Haustiere machen glücklich

Darum machen Haustiere glücklich

Diejenigen unter uns, die ein Haustier haben, werden es bestimmt bestätigen: Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist meistens sehr innig, sie sind Freunde, Seelentröster und gelten oft als Familienmitglied.

Kopfschüttelnd betrachten wir, wie der Hund sich schwanzwedelnd wie verrückt freut, wenn wir die Wohnung wieder betreten, obwohl wir nur kurz den Müll runtergebracht haben. Das beruhigende Schnurren einer friedlich auf dem Schoß zusammengerollten Katze macht uns manchen Kummer und Schmerz erträglicher. Der Graupapagei bringt uns zum Lachen, wenn er versucht, Heidi Klum zu imitieren.

Warum binden wir uns an Tiere?

Unser Haustier mag uns, wie wir sind. Egal wie wir aussehen, wie viel wir verdienen, ob wir erfolgreich sind oder nicht – „sein“ Mensch wird geliebt und nach Möglichkeit beschützt (dass ein Goldfisch gewisse Probleme hat, dies zum Ausdruck zu bringen, muss man ihm nachsehen). Das macht die Beziehung zwischen Mensch und Tier oftmals einfacher und angenehmer als die zwischenmenschliche.

Wir nutzen die Fähigkeiten unseres Haustiers für unsere Lebensführung. Der Hund passt auf unser Grundstück auf und schlägt an, wenn er Eindringlinge bemerkt. Mit dem Pferd können wir tolle Ausritte unternehmen. Ein paar Hühner sorgen für unsere Frühstückseier.

Unser Tier erfüllt unser Bedürfnis, Schutz und Zuneigung zu geben. Vor allem wird dies bemerkbar, wenn eine Partnerschaft ungewollt kinderlos ist, oder ein Kind verstirbt. Für diese Tierhalter wird der Vierbeiner oftmals als Kindersatz angesehen.

Es gefällt uns, die Gelehrigkeit unserer Haustiere zu nutzen. Mit dem Hund Agility-Training zu machen, ein Fummelbrett für die Katze zu basteln, dem Papagei Wörter und Melodien beizubringen. Eine gewisse Freude an der Dominanz spielt sicher manchmal eine Rolle.

Wie wirken Tiere?

Grundsätzlich kann man drei Ebenen unterscheiden, auf denen Haustiere eine positive Wirkung auf den Menschen zeigen. Aber diese Wirkung ist keine einseitige. Auch die Haustiere benötigen für ihre Entfaltung sowie ihr Wohlempfinden Pflege und Zuneigung. Das fängt beim richtigen Futter an, erstreckt sich über das Vorhandensein einer Haustierapotheke bis hin zur Haltung.

Physische Wirkung

In vielen Tests wurde bestätigt, dass das Streicheln von Tieren zu einer Senkung von Blutdruck und Atemfrequenz führt, Herzfrequenz und Puls regulieren sich, sogar Cholesterinspiegel und Kreislauf stabilisieren sich.

Durch die Interaktion mit einem Haustier werden aber auch einige interessante biochemische Prozesse in Gang gesetzt, unter anderem die Ausschüttung des „Kuschel- und Vertrauenshormons“ Oxytocin. Ein erhöhter Oxytocinspiegel sorgt dafür, dass wir uns ruhig und ausgeglichen fühlen, Konflikte gelassener nehmen und weniger aggressiv sind. Außerdem werden auch Endorphine und Dopamine freigesetzt, was uns heiterer stimmt und eventuelle Schmerzen stillt. Da man diese Wirkung nun zur Genüge kennt, sind auch in Seniorenheimen immer öfters Tiere erlaubt. Denn auch bei Senioren gilt, dass Tiere oft die beste Medizin sind! Außerdem verbessert das Streicheln der Tiere die Motorik, und die Muskulatur wird entspannt. Zu guter Letzt sorgt ein Tier dafür, dass auch Stubenhocker unter Umständen Freude an Bewegung und Spaziergängen finden, was sich natürlich auch in einem verbesserten körperlichen Befinden widerspiegelt.

Übrigens: Wenn Sie mehr über Wirkung von Endorphinen, Dopamin und Co. erfahren möchte, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zum Thema „die 4 Botenstoffe des Glücks“.

Psychische Wirkung

Wie bereits angesprochen, fördert der Kontakt mit unserem Haustier unser geistiges Wohlbefinden auf vielen Ebenen: Wir werden akzeptiert, geliebt, getröstet und ermutigt. Unser Tier braucht uns – sein Leben lang. Wir müssen Verantwortung übernehmen, Krisen bewältigen, wenn das Tier krank ist, dadurch steigert sich aber auch Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Soziale Wirkung

In erster Linie ist unser Tier unser Gefährte und vertreibt Einsamkeit und Isolation. Wir spüren Nähe, Wärme und Körperkontakt, wir haben „Leben“ um uns. Manchen Menschen hilft ein Tier, Empathie zu empfinden und mehr Respekt vor der Natur zu haben.

Wenn man Single ist und diesen Zustand satt hat, ist ein Hund die perfekte Möglichkeit, dass sich etwas ändert. Einer Umfrage zufolge wurden 77 % der Hundehalter häufiger angesprochen, wenn sie mit ihrem (freundlichen, gut erzogenen) Vierbeiner unterwegs waren.