Rohkost Schwarzwurzel

Die Schwarzwurzel – gesunder Winterspargel aus dem heimischen Garten

Zugegeben, ein optisches Highlight ist die Schwarzwurzel nicht gerade. Sie gehört zu den Korbblütengewächsen. Die Wiesenpflanze selbst wird rund einen Meter hoch und blüht gelb. Gegessen wird allerdings nur die 30 bis 50 cm lange Wurzel, welche, wie der Name schon sagt, über eine schwarz-braune Rinde verfügt. Was man mit der Schwarzwurzel nun genau anstellen kann, ob sie auch gesund ist und vor allem, ob man sie roh essen kann, erfahren Sie hier im Rohkost-Ratgeber von eurapon.

Schwarzwurzeln: Aufwändige Vorbereitung, die sich lohnt

Bevor die Schwarzwurzel verzehrt werden kann, muss sie geschält werden. Die Schale schmeckt bitter, und ihre Konsistenz ähnelt der von Kork. Dabei sollten Sie unbedingt beachten, dass der austretende klebrige Milchsaft Hände und Kleidung unansehnlich verfärbt. Um dies zu vermeiden, sollten Sie die Hände entweder mit Olivenöl einreiben oder mit Handschuhen schützen. Die Schwarzwurzel schälen Sie am besten mit einem Sparschäler unter fließendem Wasser. Legen Sie sie anschließend in Zitronenwasser oder kaltem Wasser ein, sonst verfärbt sich die nun weiße Wurzel durch Oxidation rasch wieder schwarz. Falls Sie nicht vorhaben, die Schwarzwurzel als Rohkost zu genießen, können Sie sie auch mit einer Bürste von den Erdresten befreien und in Salzwasser dämpfen. Die Schale lässt sich anschließend problemlos entfernen.

Nun haben wir es bereits vorab verraten: Ja, die Schwarzwurzel kann auch roh gegessen werden. Am schmackhaftesten ist die Zubereitung als Salat, gerieben mit einigen Spritzern Zitronensaft und gemischt mit Joghurt oder saurer Sahne. Wenn Sie noch Meerrettich hinzugeben, bekommt die Schwarzwurzel etwas Würze. Ihr Eigengeschmack ist nussig, leicht süßlich mit ein wenig erdigem Beigeschmack. Auch wenn sie Winterspargel genannt wird, hat sie geschmacklich mit dem Spargel nichts gemeinsam.

Nicht nur die Zubereitung, auch die Ernte der Schwarzwurzeln ist aufwändig, da sie vorsichtig mit einer Gabel per Hand aus dem Boden gestochen werden müssen, damit ihre Schale nicht verletzt wird. Auch beim Kauf sollten Sie auf festes, unverletztes Gemüse achten, denn sonst drohen rasches Austrocknen und Geschmacksverlust. Im Kühlschrank halten sich Schwarzwurzeln, eingeschlagen in ein Küchentuch, bis zu zwei Wochen im Gemüsefach frisch.

Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten für die Schwarzwurzel

Bereits im 16. Jahrhundert war die Schwarzwurzel in Südeuropa, vor allem in Spanien, bekannt. Damals wurde sie allerdings als Heilpflanze genutzt, um mit ihr Schlangenbisse zu kurieren. Seit dem 17. Jahrhundert hat die Schwarzwurzel ihren Weg in die Küche gefunden. Die heutigen Hauptanbaugebiete liegen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Auf dem heimischen Markt erhalten Sie Schwarzwurzeln in der Saison von Oktober bis April.

Ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Küche sind sehr vielseitig: Neben dem rohen Genuss kann die Schwarzwurzel als Beilage gegart oder überbacken werden. Die gegarten Wurzelstangen können auch püriert zu einer schmackhaften Suppe verarbeitet werden. Auch als Risotto verarbeitet oder als Belag einer Tarte können Schwarzwurzeln mit ihrem Geschmack punkten.

Die Schwarzwurzel ist jedoch nicht nur vielseitig, sondern auch gesund: Neben Erbsen und Bohnen sind sie nämlich am nährstoffreichsten unter den Gemüsesorten. Besonders reichlich ist ihr Gehalt an Kalzium und Phosphor, außerdem enthalten sie die Vitamine B1, B2, B3, C und E und sind wahre Ballaststoffbomben. Hervorzuheben ist hier der lösliche Ballaststoff Inulin, der Darmbeschwerden wie Verstopfung entgegenwirkt. Inulin bindet Wasser, macht den Stuhl geschmeidig und dient als Nahrung für nützliche Darmbakterien.

Außerdem enthalten Schwarzwurzeln Mangan, welches die Leber bei ihrer entgiftenden Tätigkeit unterstützt. Das enthaltene Kalium wirkt entwässernd, außerdem hilft es gemeinsam mit Vitamin B1 bei der Stärkung der Nerven. Wer unter Stress und Einschlafproblemen leidet, sollte es deshalb einmal mit einer Portion Schwarzwurzeln am abendlichen Speiseplan versuchen.

In den Wechseljahren ist der Verzehr von Schwarzwurzeln vor allem deshalb empfehlenswert, weil das enthaltene Kupfer dabei hilft, die Knochen stark zu halten. So wird das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose gesenkt.