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Mehr als ein Gesundheitstrend: Algen

Algen wurden bereits in den 1950er Jahren von der Welternährungsorganisation FAO als Superfood bezeichnet. Das vitaminreiche „Meeresgemüse“ wird in asiatischen Ländern, vorrangig bei den Japanern, traditionell in der Küche verwendet, erfreut sich jedoch auch hierzulande zunehmender Beliebtheit.

Vorteile von Algen

Viele Algen zeichnen sich vor allem durch ihren hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt aus. Sie liefern zum Teil wichtige Mikronährstoffe und Antioxidantien und sind außerdem überwiegend reich an hochwertigen Proteinen und wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Wissenschaftliche Studien haben zudem ergeben, dass einige Algen eine entgiftende Wirkung auf den Körper haben. Da sie zugleich sehr kalorienarm sind, können sie beispielsweise im Rahmen einer Diät oder Ernährungsumstellung verzehrt oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.

Möglicher Nachteil von Algen: der hohe Jodgehalt

Viele Algenarten weisen einen sehr hohen Jodgehalt auf und sind daher potenziell schädlich für die Schilddrüse. Dies gilt insbesondere für die Braunalgen Kombu und Wakame, deren Jodkonzentration teilweise etwa 40.000 mal so hoch ist wie der des Meereswassers. Japaner haben sich über viele Generationen hinweg an den hohen Jodgehalt von Algen gewöhnt. Dennoch gibt es auch in Japan Regionen, in denen auffallend viele Menschen einen Kropf entwickeln – eine Erkrankung, die sowohl bei Jodmangel als auch bei extrem hoher Jodzufuhr auftreten kann.

Verschiedene Algenarten im Überblick

„Alge“ ist ein Oberbegriff – ähnlich wie Obst und Gemüse. So gibt es weltweit mehr als 500.000 Algenarten, von denen lediglich 500 näher bekannt sind und nur ein Bruchteil in Europa für die Ernährung zugelassen ist. Grundsätzlich ist zwischen Makroalgen und Mikroalgen zu unterscheiden. Bei Makroalgen handelt es sich um Unterwasserpflanzen, die bis zu 60 Meter lang werden können und die als Zutat in vielen asiatischen Gerichten Verwendung finden. Zu den Makroalgen, die in Deutschland fast ausschließlich in getrocknetem Zustand angeboten werden, zählen beispielsweise die Sorten Nori, Wakame, Kombu und Dulse.

Im Gegensatz zu Makroalgen gehören Mikroalgen eigentlich nicht zu den Pflanzen, sondern zu den Einzellern. Die bekanntesten Mikroalgen sind Chlorella und Spirulina. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Chlorophyll ist Chlorella intensiv grün, während Spirulina eher eine blaugrüne Farbe aufweist. Beide Sorten werden in großen Süßwasseranlagen gezüchtet und anschließend getrocknet. Da sie in der Regel jodarm und – im Gegensatz zu ‚wilden‘ Algen – nicht von Schwermetallen belastet sind, eignen sie sich gut als Nahrungsergänzungsmittel.

Anwendungsgebiete

Wenn es um die möglichen Anwendungsgebiete von Algen geht, steht die Forschung noch ganz am Anfang. In Deutschland sind Algen daher bislang nicht als Arzneimittel zugelassen, sondern lediglich als Nahrungsergänzungsmittel. Bei länger andauernden oder wiederkehrenden Symptomen sollten Sie also stets einen Termin beim Arzt vereinbaren, statt zu versuchen, sich mit Algenpräparaten selbst zu kurieren. Mögliche Anwendungsgebiete von Algen, die derzeit diskutiert werden, sind:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Nährstoffmangel
  • Stabilisierung des Blutzuckerspiegels
  • Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Reduzierung zu hoher Cholesterinwerte
  • Entgiftung
  • Unterstützende Einnahme während einer Diät/Ernährungsumstellung

Auch bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt können Algenpräparate Ihnen unter Umständen Linderung verschaffen. Insbesondere der hohe Chlorophyllgehalt in der Chlorella-Alge wirkt sich offenbar positiv auf die Darmtätigkeit aus und kann dazu beitragen, dass Verdauungsprobleme seltener oder gar nicht mehr auftreten.

Anwendungsformen

Algen sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, wobei die Einnahme von Algenkapseln besonders unkompliziert ist. Alternativ können Sie auch zu Algenpulver greifen und dieses in Smoothies, Säfte und Joghurts einrühren oder über Ihre Mahlzeiten streuen. Für die äußerliche Anwendung (etwa bei Hautirritationen oder kleinen Wunden) empfiehlt sich eine Algensalbe, während für die tägliche Hautpflege Hautcremes und Gesichtsmasken mit Mikroalgen erhältlich sind. Für welche Anwendungsform Sie sich auch entscheiden: Legen Sie beim Kauf von Algenprodukten Wert auf Qualität und werfen Sie einen kritischen Blick auf die Angaben des Herstellers. Außerdem ist es ratsam, sich genau an die Dosierungsanleitung zu halten, um eine Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen – allen voran mit Jod – zu vermeiden.