Kopfläuse alles Wissenswerte über die Plagegeister

Kopfläuse – alles Wissenswerte über die Plagegeister

Die Kopflaus ist ein flügelloses Insekt und gehört zur Familie der Menschenläuse. Dazu gehören drei Arten, zwei davon befallen ausschließlich Menschen. Wenig überraschend ist der Lebensraum der Kopflaus die menschliche Kopfhaut und die Kopfhaare. Läuse, welche den restlichen menschlichen Körper bzw. den Schambereich befallen, gehören einer anderen Gattung an.

Kopfläuse halten sich auf unserer Kopfhaut auf, weil unser Blut ihre Nahrung darstellt, wovon sie alle zwei bis vier Stunden Nachschub brauchen. Dazu ritzen sie die oberste Kopfhautschicht mit messerscharfen Fortsetzungen an ihrem Kopf auf und saugen das Blut aus dem Kapillargefäß. Gleichzeitig ist im Speichel der Kopflaus ein Stoff enthalten, welcher die Blutgerinnung hemmt. Ohne Blutzufuhr ist eine Laus nicht länger als einen Tag lebensfähig.

Woher hat die Kopflaus ihren Ursprung?

Kopfläuse waren bereits ein Problem, mit dem sich unsere Vorfahren, die Menschenaffen, herumplagen mussten. Läuse und ihre Nissen wurden auch bei Ausgrabungsrelikten wie Kämme, Stoffe, aber auch erhaltene Haare entdeckt. Durch das Perückentragen im 17. und 18. Jahrhundert breiteten sich Kopfläuse nahezu epidemisch aus. Später waren Kopf- und Körperläuse, sowie andere Ungeziefer häufig bei ärmeren Familien, die auf engstem Raum zusammenlebten, zu finden.

Kopfläuse treten auf der ganzen Welt auf, ihr Vorkommen schwankt jedoch je nach Kontinent und Entwicklungsstand der Länder. Während in Mittel- und Nordeuropa zwischen 2 und 20 % der Kinder Kopfläuse haben, sind es in Entwicklungsländern gut 60 %. In Slums sind über 80 % der Kinder von Lausbefall betroffen.

Wenn hierzulande Kopfläuse auftreten, handelt es sich meistens um kleine „Epidemien“ in Schulen, Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen und geschieht unabhänig von der gesellschaftlichen Schicht.

Sind Kopfläuse Zeichen von mangelnder Hygiene?

Das ist ein Mythos aus früheren Zeiten, allerdings war das Kopflausproblem der ärmeren Bevölkerungsschicht hauptsächlich ein Problem des engen Zusammenlebens, wenn sich mehrere Personen Bett und Kopfkissen teilten.

Deshalb entsteht in der heutigen Zeit der Kopflausbefall besonders an Orten, an denen enger Körperkontakt vieler Kinder beim Spielen etc. herrscht. Der Übertragungsweg ist das „Hangeln“ der Kopfläuse von einem Haar zum nächsten, und wenn sich das nächste Haar eben auf einem anderen Kopf befindet, ist ein neuer Wirt gefunden.

Trotzdem wird ein Kopflausbefall des Kindes von manchen Eltern aus Scham verschwiegen, oder betroffene Kinder werden unzureichend oder zu wenig lange behandelt. Das führt dazu, dass immer wieder Kopfläuse auftreten, bzw. der Ausbruch in einer Einrichtung schwer zu stoppen ist.

Wie erkennt man Kopflausbefall?

Ein erstes Anzeichen kann juckende oder trockene Kopfhaut sein. Ein Läuse- bzw. Nissenkamm sollte sich in jeder Hausapotheke befinden, und zu diesem sollten Sie auch bei Verdacht auf Lausbefall greifen. Nun sollte Strähne für Strähne des Kopfhaares bei guter Beleuchtung durchgekämmt werden und der Kamm in einem weißen Tuch abgestreift werden. Auf diesem Hintergrund heben sich die dunklen, zwei bis drei mm großen Tierchen gut ab.

Mit dem bloßen Auge sind die Plagegeister nicht gut erkennbar, da sie kleiner als ein Sesamkorn sind. Vor allem Schläfen, Nacken und der Bereich hinter den Ohren ist ein beliebter Aufenthaltsort für Läuse, bzw. auch Ablageort für deren Eier. Eine Laus hat eine Lebensdauer von rund 4 Wochen, Weibchen produzieren in dieser Zeit 150 bis 300 Eier. Wird nichts dagegen unternommen, vermehren sich die Kopfläuse immer munter weiter!

Hilfe, Kopflausbefall! Was nun?

Häufiges Haare waschen hilft weder gegen Lausbefall, noch beugt es diesem vor. Um den Läusen wirksam den Kampf anzusagen, braucht es weiterhin den Spezialkamm, Kopflausmittel aus Apotheke oder Drogerie. Auch eine Reihe wirksamer Hausmittel sind bekannt, eine nützliche Auflistung davon finden Sie in der kleinen Apotheke der Hausmittel von eurapon.

Wichtig bei der Behandlung von Kopfläusen ist auch Geduld von allen Beteiligten, denn mindestens acht bis zehn Tage wird die Behandlung dauern, bis alle Insekten beseitigt sind. Nach jeder Haarwäsche müssen die Strähnen wieder mit dem Spezialkamm kontrolliert werden.

Wenn Ihr Kind von Lausbefall betroffen ist, vergessen Sie nicht, auch sich selbst, Geschwister und andere enge Bezugspersonen auf Kopfläuse zu untersuchen.

Und ganz wichtig: Informieren Sie auf jeden Fall Kita/Kindergarten/Schule des betroffenen Kindes, damit rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.