Was ist Glück

Was ist Glück?

Das Glück ist eine sehr starke, positive Emotion, verbunden mit einem vollkommenen, dauerhaften Zustand intensiver Zufriedenheit. So und ähnlich äußern sich diverse Nachschlagewerke zum Thema Glück. Da die Frage, was uns in diesen Zustand versetzt, sehr subjektiv zu beantworten ist, kann man Glück auch als „subjektives Wohlbefinden“ umschreiben.

Glück können wir in einem kürzeren Zeitraum erleben, zum Beispiel bei einem leckeren Essen, einem tollen Abend mit Freunden, einem gelungenen Date… Angestrebt wird natürlich auch ein langfristiger Zustand, zum Beispiel durch körperliche Gesundheit, keine finanziellen Sorgen, intakte Partnerschaft/intaktes Familienleben und dergleichen.

Die Glücksdefinition verschiedener Fachrichtungen:

Nicht nur (fast) jeder Mensch definiert sein subjektives Wohlbefinden anders, sondern auch die verschiedenen Fachrichtungen der Wissenschaft.

Psychologie:

In der Psychologie ist der Glücksbegriff gar nicht so häufig vertreten, wie Sie vielleicht angenommen haben. Psychologen definieren Glück als Empfindung absoluter Harmonie. Dies kann hervorgerufen werden, indem bestimmte Erwartungen eintreffen, oder bestimmte Bedürfnisse befriedigt werden. Ausgiebiger befasst sich dieser Fachbereich allerdings mit den Umständen, die uns daran hindern, glücklich zu sein.

Medizin:

Neurobiologen sehen den Glücksbegriff recht pragmatisch: Nämlich das menschliche Streben nach dem Neurotransmitter Serotonin. Wann und wozu unser Körper diesen Botenstoff ausschüttet, erfahren Sie in unserem Artikel „4 Botenstoffe des Glücks und Wohlbefindens“.

Sprachwissenschaft:

Seit dem 12. Jahrhundert findet man das Wort „Glück“ im Sprachgebrauch, damals als „Gelucke“, bzw. „Gelücke“, was sich wiederum von „gelingen“ ableitet. Als Glück wurde damals also das Gelungene, bzw. Erreichte betrachtet.

Philosophie:

In der Philosophie findet man, wie zu manchen anderen Fragen, keine wirklich eindeutigen Antworten auf die Frage: „Was ist Glück?“ Vielmehr stellt sich die Frage: „Hat ein Philosoph jemals Glück als solches erkannt?“ Belassen wir es dabei, dass die Philosophie Glück unabhängig macht von materiellen Gütern, sondern einzig als Persönlichkeitswert ansieht.

Pädagogik:

In Deutschland wird an manchen Schulen seit 2007 Glück als Unterrichtsfach angeboten. Die Unterrichtseinheit ist recht breit gefächert von den Themenbereichen, angefangen von Identitätsfindung, Körpererfahrung durch Sport, Yoga etc., Ernährung, Stress- und Zeitmanagement, soziale Verantwortung und Hilfsbereitschaft. Die Schüler, die dieses Fach belegten, fielen auch durch allgemein bessere Noten und ein gutes Sozialverhalten auf.

Theologie:

Auch in der Theologie wird das Glück nicht wirklich ausführlich behandelt. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Glück als spirituelle Dimension gesehen wird, die der glaubende Mensch erfährt. Vor allem im Alten Testament wird Gott allein als Geber des Glücks betrachtet.

Volkswirtschaft:

Eigentlich würde man sich von der volkswirtschaftlichen Sicht Antworten der Art von „mehr Einkommen, mehr Status, mehr Wünsche, die man sich erfüllen kann = Glück“ erwarten. Tatsächlich werden von einem bekannten Ökonomen vier Tretmühlen aufgezeigt, die uns daran hindern, glücklich zu sein, die aber mitnichten mit der Anhäufung materieller Dinge zu tun haben. Bei Interesse können Sie Näheres hier nachlesen: Mathias Binswanger „Die Tretmühlen des Glücks“, erschienen im Herder Verlag.

Wie kann man Glück messen?

Viele Forscher und Wissenschaftler können nur mit Begriffen arbeiten, die sich in Zahlen ausdrücken, bzw. messen lassen. Beim Glück ist das zugegebenermaßen nicht wirklich einfach. Dennoch hat man auch hier verschiedene Messgrößen entwickelt, wie zum Beispiel:

Easterlin-Paradox

Benannt nach dem amerikanischen Ökonomen Easterlin besagt es, dass die Amerikaner ihren Status im Vergleich zu ihren Mitmenschen beurteilen. Daher kommt es auch, dass das Pro-Kopf-Einkommen zwischen 1975 und 1995 zwar um 40 % gestiegen ist, sich aber am Glück, bzw. der Zufriedenheit der Menschen nichts geändert hat.

Umfragen

Anhand von repräsentativen Bevölkerungsumfragen kann man ebenfalls darauf schließen, wie glücklich sich die jeweilige Bevölkerung gerade fühlt. In Deutschland wurden auf einer Skala von 1 (todunglücklich) bis 10 (wunschlos glücklich) überwiegend die Zahlen 7 bis 9 angekreuzt.

Am 20. März wird übrigens jährlich der „Weltglückstag“ gefeiert. An diesem Tag wird auch immer der „World Happiness Report“ veröffentlicht, welcher aktuell besagte, dass die glücklichsten Menschen in Skandinavien leben: Die ersten Plätze werden belegt von Norwegen, dann folgen Island und Finnland, schließlich die Schweiz, und dann wieder Dänemark.

Wenn Sie noch mehr zum Thema Glück lesen möchten, empfehlen wir Ihnen auch unseren Artikel „Die wichtigsten Erkenntnisse der Glücksforschung“.