Auslandspraktikum Erfahrungsbericht von Celine

Auslandspraktikum in England – Ein Interview mit Celine

Unsere Auszubildende Celine hat für drei Wochen an einem Auslandspraktikum in einem Betrieb in England teilgenommen. Wir haben nachgefragt, welche Erfahrungen sie sammeln konnte.

Wer sponsert das Auslandspraktikum?
Das Auslandspraktikum läuft über die Organisation „Bildung im Ausland“ und dem EU-Projekt „Erasmus +“

Liverpool

Liverpool von oben

In welchem Zeitraum bist du geflogen?
Ich bin im Zeitraum vom 17.06.2018 bis 07.07.2018 (3 Wochen) nach England, Liverpool geflogen.

In welchem Betrieb hast du dein Praktikum gemacht und musstest du diesen selber aussuchen?
Mein Praktikum habe ich im Modegeschäft „Resurrection“  absolviert.
Der Betrieb wurde mir von der Organisation zugewiesen, für den ich online eine Bewerbung anfertigen musste.
Bevor das Praktikum losging, gab es ein Treffen mit dem Chef des Betriebes. Wir haben die Arbeitszeiten abgemacht und abgesprochen, dass ich wegen meiner Ausbildung Einblicke in die Büroarbeit bekomme.

Wie waren deine Arbeitszeiten?
Die erste Woche hatte ich von Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr Schule. Dienstag und Donnerstag hatten wir eine Stunde Pause und um 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr nochmal Unterricht.
Die restlichen zwei Wochen habe ich montags bis donnerstags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr gearbeitet und freitags von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Dazu gehörten auch eine Stunde Pause.

Was waren deine Tätigkeiten?
Bei mir gab es keinen geregelten Arbeitsablauf.
Am ersten Tag hab ich dem Chef im Büro über die Schulter geschaut.
Wir haben ausgewertet, welche Kleidungsstücke von bestimmten Marken am meisten verkauft werden und neue Bestellungen aufgegeben.
Ich musste dem Chef Kaffee und Tee servieren und den Müll raus bringen.
Die nächsten Tage hab ich direkt im Geschäft gearbeitet und die Kleidungsstücke richtig gefaltet, Lieferscheine mit der gelieferten Ware verglichen, Barcodes und Preisschilder an die Kleidungsstücke angebracht, Kleidungsstücke gebügelt und im Shop nach Farbe und Kleidungsstück aufgehängt. Zwischendurch habe ich im Büro geholfen, indem ich Rechnungen ausgedruckt und eingeheftet habe.

Im City Centre waren wir häufig essen und shoppen.

Wo wurdest du untergebracht und wer hat deine Verpflegung gezahlt?
Ich wurde in einem Studentenwohnheim untergebracht, dass „Liberty Atlantic Point“ heißt.
Die Verpflegung mussten wir komplett selber übernehmen. Die einzigen Sachen, die in unsere Küche aufzufinden waren, waren zwei Pfannen, ein Topf und Geschirr/Besteck für die Anzahl an Personen, die in diesem Flur gewohnt haben, ein Toaster, eine Mikrowelle und ein Wasserkocher.
Wir hatten nicht einmal eine Toilettenbürste oder Seife in unseren Badezimmern.

Wie war die Vorbereitung auf das Auslandspraktikum?
Bevor es ins Ausland geht, muss man etwa zwei Monate vor Abflug eine Online-Bewerbung und ein Lebenslauf ausfüllen, einen Englisch-Online-Test machen und 4 Wochen vor Abflug jeden Samstag in einen Englischvorbereitungskurs gehen. Der Englischvorbereitungskurs ging von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr und an einem bestimmten Tag von 9:00 Uhr bis ca. 15:30, weil ab 13:00 Uhr eine Mitarbeiterin von „Bildung im Ausland“ kam und uns Informationen über unseren Betrieb, Unterkunft etc. gegeben hat.

Was war in England anders im Vergleich zu Deutschland?
Die Arbeit in England im Vergleich zu Deutschland ist wesentlich entspannter. Die Mitarbeiter arbeiten nicht im Zeitdruck sondern lassen sich Zeit. Es wirkt so, als wenn es nicht tragisch ist, wenn man nicht alle Aufgaben am Tag erledigt. Auf Sauberkeit wird auch recht wenig geachtet.
Am Betrieb hat mir am meisten die Arbeit mit den Arbeitskollegen gefallen. Die waren jeden Tag gut drauf und haben mich viel mit in Ihren Gesprächen und Aufgaben integriert.

Liverpool School of English

Liverpool School of English

An Liverpool gefiel mir die Freundlichkeiten der Einwohner.
Die haben sich für alles entschuldigt und dir sofort geholfen, wenn du gefragt hast, wo du zum Beispiel einen Laden, deine Arbeit oder dein Studentenwohnheim findest. Die Stadt war super schön und wir haben durch unsere Schule viele neue Leute aus der ganzen Welt kennengelernt.
Die Schule hieß „Liverpool School of English“ und wir haben die besucht, um unsere Englischkenntnisse aufzubessern und/oder aufzufrischen und die Sitten in England/Liverpool kennenzulernen. Wir hatten normalen Englischunterricht wie in deutsche Schulen, nur alles auf Englisch.

Was mir überhaupt nicht gefallen hat war, dass alles dort super teuer ist, das Wasser nach Chlor riecht und schmeckt und dass hauptsächlich nur die Burger dort geschmeckt haben. Wir hatten also keine große Auswahl an Essen, außer wenn wir selber gekocht haben. Auch da musste man erst ausprobieren, weil zum Beispiel das Fleisch nicht so geschmeckt hat wie hier in Deutschland.

Bierkeller

Bierkeller – Hier haben wir die WM geschaut.

Wurden deine Erwartungen an den Austausch erfüllt?
Meine Erwartungen wurden zum Teil erfüllt. Ich habe mir die Schule schwerer vorgestellt, gedacht, dass wir längere Arbeitszeiten haben und dass die Arbeit an sich genauso ernst genommen wird wie hier.

Zum Schluss hin fand ich gut, dass wir in der Schule als Gruppe getrennt wurden, damit wir mit der englischen Sprache vertrauter werden und dadurch mehr Leute kennenlernen konnten.
Genauso gefiel mir, dass wir nach der ersten Woche weiterhin mit der Schule Ausflüge unternommen, Abende in Bars verbracht und Fußball im Bierkeller (entspannte Kneipe) geschaut haben.

Ich würde das Auslandspraktikum jeden empfehlen, der gerne im Ausland ist, die englische Sprache und das Essen mag und die Kultur, Arbeitsabläufe etc. kennenlernen möchte.

Das Auslandspraktikum ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. 🙂