Heilpflanzen und Kräuter Lexikon Pfefferminze
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Pfefferminz – Erzeuger des vielfach einsetzbaren Menthols

Bei der Pfefferminze handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Wasser- und Krauseminze, die erstmals 1696 in England beschrieben wurde. Während in den Ländern Nordafrikas und in Arabien der Pfefferminztee ein Nationalgetränk darstellt, schätzt man in Europa vor allem für seine verdauungsfördernde, entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung.

Der charakteristische, frische Duft der Pfefferminze ist den meisten von uns ein Begriff, wenn schon nicht von der Pflanze selbst, dann zumindest durch Kaugummi, Zahnpasten etc. Das hier im ätherischen Öl enthaltene Menthol ist der Hauptwirkstoff der Pfefferminze.

Aromatische Heil- und Gewürzpflanze:

In Europa sind verschiedenste Arten von Minze heimisch, dass daraus die Pfefferminze entstand, war wohl eher Zufall. Wild zu finden ist sie nach wie vor in England, sowie auch Süddeutschland, ebenso wie in USA, Spanien, Südamerika und Asien.

Auch im heimischen Kräutergarten fühlt sich die Pfefferminze wohl; am liebsten hat sie ein halbschattiges Plätzchen, möglichst fern ab von Unkraut. Einmal gepflanzt, geht die Pfefferminze so schnell nicht mehr aus, denn sie neigt dazu, sich selbständig und großflächig auszubreiten. Im Herbst stirbt das Kraut ab, um dann im Frühjahr erneut auszutreiben.

Da die Pfefferminze neben ihrer Heilwirkung auch mit ihrem Geschmack punkten kann, wird sie auch gerne in der Küche verwendet. Cocktails, Süßspeisen, aber auch Suppen und herzhafte Gerichte lassen sich herrlich mit einem Hauch Minze verfeinern. Der Geschmack von Pfefferminzblättern ist erfrischend, anfangs erwärmt es sich im Mund, später schmeckt es auffallend kühl.

Die Pfefferminze im Speziellen kann auf keine lange Geschichte in der Medizin verweisen, da sie erst 1696 entdeckt wurde. Allerdings wurde die Krauseminze oft im Mittelalter angebaut, und bereits zur Zeit der alten Ägypter war Minze bekannt und gehörte zu den Grabbeigaben der Pharaonen. Sogar in der Bibel (Matthäus, Kapitel 23 Vers 23) wird die Minze erwähnt, dabei handelte es sich wohl um die Rossminze.

In der Mythologie gilt die Minze als Schutz davor, verhext, bzw. von Krankheiten befallen zu werden. In der Antike stellte die Minze das Symbol der leidenschaftlichen Liebe dar, und wurde vom Bräutigam als Kranz getragen.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Minze als Heilmittel für fast jedes Leiden eingesetzt, man nutzte sie gegen Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Koliken, Hundebissen ebenso wie gegen Seekrankheit und als Riechsalz bei Ohnmachten.

Was macht die Pfefferminze so wirkungsvoll?

Am wichtigsten ist hierbei wohl das Menthol, welches 35 bis 40 % des in den Blättern enthaltenen ätherischen Öls ausmacht. Es wird in den Drüsenschuppen der Blattoberfläche gespeichert. Bereits beim Zerreiben eines Blattes vernimmt man den typischen, minzigen Duft. Weitere Inhaltsstoffe des ätherischen Öls sind Flavonoide, Glykoside, Gerbstoffe und Triterpene.

Menthol wirkt blutgefäßerweiternd, lindert Juckreiz und Schmerzen, kann durch den durchblutungsfördernden Effekt krampflösend wirken und verursacht auf der Haut ein Kältegefühl. Üblicherweise liegt bei Kältegefühl eine Blutgefäßverengung und damit eine Minderdurchblutung der Areale vor. Nicht so beim Menthol, denn dieses verursacht eine Reizung der kälteempfindlichen Nervenendungen. Die Folge ist eine Erweiterung der Blutgefäße. Diesen Effekt macht man sich für schleimige Atemwegserkrankungen (Vorsicht bei Asthma,  COPD und anderen Atemwegserkrankungen!) und bei Arthosen zunutze, weshalb hier Menthol in vielen Präparaten zugesetzt wird.

Innerlich wirkt Menthol entspannend auf den Magen-Darm-Trakt, außerdem regt es die Leber dazu an, vermehrt Gallensaft zu produzieren. Dieses wiederum ist wichtig, um Fette schneller und besser verdauen zu können. Auch der Magen produziert mehr Magensäuren sowie Verdauungsfaktoren und kann so schneller und besser verdauen. Blähungen, Verdauungsstörungen und Übelkeit können so effektiv bekämpft werden.

Entspannend wirkt das Menthol der Pfefferminze auch für von Krämpfen und Durchfällen geplagten Reizdarmpatienten. Für dieses Krankheitsbild empfiehlt sich allerdings die Einnahme von magensaftresistenten Pfefferminzölkapseln, damit das Menthol nicht im Magen, sondern im Dickdarm zu wirken beginnt, wo es gebraucht wird.

Bei Erkältungskrankheiten kann vor allem ein Bad mit Pfefferminzöl oder eine Inhalation wirksam eine verstopfte Nase von Sekret befreien. Zäher, festsitzender Husten löst sich, da die Flimmerhärchen der Bronchien angeregt werden. Zusätzlich wirkt es antibakteriell.

Wohltuend bei Kopf- und Muskelschmerzen

Schwere Beine oder Muskelschmerzen lassen sich durch äußerliche Einreibung mit Pfefferminzöl kühlen und erfrischen, bei Kopfschmerzen hat ebenfalls der durchblutungsfördernde Effekt positiven Einfluss. In Sticks zum Auftragen auf die Schläfen bei Migräne findet sich beispielsweise Menthol.

Nebenwirkungen der Pfefferminze:

Pfefferminzöl sollte, wie alle ätherischen Öle, nicht bei Kindern unter 3 Jahren angewandt werden. Halten Sie bei Leber- oder Gallenerkrankungen vor Einsatz des Öls zuerst Rücksprache mit dem Arzt und verzichten Sie auf eine Einnahme bei Reflux oder Sodbrennen. Halte Sie das Öl außerdem von den Augen fern und stoppen Sie die Anwendung sofern es bei Ihnen Hautreizungen verursacht.

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