mit diesen Getränken keine Medikamente einnehmen

Mit diesen Getränken sollten Sie keine Medikamente einnehmen

Tabletten, Kapseln oder Tropfen sind oft unser Rettungsanker bei akuten Schmerzen. Schnell runter damit, und bitte rasch wirken! Doch halt – nehmen Sie sich die Zeit zum Überlegen, womit Sie Ihre Medikation hinunterspülen. In den Beipackzetteln und der Werbung heißt es meistens „mit genügend Flüssigkeit einnehmen“. Leider wird dabei nicht erwähnt, wie viel genügend ist, und dass die einzige empfehlenswerte Flüssigkeit stilles Wasser ist. Warum das so ist, und wie Nahrungsmittel die Wirkung von Medikamenten verändern, erfahren Sie hier.

Mit reichlich Flüssigkeit einnehmen

Mit diesem „reichlich“ ist rund ein Viertelliter gemeint. Und zwar aus verschiedenen Gründen:

Die Medikamente sollen baldmöglichst weitertransportiert werden. Damit der Magen dazu bereit ist, braucht er allerdings ein Signal der Völle. Durch ausreichend Wassertrinken löst man das Signal aus und die Medikamente wandern weiter in den Dünndarm.

Trinkt man zu wenig, kann die Medikation im Mund, Gaumen oder der Speiseröhre hängenbleiben. Abgesehen davon, dass das äußerst unangenehm ist, können sich dort bereits Stoffe wie Säuren aus der Tablette freisetzen. Schlimmstenfalls kann es zu Verätzungen kommen!

Bestimmte Inhaltsstoffe brauchen eine größere Menge Flüssigkeit, um wirksam zu werden.

Warum ist es wichtig, was Sie trinken?

Das Nonplusultra ist Leitungswasser, wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht. Stilles Wasser ist pH-neutral und frei von jeglichen Zusätzen, welche die Wirksamkeit beeinträchtigen können.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder von einem 70-jährigen Patienten berichtet, der nach einer Lungenentzündung appetitlos war. Er trank täglich große Mengen an Cranberrysaft und nahm bereits seit Jahren ein Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung, Warfarin. Die im Cranberrysaft enthaltenen Flavonoide hemmten ein Enzym zum Abbau von Warfarin, die Folge waren innere Blutungen, an denen der Mann nach sechs Wochen starb.

Worauf Sie bei der Medikamenteneinnahme auf jeden Fall verzichten sollten, ist Grapefruitsaft. Tatsächlich sind bereits über 85 Medikamente bekannt, deren Abbau die Frucht blockiert, das bedeutet, dass das Medikament stärker wirkt. Um spürbare Symptome zu verursachen, wie zum Beispiel Blutdruckabfall, genügt bereits ein Glas von 200 ml. Wenn Sie auf reichhaltigen Genuss von Grapefruits jedoch nicht verzichten wollen, teilen Sie es bitte Ihrem Arzt mit. Dieser kann dann die Medikamentendosis entsprechend anpassen.

In jedem Fall sollten Sie, wenn Sie bestimmte Nahrungsmittel oder Getränke exzessiv konsumieren, dies Ihrem Arzt mitteilen, damit er bei der Medikamentenverschreibung bereits auf etwaige Wechselwirkungen Rücksicht nehmen kann.

Wenn Sie blutgerinnungshemmende Mittel zur Vermeidung von Herzinfarkten oder Schlaganfall einnehmen, sollten Sie sich auf jeden Fall vor zu viel Vitamin K in Acht nehmen. Das gilt natürlich für die Hauptlieferanten Kohl und Spinat, aber auch für simple Multivitamin-Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel. Sie sehen, der in der Werbung viel zitierte Satz „zu Wirkungen und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ hat durchaus seine Berechtigung…

Koffein und Tabletten? Schlechte Kombination!

Wir schätzen die munter machende Wirkung von Kaffee, schwarzem und grünen Tee, Cola oder Energydrinks. Falls wir morgens Medikamente nehmen müssen, steht praktischerweise oft schon die Tasse mit dem Kaffee auf dem Tisch. Doch Sie sollten beachten, dass Koffein Wechselwirkungen mit einer Vielzahl von Medikamenten eingeht. So sorgen zum Beispiel Antibiotika dafür, dass das Koffein im Körper um einiges langsamer abgebaut wird, und eine Tasse Kaffee wirkt, als hätte man drei getrunken. Bei koffeinempfindlichen Menschen kann es dabei durchaus zu Herzrasen, Schwitzen oder Blutdruckanstieg kommen. Auch die Wirkung von Schmerzmitteln verstärkt sich durch Koffein.

Milch ist gesund, aber nicht mit Medikamenten

Oft erhält man den Rat, um die Magen-Darm-Verträglichkeit von Antibiotika zu erhöhen, solle man Joghurt zu sich nehmen. Will man aber die Erkrankung loswerden, sollte man erst nach dem Ende der Antibiotikatherapie mit Milchprodukten starten. Der Grund: Das enthaltende Kalzium verbindet sich mit den Medikamentenwirkstoffen zu Komplexen. Die Folge: diese können nicht durch die Darmwand ins Blut gelangen, werden im Darm weitertransportiert und schließlich wirkungslos ausgeschieden.

Auch bei der Einnahme von Fluoriden sollte keine Milch dazu getrunken werden, denn zusammen bilden sich schwer lösliche Salze, welche die Medikamentenwirkung vermindern.

Direkt nach der Einnahme von Biphosphonaten, also Mittel gegen Störungen des Knochenstoffwechsels, sollten Sie auf Milch und Milchprodukte verzichten, aber im Laufe des Tages dürfen und sollen Sie diese natürlich wieder konsumieren.