Zähne putzen

So bleiben die Zähne gesund

Gesunde Zähne garantieren nicht nur ein schönes Lächeln. Wer auf seine Zahngesundheit achtet, erspart sich Schmerzen und schont vor allem auf lange Sicht den Geldbeutel. Je nach Schwere der Zahnschädigung kann der Eigenanteil an den Behandlungskosten ein paar Hundert Euro betragen, aber auch auf mehrere Tausend Euro ansteigen. Verantwortlich für Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis sind Bakterien, die sich im ungünstigsten Fall durch die Blutlaufbahn im Körper ausbreiten können. In diesem Fall drohen Herz-, Lungen- oder Gelenkerkrankungen, Diabetes sowie chronische Entzündungen. Zudem können Schwangere Fehlgeburten erleiden. Daher sollte für eine ausreichende Zahnpflege der Griff zur Zahnbürste mindestens morgens und abends für zwei bis drei Minuten erfolgen, idealerweise sogar nach jeder Mahlzeit. Allerdings kann man es mit der Zahnreinigung auch übertreiben und Zähne sowie Zahnfleisch durch eine zu intensive Zahnpflege schädigen.

Zahnpflege beginnt schon mit dem ersten Zahn

Die Zahngesundheit sollte mit dem Durchbruch des ersten Zahns im Säuglingsalter beginnen. Babys nehmen durch die Nahrung unterschiedliche Zuckerarten auf. So ist zum Beispiel in Muttermilch Laktose und in vielen Breis Fruktose enthalten. Zucker kann an Zähnen von Säuglingen und Kleinkindern sowohl kurzfristige Schäden verursachen als auch die weitere Zahnentwicklung maßgeblich beeinflussen und sogar zu Zahnfehlstellungen führen. Doch nicht jede Zahnbürste eignet sich für jedes Alter. Für die Mundhygiene bei Säuglingen empfehlen sich Fingerhütchen (Fingerzahnbürsten) aus Silikon oder Mikrofaser beziehungsweise spezielle Babyzahnbürsten.

Beim Übergang vom Säugling zum Kleinkind sollte beim Putzen der Milchzähne zunehmend eine Kinderzahnbürste anstatt einer Fingerzahnbürste Verwendung finden. Diese Zahnbürsten sind kleiner und insgesamt kürzer als gewöhnliche und verfügen über eine sehr weiche Bürste. Es ist äußerst wichtig, Kinder so früh wie nur möglich an das Zähneputzen zu gewöhnen, damit sie es von Anfang an als festen täglichen Bestandteil verstehen.

Das müssen Sie beim Kauf einer Zahnbürste beachten

Der Übergang zu einer gewöhnlichen Zahnbürste erfolgt ab dem Übergang zum Teenageralter. Dabei besteht die Wahl zwischen den Härtegraden weich, mittel und hart. Grundsätzlich raten Zahnärzte von harten Zahnbürsten ab, da sie den Zahnschmelz schädigen und das Zahnfleisch unnötig reizen. Stattdessen raten sie zu einem weichen bis mittleren Härtegrad mit einem biegsamen Bürstenkopf.

Neben dem Härtegrad stellt sich die Frage, ob man auf eine elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste zurückgreift. Für die meisten Zahnärzte fällt die Antwort eindeutig aus: Die elektrische Variante arbeitet gründlicher, da der runde Bürstenkopf besser geeignet ist, auch schwierige Stellen zu erreichen. Nichtsdestotrotz verweisen sie darauf, dass sich auch beim sorgfältigen Putzen mit einer Handzahnbürste ideale Ergebnisse erzielen lassen.

Ob elektrische Zahnbürste oder manuell: Jede Bürste muss nach spätestens zwei Monaten ausgetauscht werden. Durch die tägliche Benutzung verbiegen die Borsten, wodurch die Reinigungskraft abnimmt. Außerdem begünstigt das feucht-warme Badezimmerklima die Vermehrung von Pilzen und Bakterien.

Welche Zahncreme ist zu empfehlen?

Auch die Wahl der richtigen Zahnpasta unterscheidet sich zwischen Kindern und Erwachsenen. Für die Jüngeren empfiehlt sich eine Kinderzahnpasta mit einem weitaus weniger scharfen Geschmack sowie einer geringeren Fluoridkonzentration. Der Fluoridgehalt sollte bei Kindern einen Wert von 0,05 Prozent nicht übersteigen, bei Zahncremes für Erwachsene nicht 0,15 Prozent.

Eine Zahnpasta sollte jedoch Fluorid enthalten. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt die Zähne wirksam vor Bakterien und Säuren. Anders als in vielen journalistischen Beiträgen erwähnt, ist Fluorid in der aufgenommenen Menge ungiftig.

Der Preis sagt wenig über die Wirksamkeit einer Zahnpasta aus. Bei Untersuchungen schnitten preiswerte Zahncremes ebenso gut ab wie höherpreisige. Problematisch sind hingegen Produkte, die einen hohen Abrieb versprechen. Tatsächlich können viele der Marken das Versprechen halten, sie sind allerdings nur für kerngesunde Zähne geeignet. Wer unter Verfärbungen der Zähne leidet, sollte das Bleichen einem Zahnarzt überlassen, der über weitaus schonendere Mittel verfügt.

Wie wirkungsvoll ist Zahnseide?

Lange Zeit war Zahnseide ein dringend empfohlenes Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume zu reinigen. Auf wissenschaftlicher Ebene ist jedoch ein Streit darüber entbrannt, ob sie bei der Erhaltung der Zahngesundheit wirklich hilfreich ist. Analysen der vorliegenden Ergebnisse haben gezeigt, dass es vor allem an Langzeiterfahrungen fehlt.

Dennoch plädieren Zahnärzte im Sinne der Zahngesundheit für die (richtige) Nutzung von Zahnseide oder alternativ Interdentalbürsten (auch als Interdentalraumbürsten oder Zahnzwischenraumbürsten bekannt). Aus gutem Grund: Die Zahnzwischenräume machen rund ein Drittel der Zahnoberfläche aus und die tägliche Praxis zeigt, dass insbesondere bei Erwachsenen Karies in den Zahnzwischenräumen entsteht. Also folglich dort, wo Zahnbürsten im Gegensatz zu Zahnseide und Interdentalbürsten nicht hinkommen.

Ergänzend zur Zahnseide können bei der Mundhygiene zusätzlich noch Mundspülungen gegen Karies und Zahnfleischererkrankungen verwendet werden. Es ist jedoch zu beachten, dass Mundspülungen das regelmäßige Zähneputzen nicht ersetzen können.

Erst Zahnseide, dann Zähneputzen

Bei der Verwendung von Zahnseide sollte jedoch Folgendes beachtet werden: Zahnärzte empfehlen, erst die Zahnseide zu benutzen und dann die Zähne zu putzen. Nur so kann die Zahncreme in die Zwischenräume eindringen und dort auch wirken. Wer erst putzt, riskiert außerdem, dass bei der Verwendung der Zahnseide wieder Keime auf die Zähne und das Zahnfleisch geraten.

Besonders wichtig ist Zahnseide bei Brücken. Der flache Hohlraum unter einer Brücke ist mit der Zahnbürste nicht erreichbar. Gerade hier können sich Bakterien ansiedeln und zu Entzündungen führen. Für solche Zwecke bietet der Fachhandel Zahnseide, die über verstärkte Enden verfügt. Oder eben Interdentalbürsten.

Aber nicht nur die Zähne sind bei der Mundhygiene wichtig. Auch die Zungenreinigung sollte nicht vernachlässigt werden. Belag auf der Zunge kann ein Indiz dafür sein, dass dort Bakterien sind. Hierfür kann die Zunge mit der Zahnbürste geputzt werden.

Wie oft zum Zahnarzt gehen?

Krankenkassen fordern von ihren Versicherten, dass sie mindestens zweimal jährlich zum Zahnarzt gehen. Das gilt auch für Personen, die eine Vollprothese tragen, denn der Zahnarzt untersucht auch die Mundschleimhaut auf Erkrankungen. Wer weniger als einmal pro Kalenderjahr zum Zahnarzt geht, riskiert, dass die Krankenkasse weniger Kosten übernimmt, wenn eine Zahnbehandlung notwendig wird. Insgesamt werden immer mehr Zuzahlungen fällig. Das gilt auch für Extrawünsche, die über die Regelleistung hinausgehen. Auch vor diesem Hintergrund lohnt es sich, die Zähne gründlich zu pflegen und so ein Leben lang zu erhalten.

Was den Zähnen besonders schadet

Damit der Zahnarztbesuch erfreulich ausfällt, kann der Verzicht beziehungsweise die Reduzierung bestimmter Lebens- und Genussmittel für die Zahngesundheit förderlich sein. Der übermäßige Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln führt etwa dazu, dass Bakterien Zucker in Säure umwandeln und diese den Zahnschmelz angreifen. Generell gilt, dass nach dem Verzehr säurehaltiger Produkte mit dem Zähneputzen zwischen 30 und 60 Minuten gewartet wird. Andernfalls trägt die Zahnbürste den Zahnschmelz ab.

Neben zucker- oder säurehaltigen Lebensmitteln greifen vor allem Zigaretten Zähne und Zahnfleisch an. Sie fördern Karies und Parodontitis und erhöhen dadurch das Zahnverlustrisiko.

Professionelle Zahnreinigungen bieten zusätzlichen Schutz

Eine weitere vorbeugende Maßnahme (auch Prophylaxe genannt) zum Schutz der Zähne stellt die Professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, beim Zahnarzt dar. Bei einer Professionellen Zahnreinigung geht es in erster Linie darum, die Schwächen der täglichen Mundhygiene zu beheben oder bei einer bestehenden Paradontitis den Zahnerhalt zu sichern. Das heißt, auch Stellen zu reinigen, die mit einer Zahnbürste oder mit Zahnseide nur schwer zugänglich sind. So können unter anderem Plaque, Zahnstein sowie Reste in den Zahnzwischenräumen entfernt werden. Viele Krankenkassen übernehmen heute ein bis zwei Professionelle Zahnreinigungen im Jahr oder steuern einen großzügigen Zuschuss bei.

Weiterführende Links zum Thema „Zahngesundheit und -pflege“

Bayerische Landeszahnärztekammer – Mythen und Märchen der Zahngesundheit

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Gesunde Zähne (Kindergesundheit)

Verein für Zahnhygiene e.V. – Tag der Zahngesundheit