Bierbauch
Kommentare 0

Mythos oder Wahrheit: Macht Bier einen Bierbauch?

Auch Wasser ist ein edler Tropfen, mischt man ihn mit Malz und Hopfen… So denkt auch Deutschland und konsumiert pro Kopf im Jahr rund 107 Liter Bier. Es ist für viele das Lebenselixier schlechthin, kaum eine Grillfeier findet ohne statt, und ein Oktoberfest ohne das kühle Blonde ist natürlich völlig undenkbar. Großereignisse wie eine Fußball-WM oder EM lassen ebenfalls den Konsum steigen, ob vor dem heimischen TV oder im Biergarten.

Männer, die gerne regelmäßig größere Mengen Bier konsumieren, sehen sich bald mit einem angeblichen Mythos konfrontiert: Dem Bierbauch. Aber halt – ist der Bierbauch denn ein Mythos? Und wenn der Bauch nicht vom Bier dick wird, wovon dann? Fragen über Fragen…

Bier enthält eine ordentliche Menge Kalorien

Die genaue Kalorienanzahl kommt auf die Sorte an, aber durchschnittlich kann man sagen, ein halber Liter enthält 230 bis 250 Kalorien. Dennoch: Das Bier macht trotz der enthaltenen Kalorien nicht satt, sondern wirkt appetitanregend, indem es im Gehirn eine leichte Unterzuckerung anregt. Außerdem werden Salze aus dem Körper geschwemmt. Und hier liegt ein großes Problem: Dieser Hunger wird tendenziell gerne mit üppigen, deftigen Mahlzeiten oder fettigen Snacks gestillt. Schlaue Biergartenbetreiber wissen dieses Phänomen natürlich zu nutzen, und richten ihre Speisekarte danach aus. Diese große Menge an aufgenommenen Kalorien wird vom Körper nicht gebraucht, also wird nur ein kleiner Teil verbrannt, und der Rest als Reserve angelegt. Statt den mageren Zeiten kommt jedoch bald der nächste Biergartenbesuch, und das Ganze wiederholt sich von vorn.

Das Bier selbst enthält kein Fett, allerdings Alkohol. Dieser wird von unserem Körper ebenfalls abgebaut und gespeichert. Da unser Körper keinen Alkohol speichert, sondern Fett, werden die Bierkalorien als solches angelegt.

Bierbauch ein männliches Phänomen?

Dass Männer im Durchschnitt mehr (nämlich doppelt so viel) Bier konsumieren als Frauen, ist nun einmal Tatsache. Dass sich der Stoffwechsel ab 35 verlangsamt, ebenfalls. Und während sich bei Männern zusätzliches Gewicht eher am Bauch anlagert, sind es bei Frauen das Gesäß, bzw. die Oberschenkel.

Bauchfett ist ungesundes Fett

Wenn der Bierbauch auch für viele Männer kein größeres ästhetisches Problem darstellt, ein gesundheitliches ist es auf Dauer allemal. Das Bauchfett sammelt sich um die inneren Organe und belastet den Blutkreislauf mit ungesunden Fettsäuren. Außerdem steigt durch den erhöhten Fettanteil der Cholesterinspiegel, und damit die Gefahr für eine Vielzahl an weiteren Erkrankungen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes und Thrombosen sind typische „Wohlstandserkrankungen“.

Warum gibt es keinen Weinbauch?

Wie wir wissen, hat auch Wein Kalorien, und nicht wenige. Warum ist aber immer nur von einem Bierbauch, und nie von einem Weinbauch die Rede? Die Antwort liegt in den Inhaltsstoffen vom Bier – wer viel Bier konsumiert, nimmt auch eine größere Menge pflanzlicher Hormone zu sich. Diese sorgen wiederum dafür, dass der Östrogenspiegel (ein weibliches Sexualhormon) im Körper steigt. Dieser sorgt nicht nur für eine runde Körpermitte, sondern oftmals auch für einen erhöhten Fettansatz im Brustbereich. Ein zu hoher Östrogenspiegel ist für Männer allerdings ebenfalls ungesund, es droht erhöhte Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr.

Allerdings: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Dass (mäßiges!!) Bier trinken jedoch sogar gesund ist, beweisen mehr als 3000 klinische Studien. Die im Bier enthaltenen Polyphenole wirken antioxidativ, was uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt schützen soll. Außerdem soll Bier das Risiko senken, an Alzheimer zu erkranken. Kleinere Studien berichten auch von einem positiven Einfluss auf die Entstehung von Prostata-Krebs, was an einem Hopfen-Bestandteil namens Xanthohumol liegen soll. Gleichzeitig wird in diesen Artikeln jedoch auch sehr klar darauf hingewiesen: Viel hilft nicht gleich viel! An zwei bis drei Tage in der Woche sollten Sie außerdem keinen Alkohol trinken. Auf diese Weise beugen Sie einer Gewohnheit vor. Einen völlig risikofreien Konsum gibt es jedoch nicht.

Fazit:

Nicht der Biergenuss per se führt in normalem Ausmaß zu einem Bierbauch, sondern die zusätzlich mit der Nahrung zugeführten Kalorien. Wer seinen Konsum im Griff hat, wird weniger unter einem Bierbauch leiden und kann die positiven Wirkungen von Bier voll und ganz auskosten!

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort