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Schlafwandeln - gefährliches Phänomen

Schlafwandeln (Somnambulismus) kommt nicht selten vor und meist stecken keine ernsteren Ursachen dahinter. Dafür ist es jedoch gefährlich. Schlafwandler verlassen das Bett und laufen in der Wohnung umher oder sie verlassen sie sogar. Doch wie kommt es dazu und was steckt dahinter? Was passiert dabei im Körper und gibt es Behandlungsmöglichkeiten? Diese Fragen werden nachfolgend erläutert.

Was bedeutet Schlafwandeln genau und ist es eine Schlafstörung?

Bei Schlafwandlern wird der Schlafprozess durch einen plötzlichen Vorgang oder ein Ereignis unterbrochen. Sie verhalten sich meist oberflächlich, als seien sie wach. Üblicherweise beginnt es damit, dass sie sich aufrichten und sogar Sätze sagen können. Sie bewegen sich anschließend meistens gerade aus, auch dann, wenn der Weg zu Ende ist. Daraus resultiert das Risiko einer Absturzgefahr. Daher ist es wichtig, dass der Betroffene in einer gefährlichen Umgebung behutsam gesteuert wird, sodass er wieder ins Bett findet. Die meisten Schlafwandler belassen es zum Glück bei geringfügigen schlafwandlerischen Aktionen, sie dauern meist nur wenige Minuten, sehr selten bis zu einer Stunde. Das Schlafwandeln gehört medizinisch gesehen zu den Schlafstörungen.

Was passiert dabei im Körper?

Der Schlafprozess wird durch Aufwachstörungen unterbrochen. Der Teil des Gehirns, der für die Bewegungsabläufe verantwortlich ist, wacht also auf. Der Betroffene erwacht jedoch nur halb und schlafwandelt. Andere Teile des Gehirns wiederum schlafen noch, beziehungsweise bleiben ausgeschaltet. Somit können zwar die Bewegungen ausgeführt werden, aber lediglich ohne die Kontrolle des Gehirns. Damit lässt sich erklären, warum die Schlafwandler herumlaufen, jedoch nicht ansprechbar sind. Zudem erinnern sie sich nicht an die nächtlichen Aktivitäten. Der Tiefschlaf soll bei Schlafwandlern weniger stabil sein, sodass sie eher auf Reize reagieren. Dies wird als Dysregulation des Tiefschlafs bezeichnet.

Welche Ursachen führen zum Schlafwandeln?

Wie die Aktivität genau ausgelöst wird, ist derzeit noch unbekannt. Es konnte beobachtet werden, dass Schlafwandeln in manchen Familien gehäuft auftritt, sodass genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Das Risiko, im Schlaf zu wandeln, ist bei Kindern von Betroffenen zehn Mal höher. Zudem wird vermutet, dass ein unreifes zentrales Nervensystem ebenso ein Auslöser sein könnte. Dies wäre eine Erklärung dafür, dass das Schlafwandeln oftmals bei Kindern auftritt und im Jugendalter meist von allein wieder aufhört.

Weitere mögliche Auslöser sind:

  • Stress
  • psychosoziale Belastungen
  • Schichtarbeit
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten
  • Konsum von Alkohol oder Drogen

Schlafwandeln kann auch aus Erkrankungen resultieren. Dazu gehören beispielsweise:

  • länger anhaltender Schlafmangel
  • Depressionen
  • Fieber
  • neurologische Störungen


Verschiedene Erkrankungen können durch eine Untersuchung, beziehungsweise eine Nacht im Schlaflabor erkannt oder ausgeschlossen werden, beispielsweise epileptische Anfälle und das Restless-Legs-Syndrom.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Schlafwandeln, das ab dem Kindesalter auftritt, verliert sich meist während der Pubertät. Wenn es bis zum Erwachsenenalter andauert oder dann erst beginnt, sollte ein Psychiater zu Rate gezogen werden. In diesem Fall weist das Schlafwandeln oftmals auf unverarbeitete psychische Konflikte hin. Bei den Erwachsenen lassen sich zudem häufig Persönlichkeitsmerkmale wie eine geringe Belastbarkeit oder ein niedriges Selbstwertgefühl nachweisen. Die Gründe können aber auch neurologische Störungen wie Epilepsie und das Restless-Legs-Syndrom sein. In diesen Fällen müssen die Grunderkrankungen behandelt werden, um das Schlafwandeln zu beseitigen. Gegebenenfalls kann auch eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein. Es sind vor allem Sicherungsmaßnahmen wie das vorsorgliche Schließen von Türen und Fenstern sowie das Verstecken der Haustürschlüssel. Eine medikamentöse Behandlung ist notwendig, wenn eine ernsthafte Gefahr für den Körper besteht, das Schlafwandeln ein normales Leben unmöglich macht und andere Lösungen erfolglos blieben.

Schlafwandeln vorbeugen

Schlafwandeln ist nicht heilbar, da es keine ursächliche Therapie gibt. Doch eine gute Schlafhygiene trägt zur Vorbeugung bei. Ein regelmäßiger und ausreichender Schlaf kann ein Schlafdefizit verhindern, welches das Schlafwandeln begünstigt. Entspannungsverfahren wie das Autogene Training können hilfreich sein, indem sie Stress abbauen. Im Allgemeinen sollten so wenig wie möglich äußere Reize vor dem Schlafen gehen einwirken. Schlafmangel und Stress können bei Personen, die zum Schlafwandeln neigen, gravierende Auslöser sein.