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Wenn der Reizdarm quält

Wenn der Reizdarm quält

Der Reizdarm ist keine eigenständige Erkrankung. Eine solche Diagnose besagt nur, dass der Darm besonders empfindlich reagiert und keine weiteren Hinweise vorliegen, die auf eine Erkrankung der Verdauungsorgane hinweisen.

Spricht der Arzt vom Reizdarmsyndrom, bestehen Symptome, wie Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen. In Deutschland leiden etwa 12 Millionen Menschen unter dem Reizdarm, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

Der Verlauf eines Reizdarmsyndroms

Wenn die Verdauung streikt

Frau hat Schmerzen

Die Medizin geht davon aus, dass bei dem Reizdarmsyndrom das Nervensytem des Darms die falschen Impulse senden, sodass die Darmbewegung gestört wird. Stress verstärkt die Symptome, kann aber auch alleinige Ursache der Empfindlichkeit des Darms sein. Für den Reizdarm gibt es zwei mögliche Verlaufsformen. Bei zu starken Kontraktionen des Darms wird der Nahrungsbrei zu schnell durch den Darm geleitet. Durchfall ist die Folge. Reagiert der Darm zu langsam, kommt es zu Verstopfung. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen Verstopfung und Durchfall einander abwechseln. Fast immer entstehen dabei Blähungen und Schmerzen.

Über die Ursachen des Reizdarms besteht Uneinigkeit: Möglich ist der Reizdarm als Folge einer Magen-Darm-Infektion, aber auch Probleme mit dem Immunsystem kommen als Ursache infrage. Eine weitere Möglichkeit ist, dass eine allgemein erhöhte Entzündungsneigung bei den Betroffenen die gesunde Darmfunktion stört.

Worauf man bei einem Reizdarm achten sollte

Nahrungsmittelunverträglichkeiten berücksichtigen

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können das Reizdarmsyndrom hervorrufen. Um der Unverträglichkeit auf die Spur zu kommen, empfiehlt sich eine Ausschlussdiät. Dabei sollten die Betroffenen bedenken, dass sich die Empfindlichkeit auch gegen Inhaltsstoffe richten kann, die sich in vielen Nahrungsmitteln befinden, wie Fruktose oder Laktose. Mit einer Ausschlussdiät lassen sich solche Unverträglichkeiten zumeist diagnostizieren. Dazu beginnt der Patient mit einem Nahrungsmittel, das er sicher verträgt. Mit jeder Mahlzeit wird ein weiteres Nahrungsmittel hinzugefügt. Speisen, auf die der Darm reagiert, sollten vorerst gemieden werden, bis der Darm sich erholt hat und über einen längeren Zeitraum keine Symptome mehr aufgetreten sind. Es ist möglich, dass sich die Reaktionen nicht mehr wiederholen. Ebenso kann die Empfindlichkeit auch ein Leben lang bestehen bleiben. Patienten mit Reizdarm reagieren vor allem auf  Milchprodukte, gezuckerte Säfte, stark gewürzte Gerichte, Limonade, fettes Fleisch, Süßigkeiten und Fertiggerichte empfindlich.

Behandlung von Reizdarm-Syndromen

Die erfolgreiche Behandlung des Reizdarms ist abhängig von der Ursache. Es genügt nicht, Medikamente einzunehmen und dabei schädliche Ernährungsgewohnheiten beizubehalten.

Mann hat Schmerzen

Es ist wichtig, die Faktoren zu finden, die die Symptome auslösen und sie zu meiden. Bei starken Beschwerden sind weitere Maßnahmen nötig. Tritt starker Durchfall auf, sollten die Betroffenen ausreichend Wasser trinken und die nächsten Mahlzeiten auslassen.  Länger anhaltender oder sehr starker Durchfall sollte durch Medikamente gestoppt werden. Ein bekannter Wirkstoff ist Loperamid, der in verschiedenen Arzneimitteln enthalten ist und den Darm beruhigt . Leidet der Betroffen hingegen unter länger andauernder Verstopfung, helfen abführende Medikamente. In leichten bis mittelschweren Fällen empfehlen sich außerdem  Mittel aus der Pflanzenheilkunde, wie Tees mit Kümmel, Fenchel oder Pfefferminze.

Homöopathie als Behandlungsmethode

Die  Homöopathie eignet sich ebenfalls zur Behandlung des Reizdarms. Durchfall mit starken Blähungen kann mit Arsenicum Album behandelt werden, wenn sich die Symptome durch Wärme bessern. Bei Durchfall durch Stress und nach übermäßigem Essen und Trinken (auch Alkohol) kann Nux Vomica Erleichterung bringen.
Verstopfung mit hartem Stuhl und Neigung zu Hämorrhoiden spricht auf Silicea an. Die Verstopfung mit stechendem Schmerz bei hartem, trockenem Stuhlgang, kann begleitend mit Bryonia therapiert werden. Eine solche Behandlung erfolgt jeweils in einer Tiefpotenz, wie der D 6 oder D 12 bis zu dreimal täglich. Vorsicht geboten ist bei länger anhaltenden Symptomen, die immer der ärztlichen Abklärung bedürfen.