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Reisekrankheit

Menschen, die auf einer Schiffsreise ständig erbrechen und sich tagelang elend fühlen, ein Kind, das während einer Autofahrt unter starker Übelkeit leidet - dahinter steckt die sogenannte Reisekrankheit. Sie wird durch für das Gehirn verwirrende Sinneseindrücke ausgelöst, die den Gleichgewichtssinn durcheinander bringen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Beschwerden die Reisekrankheit auslöst und welche Maßnahmen das Risiko für ein Auftreten der typischen Anfälle reduzieren können.

Definition und alternative Bezeichnungen

Die Begriffe Reisekrankheit und Bewegungskrankheit beschreiben alle menschlichen Reaktionen auf Beschleunigungen und Bewegungen in Fahrzeugen, die allgemeines Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Das in der medizinischen Fachsprache als Kinetose bezeichnete Beschwerdebild betrifft Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Je nachdem, in welchem Verkehrsmittel die Beschwerden auftreten, wird innerhalb der Kinetosen zwischen Flugkrankheit, Seekrankheit und Landkrankheit unterschieden. Bei vielen Menschen entwickeln sich die typischen Symptome im Rahmen einer sogenannten Pseudokinetose auch in modernen Kinosälen, in Flugsimulatoren oder als Folge optischer Reize durch Computerspiele.

Häufigkeit und Risikogruppen

Die Reisekrankheit ist ein weit verbreitetes Phänomen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere Krankheitssymptome entwickeln können, wenn sie in Fahrzeugen oder auf schwankenden Schiffen transportiert werden. Ob und in welcher Form Menschen unter der Reisekrankheit leiden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Da Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer, nehmen Wissenschaftler an, dass die Hormone eine wesentliche Rolle spielen. Dies erklärt, warum viele Frauen während einer Schwangerschaft oder unmittelbar vor und während der Menstruation, besonders empfindlich auf Bewegungen in Transportmitteln reagieren. Menschen, die unter Migräneanfällen leiden oder hohe Mengen an Alkohol konsumieren, zeigen ebenfalls eine erhöhte Anfälligkeit auf Kinetosen.
Während Babys bei Bewegungen in Fahrzeugen keinerlei Symptome entwickeln, leiden Kleinkinder und Kinder bis etwa zwölf Jahren besonders häufig unter der Reisekrankheit. Aus wissenschaftlich noch ungeklärten Gründen geht die Anfälligkeit ab einem Lebensalter von über fünfzig Jahren deutlich zurück.