ess-Störungen und reduzierter Libido kommen, in deren Folge sich Burnout, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Angst- und Zwangsstörungen oder auch Depressionen ausbilden bzw. manifestieren.

ADHS erkennen

Damit ähnelt ADHS zahlreichen anderen Krankheitsbildern - und wirft die Frage auf, wie zuverlässig die Störung diagnostiziert werden kann. Gerade bei Kindern lassen sich einige Symptome nur schwer von entwicklungstypischen Verhaltensweisen unterscheiden.

So können das Ablehnen von Körperkontakt, motorische Unruhe, mangelnde oder fehlende Aufmerksamkeit, auffallend früher oder später Spracherwerb, eine schnelle Ablenkbarkeit, Nichteinhalten von Regeln, Lese-Rechtschreib- oder Rechen-Schwäche, ein mangelnder Ordnungssinn, geringe Frustrationstoleranz oder ständiges Reden auch andere Gründe als das Vorliegen einer ADHS-Erkrankung haben.

Zu diesen Faktoren zählen auch

  1. unpassende Gestik und Mimik
  2. erhöhte Sensibilität
  3. schnelles Beleidigtsein
  4. Ungeschicklichkeit
  5. "Null-Bock"- oder Antihaltung
  6. Bereitschaft zu Suchtmittel-Konsum

Daher raten Kinder- und Jugendärzte bzw. -psychologen dringend davon ab, einen im Internet oder der Zeitschrift verfügbaren Selbsttest zu machen. Er kann bestenfalls als Anhaltspunkt dienen; ersetzt jedoch niemals das Gespräch mit speziell geschulten Medizinern. Für gewöhnlich arbeiten diese eng mit den Eltern, Lehrern, Erziehern und anderen Betreuungspersonen des evtl. betroffenen Kindes zusammen. In Interviews und durch Tagebucheinträge bzw. Videoaufzeichnungen erfassen sie Anzeichen und Situationen, die auf ADHS schließen lassen. Dabei finden auch der Schwangerschafts- und Geburtsverlauf sowie das familiäre und das soziale Umfeld der kleinen PatientInnen Berücksichtigung.

Bei Erwachsenen deuten häufiges oder ständiges Zuspätkommen, Vergesslichkeit, "Aufschieberitis", die Unfähigkeit Abläufe zu organisieren und planvoll vorzugehen, geringe Frustrations- und Stresstoleranz und eine Impulsivität, sowie

  1. Stimmungsschwankungen
  2. Sensibilität
  3. Verletzlichkeit
  4. Reizbarkeit
  5. Jähzorn
  6. unverblümte Meinungsäußerungen

auf das Vorliegen einer ADHS-Erkrankung hin. Wie bei Kindern und Jugendlichen spielen beim ergründenden Test das Familien- und Sozialgefüge; darüber hinaus aber auch die körperliche und geistige Entwicklung, Vorerkrankungen, bestehende psychische Leiden und Suchtmittel-Gebrauch eine Rolle.

Vererbung und geschlechtliche Häufigkeit

Einen wichtigen Aspekt in beiden Gruppen nimmt die erbliche Vorbelastung ein. Schon 1878 ging der deutsche Psychiater Hermann Emminghaus von "Vererbung und Degeneration" aus. Aktuelle Forschungen bestätigen, dass Gene zu 70% an der Ausbildung von ADHS beteiligt sind. In zahlreichen Fällen leiden die Eltern und Geschwister oder andere nahestehende Verwandte ebenfalls an der Störung.

Statistischen Erhebungen zu Folge liegt das Risiko einer erblich bedingten Erkrankung bei männlichen Nachkommen um das Zwei- bis Vierfache höher als bei weiblichen. Experten räumen allerdings ein, dass dieser Eindruck täuschen kann - denn Jungen werden häufiger zum ADHS-Test vorgestellt als Mädchen. Grund dafür ist, dass sie die auffallenderen Symptome entwickeln. Anders als die meist stillen, unsicheren und traurigen "Traumsusen" entsprechen Knaben öfter dem klassischen Bild vom "Zappelphilipp", der unruhig, aggressiv oder oppositionell auftritt.

Von außen wirkende Risikofaktoren

Neben den erblichen Komponenten sind eine Reihe weiterer Auslöser für ADHS bekannt. In der Schwangerschaft können Alkohol-, Drogen- und Tabakkonsum das Gehirn des reifenden Kindes nachhaltig schädigen; unter der Geburt besteht die Gefahr von Sauerstoffmangel. Lebensumstände als Auslöser: Wenn die Eltern ständig streiten

Hinzu kommen die Umstände, unter denen Personen mit angelegter oder ausgebildeter ADHS aufwachsen.

  • Beengte Wohnverhältnisse,
  • mangelnde Zuwendung,
  • ständige Streitereien des Elternpaares,
  • steter Lärm,
  • Bewegungsmangel,
  • Zeitdruck und / oder
  • fehlende bzw. nicht durchschaubare Strukturen im Tagesablauf zählen zu den äußeren Einflüssen.


Auch durch Umweltgifte und Schadstoffe sind ADHS-Patienten diversen Gefahren ausgesetzt. Dazu gehört die Belastung durch passives Rauchen, Blei oder polychlorierte Biphenylen aus Weichmachern. Des weiteren stellen Allergien gegen Nahrungsmittel oder Sontsiges einen möglichen Auslöser oder Katalysator der Störung dar.

Besonderheiten in der Ernährung

Die damit verbundene Notwendigkeit, bestimmte Speisen oder Getränke zu meiden, hat zu verblüffenden Ergebnissen bei der Symptombekämpfung geführt. Eine Studie der Universität Rotterdam konnte belegen, dass sich manche Lebensmittel ungünstig auf das Krankheitsbild auswirken.

So stehen

  • Milch und daraus gewonnene Produkte wie Joghurt, Käse, Eiscreme
  • Zucker
  • Kaffee
  • Fische mit hohem Quecksilber-Gehalt
  • Stark kakaohaltige Schokoladensorten
  • Limonaden und Softdrinks
  • Fertiggerichte wie Pizza
  • Junk-Food wie Chips
  • frittierte Speisen wie Pommes frites
  • gelbe Gemüsesorten wie Mais, Kürbis, Paprika
  • Säfte mit einem Fruchtgehalt von weniger als 100%
  • rotes Fleisch und daraus hergestellte Wurstwaren
  • mit Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen angereicherte Speisen

in Verdacht, die Symptome von ADHS zu fördern bzw. zu verstärken. Bei Einhaltung einer so genannten Eliminations-Diät zeigten die Betroffenen Besserung. Darüber hinaus gilt die regelmäßige Gabe von Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink oder Eisen ebenfalls als symptommindernd. Den Beweis dafür blieben Wissenschaftler bislang noch schuldig. Zur These der Nährstofftherapie liegen aktuell noch keine verwertbaren Ergebnisse vor.

Obgleich die Reduzierung bzw. das Meiden bestimmter Lebensmittel für ADHS-Patienten unterstützend wirken kann, ist die Diät allein kein wirkungsvolles Mittel. Bei stark ausgeprägten Symptomen empfiehlt sich eine zusätzliche Medikation. Sie sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn ADHS den Alltag der Betroffenen einschränkt und / oder zu Problemen im gesellschaftlichen Leben führt.

Die Spanne der möglichen Maßnahmen reicht von schulmedizinischen Verfahren über naturheilkundliche Anwendungen bis zum Einsatz homöopathischer Mittel. Alle finden Für- und Widersprecher; sollen bei eurapon aber nicht gewertet, sondern nur vorgestellt werden:

Behandlung via Schulmedizin

In der Regel handelt es sich bei "ADHS-typischen" Medikamenten um Substanzen, die die Aktivität der Patienten fördern. Das wirkt angesichts des Begleitumstandes Hyperaktivität paradox, hat aber einen logischen Grund: Da die Weiterleitung verschiedener Botenstoffe im Gehirn gestört ist, benötigen von ADHS Betroffene zusätzliche Stimulans.

Ein entsprechend arbeitender Wirkstoff ist Methylphenidat, der den Dopamin-Spiegel im Gehirn hebt. Das wiederum trägt zur Steuerung von Bewegungen bei, reguliert den psychischen Antrieb und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Damit methylphenidat-haltige Medikamente ihren Effekt voll entfalten können, müssen sie sorgfältig dosiert und regelmäßig eingenommen werden. Für gewöhnlich beginnen ADHS-Patienten mit der kleinstmöglichen Menge, die im Bedarfsfall langsam gesteigert wird.

Je nach Ausprägung benötigen Betroffene unterschiedlich viel Methylphenidat, damit ihr Körper die individuelle Menge Dopamin bildet. Um die Einnahme nicht zu vergessen und damit einhergehende biochemische Schwankungen zu vermeiden, raten Ärzte Schwerbetroffenen zu Depot-Tabletten. Sie setzen ihren Wirkstoff nach und nach frei, so dass der körpereigene Haushalt kontinuierlich mit Dopamin versorgt wird.

Als Wirkstoff aus der Gruppe der Betäubungsmittel ist Methylphenidat verschreibungspflichtig. Zusätzlich setzt die Schulmedizin zur Behandlung von ADHS das ebenfalls verschreibungspflichtige Atomoxetin ein. Bevor sie eingesetzt werden, müssen riskante Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Leberstörungen bzw. -schäden ausgeschlossen sein.

Behandlung mittels Homöopathie

Im Rahmen einer homöopathischen Therapie wird die Konstitution der Betroffenen gestärkt, um eine Selbstregulation des biochemischen Körperhaushalts anzuregen. Zum Bestimmen der jeweils geeigneten Mittel und Dosen werden die Wesenszüge, die Physiognomie und die individuellen Beschwerden des ADHS-Patienten berücksichtigt. 

Folgende Ausprägungen und Mittel gehören zu den häufigsten Therapieformen innerhalb der klassischen Homöopathie:

  1. Der Patient ist auffallend ungeschickt und kann Gefahren nur schwer abschätzen. Seine Fein- und Grobmotorik sind gestört, er neigt zu Tics und Redseligkeit. Im Allgemeinen ist er gutmütig und heiter sowie sprachlich und musikalisch begabt. Seine Beschwerden bessern sich durch Schlaf und langsame Bewegungen; morgens, nach dem Essen und unmittelbar vor der Entladung eines Gewitters nehmen sie zu. Das zu verwendende Mittel ist Agaricus muscarius / Fliegenpilz. Der Patient nimmt 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12.
  2. Der Patient leidet unter Konzentrationsschwäche als Folge innerer Unruhe. Er will stets perfekt sein, wirkt immer getrieben und leidet gelegentlich unter Magenproblemen. Im Allgemeinen ist er zuverlässig, fleißig, großzügig und geschäftstüchtig. Seine Beschwerden bessern sich durch trockene Wärme und schluckweise aufgenommenes Wasser oder Milch; bei Ruhe und Kälte sowie an der frischen Luft nehmen sie zu. Hier empfiehlt sich Arsenicum album / Weißes Arsenik. Der Patient nimmt 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12.
  3. Der Patient hat eine überempfindliche Sinneswahrnehmung und neigt zu Pyromanie. Er leidet oft unter wiederkehrenden Entzündungen, die von hohem Fieber begleitet werden. Im Allgemeinen ist er fröhlich-aufgeweckt, leistungsstark und humorvoll. Seine Beschwerden bessern sich durch Schlaf; mit jedem hinzukommenden Sinneseindruck verschlechtert sich der Zustand. Dem Patienten wird Belladonna / Tollkirsche angeraten. Zur Einnahme empfiehlt sich Der Patient nimmt 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12.
  4. Der Patient ist immer in Eile und erledigt alles schnell, aber ungenau. Er ist auf überdrehte Art heiter und sehr empfindlich gegenüber Sinneseindrücken. Im Allgemeinen agiert er offen und kommunikativ, ist fleißig und belastbar und besitzt ein hohes Maß an Kreativität. Verbessernde Umstände sind nicht bekannt; bei Lärm, Kälte und Gerüchen, während der Nacht und unter der Einwirkung starker Emotionen tritt Verschlechterung ein. Mit Einnahme von Coffea / Kaffee in der Menge von 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12 sollten sich die Symptome lindern.
  5. Der Patient leidet unter Konzentrationsstörungen beim Lernen. Die an sich selbst wahrgenommene Unfähigkeit macht ihn neidisch und eifersüchtig und verleitet ihn zu üblen Nachreden. Im Allgemeinen zeigt er Leidenschaft, schnelle seelische Erregbarkeit und extreme Emotionen. Seine Beschwerden bessern sich durch frische Luft; durch Schlaf und Wärme nehmen sie zu. Das zu verwendende Mittel ist Lachesis / das Gift der Buschmeisterschlange. Der Patient nimmt 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12.
  6. Der Patient leidet unter Konzentrationsschwäche beim Rechnen und verwechselt beim Schreiben einzelne Buchstaben. Er verhält sich Mitmenschen gegenüber diktatorisch, zeigt starke körperliche Unruhe, ist aufsässig und besitzt nur wenig Selbstvertrauen. Im Allgemeinen ist er ausgesprochen durchsetzungsfähig, souverän, schlagfertig und witzig. Seine Beschwerden bessern sich durch Bewegung und warme Mahlzeiten; unter Einwirkung von Wärme, am Morgen und zwischen 16:00 und 20:00 Uhr nehmen sie zu. Das homöopathische Mittel Lycopodium / Keulenbärlapp verhilft zur Linderung. Der Patient nimmt 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12.
  7. Der Patient leidet unter Konzentrationsstörungen beim Rechnen und Lernen. Er ist überempfindlich, reizbar und besserwisserisch. Widerspruch duldet er nicht und ist häufig von Bauchkrämpfen mit Durchfall betroffen. Darüber hinaus besteht ein auffallend großes Bedürfnis nach Stimulans, die bei Kindern in Form von Naschwerk abgefordert wird. Im Allgemeinen ist der Patient kraftvoll, entschlossen, mutig und fleißig. Er besitzt Witz und Einfallsreichtum. Seine Beschwerden bessern sich durch Wärme und am Abend; morgens, nach dem Essen, durch Kälte und bei Ärger oder Sorge nehmen sie zu. Mit Einnahme von Nux vomica / Brechnuss in der Menge von 3 x täglich 5 Globuli der Potenz D12 sollten sich die Symptome lindern.

Alle genannten Anwendungen müssen allein erfolgen - also keinesfalls parallel zur Gabe von Methylphenidat-haltigen Mitteln. Grund dafür ist, dass diese das homöopathisch wichtige Leitsymptom unterdrücken. Darüber hinaus sollte jede der aufgeführten Verhaltensauffälligkeiten zuvor mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um entwicklungsbedingte Normalitäten und ADHS-Anzeichen voneinander abzugrenzen.

Ergänzende bzw. eigentliche ADHS-Behandlung

Ganz gleich, welche persönliche Einstellung Betroffene oder Eltern zu den oben aufgeführten Mitteln haben: Sowohl schulmedizinische als auch homöopathische Gaben mindern lediglich die Symptome einer ADHS-Erkrankung. Langfristig helfen nur pädagogische und / oder psychotherapeutische Maßnahmen.

Je nach Erscheinungsbild und Schweregrad bzw. Informationsstand der Betroffenen und der Betreuer sind folgende Komponenten notwendig:

  1. Aufklärung und Beratung des Patienten, seiner Angehörigen und der zuständigen Erzieher oder Lehrer
  2. Elterntraining und Familientherapie
  3. enge Zusammenarbeit / ständige Rückmeldung zwischen Elternhaus und Betreuungseinrichtung
  4. kognitive Therapie und Selbstinstruktions-Training des Betroffenen

Während das Elterntraining Mütter und Väter von ADHS-Patienten lehrt, klare Strukturen vorzugeben und unmissverständliche Aussagen zu gebrauchen sowie ablenkende Situationen zu vermeiden, Feedback über das Verhalten ihres Kindes zu geben und erwünschtes Verhalten erkennbar und angemessen zu belohnen, hilft die Selbstinstruktion den von ADHS betroffenen, ihr impulsives Handeln zu kontrollieren. In folgenden fünf Schritten lernen sie, belastende oder aufreizende Situationen allein zu bewältigen:

  • Vorsprechen der Selbstanweisung durch den Lehrer, Erzieher oder Therapeuten - gefolgt von der entsprechenden Handlung
  • Befolgen der gerade gehörten Anweisung und dementsprechendes Handeln
  • Handlungen durch laut ausgesprochene Selbstanweisungen steuern
  • Handlungen durch geflüsterte Selbstanweisungen steuern
  • Handlungen durch innere Selbstanweisungen steuern

Darüber hinaus können von ADHS betroffene lernen, ihre Gehirnaktivität mittels Neurofeedback zu steuern. Hierfür werden Elektroden auf der Kopfhaut des Patienten befestigt, die seine Gehirnströme via Computer-Bildschirm sichtbar machen. Durch Konzentrationsübungen lernt er, die diesbezüglichen Aktivitäten auf einem bestimmten Level zu halten. Die erworbene Fähigkeit können Betroffene im Alltag anwenden, um einzelne Situationen besser zu beherrschen.

Mögliche Folgen einer ausbleibenden Behandlung

Wird ADHS nicht erkannt bzw. nicht behandelt, kann sie weitreichende Folgen für die Betroffenen haben. Neben einem erhöhten Unfallrisiko besteht die Wahrscheinlichkeit, schulische Probleme zu bekommen und keinen adäquaten Abschluss zu erzielen. Auch der Aufbau und Erhalt sozialer Beziehungen ist stark beeinträchtigt - was bei Heranwachsenden zu weiteren Problemen führen kann: Überdurchschnittlich viele Jugendliche mit ADHS schließen sich vermeintlichen Freunden an, begehen kleinere Delikte oder werden straffällig. In der Orientierungsphase nach der Schule erlernen die meisten einen Beruf, der ihren eigentlichen Fähigkeiten entgegensteht, entsprechend kurzfristig ausgeübt wird und zu lückenhaften Lebensläufen führt.

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen mit ADHS

Doch auch wenn es sich so liest und landläufig noch immer eine verbreitete Annahme ist: Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung ist keine reine Kinderkrankheit. Bei rund 60 Prozent der Betroffenen bleibt sie bis ins Erwachsenenalter hinein bestehen und bedarf in schweren Fällen einer fortwährenden Behandlung.

Das Wissen um ein Fortbestehen über die Jugendphase hinaus ist noch relativ jung. Erst in den 1990-er Jahren wuchs das Bewusstsein dafür, dass ADHS kein sich auswachsendes "Kinderleiden" ist - sondern ein Leben lang anhält. Zu ihrer späten Erkenntnis gelangten Forscher, weil die äußerlich sichtbaren Zeichen bei Heranwachsenden immer mehr zurückgehen und adulte Personen "nur" noch an den übrig bleibenden Symptomen leiden.

Wobei das "Leiden" eine Frage des Blickwinkels ist, denn wie alles hat auch ADHS zwei Seiten: Betroffene verfügen über eine Reihe positiver Eigenschaften, die Psychologen unter den Worten Hypersensibilität, Begeisterungsfähigkeit, Impulsivität, Hyperfokussierung erfassen.

Das Schöne am Kranksein

Durch die oben genannten Eigenschaften gelten ADHS-Patienten als überaus empfindsam - und nehmen daher auch Positives intensiver wahr als ihre Mitmenschen. Oft zeigen sie ihnen gegenüber besonders große Empathie und besitzen in Konfliktsituationen einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Weil sie offen und spielerisch an Aufgaben herangehen, entwickeln sie vielfach originelle Lösungen.

Finden ADHS-Patienten ein ihren Interessen entsprechendes Betätigungsfeld, können sie beruflich sehr erfolgreich sein. Wichtiger als bei jedem anderen ist, dass sie Freude an der Arbeit haben. Dann - und tatsächlich NUR dann - sind sie einsatzbereit, hochmotiviert und häufig deutlich besser als gleichwertig qualifizierte Personen ihres Metiers.

Dank ihrer Fähigkeit zu hyperfokussieren geraten sie beim Arbeiten in einen Flow-ähnlichen Zustand, der langes und ausdauerndes Beschäftigen mit einem Thema ermöglicht. Dabei können ADHS-Patienten buchstäblich über Grenzen gehen, denn in solchen Phasen kennen sie weder geistige noch körperliche Erschöpfung. Diese Erkenntnis hat zu der Annahme geführt, dass auch kreative Größen wie Ludwig van Beethoven oder naturwissenschaftliche Genies wie Albert Einstein von ADHS betroffen waren. Eine solche posthume Diagnose bleibt aber reine Spekulation, denn nachweisen lässt sich die Krankheit nicht. 

Bekannte Persönlichkeiten mit ADHSVon einigen Prominenten ist jedoch bekannt, dass sie an einer Aufmerksamkeits- / Hyperaktivitätsstörung litten oder leiden. Am Namen wie

- Kurt Cobain
- Kristen Stewart
- Walt Disney
- Will Smith
- Robin Williams
- Britney Spears

und den dahinterstehenden Persönlichkeiten lässt sich erkennen, wie unterschiedlich ADHS von außen wahrgenommen wird - denn fast jeder würde die genannten Personen als vollkommen verschieden einstufen. Allen gemeinsam ist, dass sie als Kinder auffällig waren und ihre (von anderen nicht immer wahrgenommene) Begabung später zu lenken wussten.

Ergebnisse der ElternbefragungIn diese Kerbe schlagen auch die Ergebnisse einer Befragung des deutschlandweit agierenden Arbeitskreises "Überaktives Kind": Trotz der erhöhten Anforderungen, die ADHS-Patienten an das Familienleben stellen, lobten Eltern

  • zu 76 % die außerordentlich hohe Sensibilität
  • zu 68 % die unersättliche Neugier
  • zu 67 % ausgeprägten Gerechtigkeitssinn
  • zu 64 % die große Fantasie

ihrer Kinder. Mehr als 90 % - also fast alle - Befragten bescheinigten ihrem Sprössling eine künstlerische Begabung. Nach Expertenmeinung birgt sie die größte Chance für ADHS-Patienten, denn kreative Tätigkeiten fordern und fördern Aufmerksamkeit und innere Ruhe quasi ganz von selbst - ganz gleich, ob die Betroffenen malen oder musizieren.

Zusätzlich finden sich unter Spitzensportlern und Extremsportlern auffallend viele Personen mit der Diagnose ADHS. Sie profitieren von Eigenschaften wie Risikobereitschaft, Mut und Ausdauer - jenen Fähigkeiten, die auch bei Feuerwehrleuten oder Bergrettern gefragt sind. Sie nehmen unter ADHS-Patienten, die ihre Berufung zum Beruf gemacht haben, Spitzenplätze ein. In darstellenden, gestalterischen oder dienstleistenden Tätigkeiten sind Betroffene jedoch ebenfalls gut aufgehoben.

Die Wahl von Beruf und Arbeitsplatz

Fast genauso relevant oder vielleicht sogar noch wichtiger als die Berufswahl, sind die Bedingungen, die ADHS-Patienten am Arbeitsplatz vorfinden. Zu den wichtigsten Kriterien zählen

  1. Arbeitszeit: Eine möglichst regelmäßige Anfangs- und Endzeit gibt ADHS-Patienten eine bessere Struktur als Gleitzeit und Schichtdienst.
  2. Bewegungsfreiheit: Gibt es bei vorwiegend sitzender Tätigkeit die Alternative, zeitweise im Stehen zu arbeiten oder körperlich aktiv zu werden?
  3. Arbeitsplatz-Gestaltung: Vorstrukturierte und Einzel-Arbeitsplätze sind besser als selbst zu strukturierende oder Team-Arbeitsplätze.
  4. Ablenkung: Lässt sich eine starke Geräusch-Kulisse (z.B. durch ständiges Telefon-Klingeln, Computer-Töne oder Kollegen-Gespräche) vermeiden bzw. durch Schließen der Tür ausblenden?
  5. Bezahlung: Erfährt der Einsatz des ADHS-Patienten eine zufriedenstellende Entlohnung, erhält das seine Motivation und Leistungsfähigkeit.
  6. Sinnhaftigkeit: Stimmt die ausgeübte Tätigkeit mit den persönlichen Werten und Interessen des Betroffenen überein, trägt sie ebenfalls zur Motivation und Leistungsfähigkeit bei.
  7. Entscheidungsfreiheit: Was und wieviel darf der Betroffene selbst entscheiden und zu wieviel Prozent muss er nach Anweisung arbeiten?
  8. Betriebsklima: Als beziehungsorientierte und emotionale Menschen sind ADHS-Patienten auf ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten angewiesen. Fühlen sie sich in einem Team unwohl, können sie meist nicht oder zumindest nicht gut arbeiten.

Ob Betroffene ihren Arbeitgeber über das Bestehen der Krankheit informieren, bleibt ihrer Entscheidung und einer günstigen Situation überlassen, denn gemäß § 6 IfSG ist ADHS nicht meldepflichtig. Im Gespräch mit Kollegen ergibt es sich dagegen oft "von selbst" und räumt die Gelegenheit ein, Nichteingeweihte über die Hintergründe und den Variationsreichtum der Krankheit zu unterrichten. Überdurchschnittlich häufig sehen "Outer" in vollkommen verblüffte Gesichter - denn oft passt ihr äußerlich erkennbares Verhalten nicht zum klassischen Bild, das Erwachsene von ADHS haben.

Nutzen Sie als Betroffener die Chance, Ihre Mitmenschen zu informieren - und ebnen Sie damit anderen Betroffenen den Weg.