Sonne und Antibiotika

Sonne und Antibiotika – Hier drohen Gesundheitsrisiken

Der Beipackzettel informiert: Wer bestimmte Antibiotika einnimmt, sollte die Sonne meiden. Aber warum ist das so, und ab wann wird die Sonnenstrahlung wirklich zu einem Problem? Dieser Beitrag informiert über ein kaum bekanntes Risiko.

Wechselwirkung Sonne und Antibiotika

Bei der Einnahme von einigen Antibiotika und dem Einfluss von UV-Strahlen aus dem Sonnenlicht kann es zu einer sogenannten phototoxischen Reaktion kommen. Das kann zu einem Sonnenbrand führen, selbst wenn sonst keine besondere Empfindlichkeit besteht. Es ist aber auch möglich, dass weitere Hautreaktionen auftreten.

Was genau ist eine phototoxische Reaktion?

Phototoxische Reaktionen entstehen durch sogenannte photosensible Substanzen. Sobald diese in der Haut UV-Strahlen ausgesetzt sind, können sie angeregt durch die Energie des Lichtes Zell- und Gewebeschäden verursachen.

Solche Reaktionen sind auf der Haut, aber auch im Körperinnern möglich und können direkt eintreten oder erst Tage später. Bei manchen Antibiotika kann sich die Reaktion umgehend zeigen. Doch nicht nur bestimmte Antibiotika können eine phototoxische Reaktion auslösen, auch bei manchen Pflanzeninhaltsstoffen z.B. den Furocumarinen ist es der Fall. Hier genügt der Haukontakt mit der Pflanze unter Sonneneinfluss, was zu schwerwiegenden Hautveränderungen führt. Ein Beispiel dafür ist der Riesenbärenklau. Phototoxische Reaktionen gibt es nicht nur beim Menschen auf, sondern auch bei Tieren.

Welche Symptome treten bei einer phototoxischen Reaktion auf?

Die Anzeichen einer phototoxischen Reaktion entsprechen denen eines Sonnenbrandes. Typisch sind:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Hautbrennen
  • Bildung von Blasen auf der Haut
  • Beschädigtes Gewebe

Wird die Reaktion durch eine Pflanze ausgelöst, ist die Reaktion lokal und scharf abgegrenzt. Bei einer Medikamenteneinnahme, tritt die Reaktion überall dort auf, wo Sonnenstrahlen auf die Haut gelangen konnten.

Die Behandlung einer phototoxischen Reaktion

Die Art der Behandlung ist abhängig vom Umfang der Hautreaktion. Antibiotika sollten Sie möglichst nicht eigenmächtig absetzt, da das die Wahrscheinlichkeit für Resistenzen erhöht. Bei Verdacht auf eine phototoxische Reation sollte in jedem Fall der behandelnde Arzt konsultiert werden. Bei schweren Hautreaktionen kann der Arzt Cortison verordnen. Natürlich helfen auch kühle Umschläge, vor allem bei Sonnenbränden. Darüber hinaus ist es wichtig, sich noch besser gegen die UV-Strahlen zu schützen bzw. weitere Sonneneinstrahlung zu meiden.

Was ist zur Vorbeugung zu sagen?

Es ist nahezu unmöglich, der UV-A Strahlung vollständig auszuweichen, denn sie durchdringt auch Fensterscheiben. Somit kommt es auch beim Autofahren zu einer UV-A-Belastung. Allerdings ist es möglich, sich aktiv gegen die Wirkung der Strahlen zu schützen. Zu empfehlen sind Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Auch Kleidung mit UV-Schutz hat sich bewährt. Trotz Schutz empfiehlt es sich unter Einnahme bestimmter Antibiotikagruppen die phototoxische Reaktionen auslösen können wie z.B. den Tetracyclinen, den Gyrasehemmern oder auch den Sulfonamiden intensive Sonneneinstrahlung zu meiden.

Weitere Medikamente mit Wechselwirkungen bei Sonne

Nicht nur bei manchen Antibiotika und UV-Strahlen kommt es zu einer Wechselwirkung. Bei folgenden Medikamenten besteht ebenfalls das Risiko einer phototoxischen Reaktion

  • einigen Antidiabetika
  • einige Blutdrucksenker
  • einige Psychopharmaka
  • manche Medikamente gegen Rheuma

Schauen Sie vor der Einnahme in die Packungsbeilage und informieren Sie sich in den Warnhinweisen zu Neben- und Wechselwirkungen.

Ein Beispiel weiteres Beispiel ist Johanniskraut. Wer das Kraut einnimmt, sollte starke und vor allem längere Sonneneinwirkung unbedingt vermeiden. Und schließlich muss der warnende Hinweis auch auf einige Nahrungsmittel erweitert werden. Wer im Sommer gerne Zitrusfrüchte konsumiert, sollte besonders auf seinen UV-Schutz achten. Das gilt auch für alle, die ihre Speisen gerne mit Sellerie bereichern.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Wechselwirkungen der Substanzen in Lebensmitteln und Medikamenten, die empfindlich für UV-Strahlen sind, weitgehend erforscht sind. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, vor der Einnahme eines Medikaments den Beipackzettel sorgfältig zu lesen. Das gilt auch für Medikamente, die schon seit längerer Zeit eingenommen werden. Warnhinweise zu Neben- und Wechselwirkungen können auch vergessen werden. Wenn Sie im Winter Antibiotika verordnet bekommen haben, können Sie sich im Sommer bei erneuter Einnahme nicht mehr unbedingt an den Warnhinweis erinnern.