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Läusebefall

Läuse nisten sich je nach Art auf dem Kopf, dem Körper oder in der Schambehaarung ein. Woran Sie die unscheinbaren Winzlinge erkennen, welche Risiken die Parasiten mit sich bringen und welche chemischen, physikalischen und mechanischen Mittel wirksam helfen, lesen Sie hier.

Was versteht man unter Läusebefall?

Unter Läusebefall, auch Pedikulose oder Pediculosis, versteht man den Befall der menschlichen Haut durch Läuse. Die kleinen, flügellosen Insekten ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Dabei spritzt das Tier Speichel in die Wunde und verhindert so, dass das Blut gerinnt. Die Abwehrreaktion des Körpers verursacht Juckreiz.

Welche Arten von Läusen gibt es?

Es gibt drei Arten von Läusen: die Kopflaus, die Filzlaus und die Kleiderlaus. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrem bevorzugten Lebensraum. Hier einige spezifische Eigenschaften der jeweiligen Art:

 

Kopfläuse

Filzläuse

Körper- oder Kleiderläuse

Wo sitzen Läuse?

Die 2 bis 4 mm große Kopflaus lebt auf dem menschlichen Kopf, vor allem am Hinterkopf oder hinter den Ohren. Bei massivem Befall weicht sie auf Bart- und Achselhaar aus.

Die 0,8 bis 2 mm große Filzlaus befällt vor allem das Schamhaar, aber auch das Brusthaar, Achselhaar sowie Bart, Augenbrauen und Wimpern.

Die 2,5 bis 4,8 mm große Körperlaus lebt nicht auf dem menschlichen Körper, sondern in Textilien, vornehmlich in den Nähten.

Die Eier/Nissen

Kopfläuse legen 90-140 ca. 0,8mm große Eier, und kleben diese mit einem Sekret an den Schaft der Haare, bis höchstens 1 cm von der Kopfhaut entfernt.

Filzläuse legen bis zu 200 rund 0,8 mm große Eier, die sie mit einem Sekret an den Schaft der Haare kleben.

Körperläuse legen bis zu 300 rund 0,8 mm große Eier, die sie an anliegenden Textilien oder Wäsche befestigen, vor allem an Kleidersäumen und –falten. 

Lebensdauer

Die Kopflaus lebt rund 20 bis 40 Tage. Auf Gegenständen, wie Mützen oder Kopfkissen überleben die Insekten in der Regel bis zu zwei Tage.

Die Filzlaus lebt rund 25 bis 30 Tage. Auf Textilien oder Laken überleben die Insekten in der Regel bis zu zwei Tage.

Die Körperlaus lebt in der Regel 30 bis 60 Tage. Ohne Wirt kann sie bis zu fünf Tage überleben.

Entwicklung

Die Kopflaus entwickelt sich in drei bis vier Wochen von der Eiablage über drei Larvenstadien zur adulten Laus. Nach sieben bis acht Tagen schlüpfen die Larven.

Die Filzlaus entwickelt sich in zwei bis vier Wochen über drei Larvenstadien zur adulten Laus.

Die Kleiderlaus entwickelt sich in drei bis vier Wochen über drei Stadien zur adulten Laus. Die Larven schlüpfen temperaturabhängig nach fünf bis 16 Tagen, bei unter 22 Grad Celsiuis gar nicht.

Wer wird befallen?

Kopflausbefall ist besonders bei Mädchen zwischen 5 und 11 Jahren anzutreffen. Prinzipiell kann aber jeder betroffen sein.

Besonders gefährdet für einen Filzlausbefall sind Menschen, die häufig ihren Sexualpartner wechseln.

Körperläuse befallen normalerweise nur Menschen, die sich wenig pflegen. Auch räumlich beengte Verhältnisse oder Obdachlosigkeit können den Befall befördern.

Ansteckung: Wie bekommt man Läuse?

Kopfläuse werden übertragen

  1. durch engen Körperkontakt
  2. durch befallene Gegenstände

Die Übertragung von Mensch zu Mensch durch Haar-zu-Haar-Kontakt ist die wahrscheinlichste Ansteckungsmethode. Denn die Tiere bleiben „ihrem“ Menschen in der Regel treu. Dauerhaft verlassen sie ihren Wirt nur, wenn sie problemlos auf einen anderen Kopf überwechseln können. Enge Kontakte, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergarten oder Schule, begünstigen die Verbreitung von dieser besonderen Form der Hauterkrankung: Weil Kinder beim Lernen, Spielen und Raufen die Köpfe zusammenstecken, krabbeln die Tierchen von einem zum anderen.
Daneben kann Kopflausbefall auch durch die gemeinsame Nutzung von Bürsten, Kämmen, Mützen etc. übertragen werden. Bis zu einem gewissen Grad können sogar statische Elektrizität oder der Wind Läuse vom Haar lösen.

Häufiges Vorurteil: Es gibt eine Verbindung zwischen Kopflausbefall und mangelnder Hygiene sowie niedrigem sozialen oder wirtschaftlichen Status.

Dies hat sich statistisch nicht bestätigt!


Filzläuse werden vor allem direkt von Mensch zu Mensch übertragen, durch engen Körperkontakt wie etwa beim Geschlechtsverkehr. Man kann sich auch auf indirektem Wege mit Filzläusen anstecken, wenn man Matratze, Bettwäsche oder Decken mit einer infizierten Person teilt. Auch Handtücher, Bettwäsche und Kleidung spielen eine Rolle. Deshalb können nicht nur Sexualpartner betroffen sein, sondern auch Kinder, die im gleichen Haushalt leben.

Kleiderläuse werden durch Körperkontakt und gemeinsam benutzte Kleidung beziehungsweise Bettwäsche übertragen. Seltene Kleidungswechsel begünstigen die Vermehrung von Kleiderläusen.