Rohkost Bohnen dürfen nicht roh gegessen werden

Bohnen als Rohkost – Finger weg!

Allein in Deutschland gibt es 100 verschiedene Bohnensorten: Grüne Bohnen, Kidneybohnen, Brechbohnen und weiße Bohnen sind bekannte Vertreter ihrer Art. Weitere wichtige Anbaugebiete neben Europa sind Ostasien und Mexiko. Die Bohnenstauden werden in Busch- oder Stangenbohnen, sowie Prunk- oder Feuerbohnen unterschieden.

Bohnen lassen sich vielseitig zubereiten und sind äußerst gesund. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes dürfen sie vor allem bei Vegetariern und Veganern nicht auf dem Speiseplan fehlen. Allerdings gibt es bei der Zubereitung etwas zu beachten, denn rohe Bohnen lösen Vergiftungsreaktionen aus.

Bohnen richtig zubereiten

Das Einsatzgebiet für Bohnen ist schier unerschöpflich: Als Beilagengemüse, Suppe oder Salat kann überall auf Bohnen zurückgegriffen werden. Was wäre Chili con Carne ohne Bohnen, und auch ein leckeres Stück Fleisch oder Fisch wird perfekt ergänzt mit Bohnen im Speckmantel.

Bohnen werden bei uns im Freiland von Mai bis Oktober angebaut und sind in jeder Gemüseabteilung erhältlich. Als Tiefkühlware oder Import aus anderen Ländern gibt es sie auch das restliche Jahr über zu kaufen. Kidneybohnen oder dicke Bohnen gibt es meistens getrocknet oder in der Dose zu kaufen. Wenn Sie Bohnen frisch kaufen, sollten Sie diese bald verarbeiten, da sich Bohnen im Kühlschrank nur rund 2 Tage halten. Haben Sie aber mehr Bohnen zur Verfügung, als Sie essen können, ist es kein Problem, diese einzufrieren.

Bohnen dürfen nicht roh verzehrt werden!

Das Einzige, was Sie bei der Zubereitung von Bohnen nicht außer Acht lassen dürfen, ist die Tatsache, dass sie gekocht werden müssen. Schon drei bis zehn grüne Bohnen sorgen für schwerwiegende Vergiftungserscheinungen bei einem Erwachsenen. Es kommt zu Erbrechen, Krämpfen, Durchfällen bis hin zum Kollaps.

Schuld daran ist das Zucker bindende Eiweiß Phasin, es bindet sich an die roten Blutkörperchen und kann sie zum Verklumpen bringen. Ebenfalls kann es an der Darmwand haften bleiben, und dort zu Schäden führen. Eine größere zugeführte Menge Phasin kann den Darmzotten sogar irreparablen Schaden zuführen.

Da das Phasin aber temperaturempfindlich ist, heißt die Lösung, einfach kochen, und zwar für rund 15 Minuten. Dann können Sie sicher sein, dass das Phasin unschädlich gemacht wurde. Bei Wokgerichten, wo die Garzeit oft kürzer ist, können Sie die Bohnen vorab bereits ein wenig vorgaren. Roh gegessen werden sollte übrigens gar keine Bohnensorte. Schütten Sie auch das Wasser weg, in dem Sie die Bohnen gekocht (blanchiert) haben. Bei Bohnen aus der Dose entfällt dieser Vorgang, die sind nämlich dann schon vorgekocht.

Was macht Bohnen so gesund?

Der Nährwert der Bohnen hängt natürlich davon ab, um welche Sorte es sich handelt und wie sie verarbeitet worden sind. Bohnen aus der Dose haben natürlich bereits ein wenig von ihrem Nährwert eingebüßt.

Bohnen enthalten eine Menge an Mineralstoffen (Magnesium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen…), Vitamine (A, C, E, Provitamin A, und diverse B-Vitamine), sowie Ballaststoffe. Eine Portion Bohnen deckt 20 % unseres Tagesbedarfs an Ballaststoffen.

Für unsere Gesundheit bedeutet das unter anderem, dass Bohnen viele Antioxidantien enthalten. Das heißt, sie gehen besonders intensiv auf die Jagd nach freien Radikalen und schützen unsere Zellen vor oxidativen Schäden. Diese Wirkung hilft unter anderem dabei, Krebszellen zu verhindern.

Es gibt auch Ergebnisse einer 7 Jahre dauernden Studie aus Japan, wo nachgewiesen wurde, dass der Verzehr von Ballaststoffen einen großen Einfluss darauf hat, ob jemand an Darmkrebs erkrankt. Eine ähnliche Studie wurde auch mit 90.000 Probandinnen zum Thema Brustkrebs durchgeführt.

Bohnen – schwer verdaulich?

Manche Menschen scheuen den Verzehr von Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen oder Erbsen aufgrund des Sprichwortes „jedes Böhnchen ein Tönchen“. Damit sind Verdauungsprobleme in Form von Blähungen gemeint, die durch die Gasbildung bei der Zersetzung von Oligosaccharinen entstehen. Hier können Sie aber Abhilfe schaffen: Weichen Sie die Bohnen vor dem Kochen mehrere Stunden in Wasser ein. Außerdem hilft es, Gewürze zu verwenden, die einen positiven Einfluss auf Verdauungsbeschwerden haben, wie z.B. Kümmel, Anis, Koriander oder Fenchel.

Eine Übersicht über viele weitere Obst- und Gemüsesorten finden Sie in unserem Rohkost-Ratgeber und die Antwort auf die Frage, welche Sorten Sie roh essen dürfen.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog