Heilfasten
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Welches Fasten passt zu mir?

Das neue Jahr ist ein guter Grund, sich mit Vorsätzen zu befassen und etwas mehr auf die Gesundheit zu achten. Eine Fastenkur ist eine bewährte Methode, den Körper zu entlasten. Allerdings eignet sich nicht jede Methode für jeden.

Fastenkuren zum Abnehmen?

Im Gegensatz zu Diäten oder Ernährungsumstellungen sind Fastenkuren nicht gedacht, um dauerhaft Gewicht zu verlieren. Sie dienen vor allem der Gesundheit des Organismus und sollen bei der Reinigung und der Entlastung des Stoffwechsels helfen. Bei übergewichtigen Fastenden ist aber immer auch ein Gewichtsverlust mit einer Kur verbunden.

Eine Fastenkur ist zeitlich strikt eingegrenzt, weil sie nahezu immer auch mit einer Unterversorgung mit Mineralien und Vitaminen einhergeht. Diese Unterversorgung ist innerhalb des festgelegten Zeitraums vertretbar und birgt im Zweifel auch bei chronisch kranken Menschen mit ärztlicher Unterstützung eine Chance auf ein gesünderes Leben.

Fastenkuren sind aber auch ein sehr guter Einstieg in eine Ernährungsumstellung. Sie eignen sich außerdem als Einleitung für eine Diät, die ihrerseits in eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten münden sollte. Die Aussicht auf einen Erfolg ist so deutlich besser, da Abnehmen mit einem entlasteten und leeren Darm sehr viel einfacher ist und Heißhungerattacken verhindern kann.

Die Schroth – Kur

Die Schroth-Kur wurde von Johann Schroth (1798-1856) entwickelt und gilt bis heute als eine der beliebtesten Fastenkuren, die auch in Kurkliniken und Wellnesshotels angeboten wird. Sie dauert eine Woche und beinhaltet drei Trockentage und je zwei kleine und große Trinktage. Die individuelle Trinkmenge wird hierbei durch den Kurarzt festgelegt.

An den Trockentagen konsumieren Sie lediglich Obstsaft, an den kleinen Trinktagen nehmen Sie zum Beispiel einen Liter Flüssigkeit und an den großen Trinktagen 2 Liter Flüssigkeit zu sich. Zusätzlich gibt es gut verdauliche Speisen, wie Haferschleim aber auch trockene Brötchen. Wenn Sie sich für die Schroth-Kur entscheiden, erhalten Sie in einer Kurklinik außerdem feucht-warme Packungen, die die Reinigung des gesamten Körpers fördern. Ergänzend steht leichte Bewegung auf dem Programm. Die Schroth-Kur ist aber nicht nur geeignet, eine Ernährungsumstellung einzuleiten, sie eignet sich auch für chronisch kranke Patienten und Personen mit erheblichem Übergewicht. Wer sie ohne ärztliche Begleitung durchführen will, sollte sich für die gemäßigte Form mit einem Verlauf über drei Tage entscheiden.

Was ist Heilfasten?

Das Heilfasten wurde von Otto Buchinger entwickelt, einem Arzt, der eine eigene Klinik eröffnet hat, um seinen Patienten das überwachte Fasten zu ermöglichen. Buchinger litt selbst unter starkem Rheuma und konnte die Symptome durch das Fasten deutlich lindern.

Beim Heilfasten trinkt der Patient täglich Kräutertee mit Honig, Obstsäfte und Gemüsebrühe. Mehr als 50 g Kohlenhydrate täglich sind nicht erlaubt. Der Einstieg erfolgt über die Entlastungstage, bei denen sich der Darm vollständig entleeren soll. Danach folgen etwa fünf Tage Fasten mit drei Liter Flüssigkeit auf dem Ernährungsplan. Außerdem soll der Fastende an einem leichten Sportprogramm teilnehmen. Nach den Fastentagen beginnen die Aufbautage mit einem Apfel und einer Suppe. In den folgenden Tagen werden täglich weitere Speisen zugefügt, bis ein gesunder Speiseplan steht, der von Dauer sein sollte.

Das Heilfasten eignet sich für Menschen mit chronischen Erkrankungen und starkem Übergewicht, aber auch für alle, die sich überlastet fühlen und eine äußerliche und innerliche Reinigung anstreben. Es ist als Übergang in eine Ernährungsumstellung aufgrund der schonenden Umstellung besonders gut geeignet.

Das Basenfasten

Das Basenfasten ist eine Kur, bei der der Säure-Base-Haushalt wieder in Einklang gebracht werden soll. Dazu verzichtet der Teilnehmer auf alle Säurebilder in der Nahrung. Das Basenfasten wird den Heilfastenkuren zugeordnet. Auf der Verbotsliste stehen unter anderem Getreide, Käse, Fleisch, Eier, Kaffee, Limo und Alkohol, während Obst und Gemüse weitgehend erlaubt sind. Als Getränke stehen Kräutertees und natürlich Wasser zur Verfügung. Geeignet ist diese Fastenkur für alle, die unter chronischen Erkrankungen leiden. Ganz besonders chronische Schmerzpatienten sollen auf diese Weise entlastet werden. Das Basenfasten ist im Gegensatz zu manch anderer Fastenkur auch für Einsteiger geeignet und kann sich auch für Allergiker empfehlen, die auf bestimmte Nahrungsmittel besonders empfindlich reagieren.

Die Mayr Kur

Die Mayr Kur wurde vom österreichischen Arzt Franz-Xaver Mayr (1875 bis 1965) entwickelt. Wenn Sie sich für diese Kur entscheiden, bekommen Sie trockene Brötchen und Milch. Die Brötchen werden in kleinen Bissen gekaut und gründlich eingespeichelt. Außerdem erhält der Patient möglichst begleitende professionelle Darmmassagen. Die Mayr Kur genießt einen sehr guten Ruf und eignet sich für Menschen, die unter chronischen Darmproblemen und unter Verstopfung leiden. Sie wird auch in Kurkliniken angeboten, hier dann für gewöhnlich mit Tee und Karlsbader Salz.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gelten bei Fastenkuren?

Wer unter chronischen Erkrankungen leidet, regelmäßig Medikamente einnimmt oder mit Stoffwechselentgleisungen zu kämpfen hat, sollte vor der Fastenkur den Arzt befragen. Das gilt besonders für alle, die unter Problemen mit Herz und Kreislauf leiden, denn eine Fastenkur stellt immer auch eine hohe Belastung für den Kreislauf dar. Viele Ärzte sind gerade bei chronisch kranken und stark übergewichtigen Patienten gerne bereit, die Fastenkur fachmännisch zu begleiten. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks, aber auch Blutzuckerkontrollen und eine Überwachung der Blutwerte. Letzteres gilt vor allem bei Fastenkuren, bei denen der Teilnehmer nichts oder nur sehr wenig isst.

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