Sollte ich bei einer Erkältung zuhause bleiben?

Bei einer Erkältung zu Hause bleiben?

Zwei bis fünf Erkältungen pro Jahr stuft das Deutsche Grüne Kreuz bei Erwachsenen als normal ein. Nach etwa einer Woche ist die klassische Erkältung abgeklungen. Die Frage, die sich viele stellen ist, ob sie in dieser Zeit lieber zuhause das Bett hüten sollen oder ob Sie die Erkältung am Arbeitsplatz einfach aushalten sollten.

Arbeiten oder nicht arbeiten?

Erhebungen zufolge geht jeder zweite Arbeitnehmer auch mit Erkältung zur Arbeit. Oft ist sogar der Arbeitsplatz der Ort der Ansteckung. Wer in Kindergärten und Schulen tätig ist, gilt als besonders gefährdet. Aber auch umfangreicher Kundenkontakt, wie an der Supermarktkasse oder in einem Hotel, erhöht das Risiko, sich anzustecken. Nach jeder erneuten Infektion der Arbeit fernzubleiben, wird sich kaum realisieren lassen. Bei der Entscheidung zwischen Krankmeldung und Arbeit spielt auch die Beanspruchung im Job eine wichtige Rolle. Wenn Sie in einem Call-Center arbeiten und täglich unzählige Telefonate absolvieren, riskieren Sie bei Heiserkeit ernste Gesundheitsschäden. Sollten Sie starke körperliche Arbeit leisten, ist der Reizhusten ebenfalls zu belastend. Das gilt übrigens auch, wenn Sie unter einer Grunderkrankung leiden, die sich unter einer Erkältung verschlimmern kann. Dazu gehören vor allem Herz- und Lungenerkrankungen. Immer zu Hause bleiben sollten Sie bei Fieber.

Kollegen schützen – Ansteckung vermeiden

Wer berufstätig und erkältet ist, steckt in einem Dilemma. Einerseits möchte niemand seine Kollegen anstecken, andererseits gibt es eine Menge zu tun, was sonst andere erledigen müssen. Das Risiko der Ansteckung ist tatsächlich hoch. Erkältungen werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Erreger fliegen daher beim Niesen oder Husten mehrere Meter weiter. Sie befinden sich aber auch auf den Händen des Erkrankten und werden von dort auf andere übertragen. Gelangen sie auf die Schleimhäute und ist das Immunsystem gegen diese Viren nicht gewappnet, erkrankt der nächste Mitarbeiter. Besonders ansteckend sind die ersten Tage der Erkältung.  Die Dauer der Ansteckungsgefahr hängt aber vom eigenen Immunsystem ab. Wer also ein schwaches Immunsystem hat, das den Erreger nicht schnell genug bekämpfen kann, ist auch länger für andere ansteckend.

Kurze Auszeit kann genügen

Jeder Arbeitnehmer muss selbst entscheiden, ob er arbeitsfähig ist oder nicht. Bei Erkältungen ist es zumeist die Mattigkeit, die den Betroffenen zu schaffen macht. Ein bis zwei Tage Pause können dann schon Wunder wirken. Wer abgeschlagen ist, bringt keine angemessene Leistung und wird zudem fehleranfällig. Die kurze Auszeit sollte dann aber auch gründlich für die Erholung genutzt werden. Tee, Wasser und leichte Suppen unterstützen den Organismus.

Krank zur Arbeit – Was gibt es zu beachten?

Halten Sie sich von Kolleginnen und Kollegen fern, die Probleme mit dem Immunsystem haben, sofern das bekannt ist. Husten und Niesen Sie nicht in den freien Raum. Diese Tipps schützen:

Wer das Pech hat, sich im Hochsommer zu erkälten, riskiert bei Klimaanlagen ohne Luftaustausch mit der Außenwelt eine rasante Verbreitung der Erkältungsviren. In solchen Fällen ist es wirklich besser, zu Hause zu bleiben.

Betriebsgesundheit ist ein wichtiges Thema

Sollten in Ihrem Unternehmen Erkältungen regelmäßig um sich greifen, stellt sich die Frage, ob Maßnahmen erforderlich sind, um die Betriebsgesundheit zu verbessern. Möglicherweise sind die Lüftungsanlagen sanierungsbedürftig. Vielleicht gibt es aber auch Optimierungsbedarf bei der Temperaturregulierung. Auch Abstand zwischen den Mitarbeitern kann die Ansteckungsgefahr mindern, falls die Arbeitsprozesse das zulassen.

Eine weitere Maßnahme dient der Prävention. Junge und innovative Unternehmen setzen auf Fitnessprogramme und Obst am Arbeitsplatz. Freier Zugang zu Mineralwasser und vitaminreiche Kost in den betriebseigenen Kantinen, tragen außerdem zu einer verbesserten Gesundheit bei. Nicht geeignet sind Boni für Mitarbeiter, die weniger krankfeiern als andere.