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Prostatavergrößerung

Die gutartige Prostatavergrößerung, alternativ noch als "benignes Prostatasyndrom", "BPH" oder "benigne Prostatahyperplasie" bezeichnet, tritt ausschließlich bei Männern und meist im gehobenen Alter auf. Das Vorkommen dieser Erkrankung ist deshalb auf das männliche Geschlecht beschränkt, weil nur männliche Säugetiere eine Prostata vorweisen. Bei einer Vergrößerung kommt es bei Betroffenen zu einer Vielzahl verschiedener Beschwerden. Speziell bei der Größe der Prostata ist zudem zwischen dem tatsächlichen Krankheitsbild und einer gewöhnlich, etwas größer geformten Prostata zu unterscheiden. Bei dieser verhält es sich praktisch nämlich ähnlich wie bei einer Nase oder einem Penis: sie kann sich in der Größe unterscheiden, weshalb eine Vergrößerung selber nicht zwingend direkt als Erkrankung zu werten ist. Um besser zu differenzieren, betrachten Mediziner vor allem die einzelne Bereiche der Prostata mitsamt deren Vergrößerung.

Was ist die Prostata eigentlich?

Bevor es um die Vergrößerung und damit die tatsächliche Erkrankung gehen soll, ist es für Männer wichtig, erst einmal zu erfahren, was die Prostata eigentlich ist und welche Aufgaben sie erfüllt. Sie wird in der Umgangssprache gern noch als "Vorsteherdrüse" oder schlicht als "Vorsteher" beziehungsweise "Vordermann" bezeichnet. Die Geschlechtsdrüse taucht bei allen Säugetieren männlichen Geschlechts auf, der Mann ist als Mensch hiervon nicht ausgenommen. Beim Menschen befindet sie sich ein wenig unterhalb der Harnblase und umkleidet zumindest zu Teilen die Harnröhre. Sie reicht bis zum Beckenboden und grenzt weiterhin an den Mastdarm. Ihre gewöhnliche Größe ist ungefähr auf die einer Kastanie bemessen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Mastdarm, lässt sie sich über den Enddarm ertasten und kann stimuliert werden. Das Ertasten dient sowohl dem diagnostischen Hintergrund, kann aber auch zu einer sexuellen Stimulation führen.

Die Prostata setzt sich aus ungefähr 30 bis 50 einzelnen Drüsen zusammen und ist unter anderem für die Produktion von Sperma verantwortlich, weshalb sie zur Fortpflanzung ein unabdingbares Organ darstellt. Das Sekret, welches diese einzelnen Drüsen absenden, vermischt sich bei einer Ejakulation mit den eigentlichen Spermien und macht ungefähr ein Drittel des Spermas aus. Während die Vagina von Natur aus sauer ist, bildet das Sekret gewissermaßen das Gegenstück dazu: es sorgt dafür, dass die Spermien nicht sofort absterben, hat also eine schützende Funktion auf diese. Sie spielt außerdem eine Rolle bei der Blutversorgung und Lymphdrainage. Aufgrund der Möglichkeit, die Prostata über Berührung zu stimulieren, wird sie umgangssprachlich noch als "der männliche G-Punkt" bezeichnet. Wird die Prostata stimuliert, kann ein Orgasmus hervorgerufen werden, welcher sich vom klassischen Orgasmus phallischer Art erheblich unterscheidet.

Allgemeine Beschreibung der Prostatavergrößerung

Die BPH ist eine gutartige Vergrößerung der eben erklärten Prostata. Als "gutartig" wird diese Erkrankung deshalb bezeichnet, weil es zwar zu einem unnatürlichen Wachstum kommt, dieses aber nicht so unnatürlich und aggressiv ausfällt, wie es beispielsweise beim Krebs der Fall ist. Das zusätzliche, sich vermehrende Gewebe wächst zwar, greift aber nicht auf andere Organe über und hat auch keinen Organausfall zur Folge. Zugleich bilden sich keine Metastasen, wie das beim Prostatakrebs zutrifft. Zwischen diesem und der Prostatavergrößerung muss also eine deutliche Differenzierung erfolgen. Die BPH gilt nicht als eine Form des Krebses und ist auch keine Vorstufe von diesem. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Betroffene deshalb frei von Beschwerden bleiben. Die Symptome solch einer BPH können den Alltag erschweren und mitunter eine operative Behandlung notwendig machen, sind ansonsten aber relativ unbedenklich. Betroffene stellen sich auf diese meistens sehr gut ein.

Kommt es zu solch einer Vergrößerung, lassen sich Veränderungen deutlich am Gewicht der Prostata selber festmachen. Wiegt diese in einem gesunden, gewöhnlichen Zustand etwa 20 bis 25 Gramm, steigt das Gewicht bei einer deutlichen Prostatavergrößerung auf teilweise bis zu 150 Gramm an. Betroffen sind vor allem Männer im hohen Alter, das Risiko steigt also erheblich mit dem Lebensalter an. Das bedeutet nicht, dass jüngere Menschen nie an einer BPH erkranken können. Das Risiko steigt aktuellen Studien zur Folge bereits ab dem 35. Lebensjahr an, im Alter von ungefähr 50 bis 60 Jahren sind bereits rund 20 Prozent aller Männer von einer Prostatavergrößerung betroffen. Die Intensität und Häufigkeit der Symptome korreliert ebenfalls mit dem Lebensalter. Eine Prostatavergrößerung hat nicht zwingend direkt spürbare Symptome zur Folge. Männer haben mitunter eine unnatürliche Vergrößerung, bleiben von Symptomen aber erst einmal verschont. Sie stellen sich dann erst später ein, wenn die Vergrößerung weiter fortschreitet.

Die Symptome im Überblick

In welcher Form zeigt sich die BPH und wie erkennt man sie?

Die Symptomatik einer Prostatavergrößerung zeigt sich vor allem in Verbindung mit der Harnblase. Die häufigsten Symptome treten deshalb bei der Entleerung der Blase oder beim Halten des Urins auf. Sowohl das Wasser zu halten als auch das Wasser zu entleeren kann also Probleme bereiten. Beides schließt sich nicht gegenseitig aus und kann daher parallel zueinander auftreten. Die folgenden Symptome können Ihnen helfen, eine Prostatavergrößerung zu identifizieren. Sie treten aber nicht exklusiv bei dieser auf und können daher die Folge anderer Erkrankungen sein. Deshalb sollte man sich an den Symptomen auch nur orientieren, Gewissheit kann immer erst eine ärztliche Untersuchung geben.

  1. Besonders häufig klagen betroffene Männer über eine Störung beim Entleeren der Harnblase, vor allem ist es zuweilen schwierig, mit dem Wasserlassen zu beginnen. Der Harnstrahl ist oft schmaler und geschwächt, weshalb das Urinieren länger als gewöhnlich beansprucht. Ein weiteres Zeichen für eine Störung der Harnblasenentleerung ist das lästige Nachtröpfeln, wenn nach dem Urinieren noch einige Tropfen aus der Harnröhre abgegeben werden und dann in der Unterwäsche landen. Zudem werden mitunter mehrere Versuche innerhalb von kurzen Abständen notwendig, um die Blase vollständig zu entleeren. Speziell in dieser Phase kommt es häufiger vor, dass Betroffene zwar Wasser gelassen haben, sich aber nach wie vor nicht vollständig entleert fühlen und ein "Restharngefühl" verbleibt.

  2. Störungen in der speichernden Funktion einer Harnblase sind ebenfalls sehr häufig und für Betroffene oft noch lästiger. Männer müssen dann häufiger auf die Toilette, teilweise schon für kleinere Mengen Harn, obwohl die menschliche Blase eigentlich in der Lage ist, 250 bis 500 ml "Wasser" abzuspeichern, bevor ein Toilettengang nötig wird. Mitunter tritt dieser vermehrte Harndrang mehrfach in der Nacht auf, weshalb das Durchschlafen zur Unmöglichkeit wird. Da Betroffene so weniger lang und weniger häufig in die Tiefschlafphase übergehen, fühlen sie sich am nächsten Tag mitunter kraftlos, erschöpft oder verspüren weitere sekundäre Symptome, wie beispielsweise eine generelle Abgeschlagenheit, starke Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Wird der Urin unfreiwillig abgesondert, weil die Blase nicht mehr genügend Kraft besitzt, diesen zurückzuhalten, spricht man von einer Dranginkontinenz. Statt lediglich zu spüren, dass ein Toilettengang nötig wird und das dann zurückzuhalten, sondert die Blase eigenständig kleine bis mittelgroße Mengen an Harn ab. Diese Inkontinenz kann zu weiteren seelischen Belastungen und starken Einschränkungen im Alltag führen.

Aufgrund dieser Funktionsstörungen der Blase und der Harnentleerung sind weitere Symptome denkbar. Wenn beispielsweise häufiger Restharn in der Blase verbleibt, weil dieser nicht komplett abgesondert wird, steigt das Risiko von weiteren Blaseninfekten und Blasensteinen. Erektionsprobleme sind insgesamt seltener, können sich bei einer Prostatavergrößerung aber ebenfalls einstellen. Viele Männer können zudem eigenständig feststellen, dass sie weniger Ejakulat als üblich pro Orgasmus absondern. Mitunter ist diese Abnahme sehr deutlich.

Wenn Mann muss, aber nicht kann

Eine weitere Komplikation und Symptom zugleich ist der akute Harnverhalt. Bei diesem können Männer die Blase nicht mehr entleeren, obwohl sie definitiv gefüllt ist und zugleich ein Harndrang verspürt wird. Diese Überdehnung der Blase kann zu starken Schmerzen führen, zugleich wird in der Regel eine medizinische Betreuung notwendig, in dem Betroffenen ein Katheter gelegt wird. So lässt sich der Harn durch den kleinen Plastikschlauch absondern, auch wenn die Blase ihn nicht eigenmächtig abgeben kann. Der akute Harnverhalt ist insgesamt eher selten der Fall. Häufiger ist jedoch, dass sich der Harnverhalt nicht einstellt, dafür aber eine Überdehnung der Blase stattfindet. Dadurch erfolgt die Restharnbildung langsam und schleichend, teilweise sogar unbemerkt, bis sie in einen chronischen Zustand übergegangen ist. Die Folge könnte Überlaufinkontinenz und Harnträufeln sein. Dann führt der Harnstau dazu, dass sich der Harn seinen Weg zurück durch den Harnleiter bahnt und teilweise bis zu den Nieren reicht, was wiederum einen schädigen Effekt auf diese hat. Sekundär können so weitere Symptome durch die beschädigten Nieren ausgelöst werden.

 

Welche Ursachen sind für eine Prostatavergrößerung verantwortlich?

Obwohl im gehobenen Alter rund 20 Prozent aller Männer an einer Prostatavergrößerung leiden, sind die exakten Ursachen dafür nach wie vor nicht genau erforscht.

Forscher haben zwar Vermutungen und wissen teilweise, warum die gutartige BPH ausgelöst wird, kleinere Puzzleteile fehlen aber weiterhin. Eine zentrale Rolle nehmen wohl die Hormone ein. So ist quasi belegt, dass ein spezielles Hormon (das Dihydrotestosteron), welches aus dem männlichen Sexualhormon "Testosteron" produziert wird, maßgeblich für die Entstehung solch einer BPH verantwortlich sein könnte. Zudem ist nicht auszuschließen, dass das Erkrankungsrisiko erheblich ansteigt, wenn in der Familie bereits bekannte Prostatavergrößerungen vorlagen. Die Erkrankung kann also zumindest zu Teilen genetisch vererbt werden.

Umstritten ist als Ursache das sogenannte "metabolische Syndrom". Dieser medizinische Fachbegriff bezeichnet eine Kombination von beispielsweise Diabetes mellitus, diversen Fettstoffwechselstörungen, ein starkes und krankhaft bedingtes Übergewicht sowie einen zu hohen Blutdruck. Einige Studien haben in diesem Zusammenhang Vergrößerungen der Prostata festgestellt, während aber andere Studien diese Erkenntnisse nicht reproduzieren konnten. Deshalb ist sich die Medizin nach wie vor ungewiss, ob das metabolische Syndrom tatsächlich in die Prostatavergrößerung einwirkt, ob es lediglich ein weiterer Risikofaktor ist oder mit der Erkrankung in keinem Zusammenhang steht. Ob die BPH mit der Ernährung zusammenhängt, wird ebenfalls vermutet, konnte bis heute aber nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Dieser Umstand wird weiterhin erforscht.

Die Forschung hat bereits festgestellt, dass das Gewebe der Prostata entzündet ist, wenn eine Prostatavergrößerung vorliegt. Dennoch besteht offenbar kein Zusammenhang zwischen verschiedenen Bakterien, die solch eine Infektion auslösen könnten. Deshalb wird davon ausgegangen, dass mitunter das Immunsystem für die Entzündung verantwortlich sein könnte. In diesem Fall würde das Immunsystem, aus bisher unbekannten Gründen, so irritiert werden, dass es die Prostata angreift und eine entzündliche Reaktion auslöst, welche dann wiederum in einer Prostatavergrößerung resultiert. Auch hier befindet sich die Wissenschaft aber noch im Anfangsstadium, eindeutige Ergebnisse und Studien fehlen oftmals oder aber deren Ergebnisse wurden (noch) nicht reproduziert.

Fest steht aber schon, dass die ständig wachsende Prostata nicht direkt als Erkrankung zu werten ist. Vom Kindheitsalter bis zur Pubertät wächst diese auf ihre vorläufige Größe an, das Wachstum wird dann erst ab dem 25. Lebensalter fortgesetzt. Während sie bis zur Pubertät sehr schnell wächst, verläuft das Wachstum danach nur noch sehr langsam. Diese kontinuierliche Vergrößerung der Prostata ist ein normaler Umstand des Alterns und tritt bei jedem Menschen auf. Unterscheiden kann sich die Geschwindigkeit, mit der sich die Prostata vergrößert, aber dennoch von Mann zu Mann. Wissenschaftler haben im Zuge der Ursachenforschung weitere Vermutungen hinsichtlich zusätzlicher Risikofaktoren. Es wird vermutet, dass übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum ein Risikofaktor sein könnte, ein deutliches Übergewicht wird in diesem Zusammenhang ebenfalls näher betrachtet. Hier fehlen aber erneut zweifelsfrei belegbare Ergebnisse dieser Studien. Deshalb wird von der Medizin vorläufig davon ausgegangen, dass eine wachsende Prostata schlicht Teil des Alterns ist und zwangsweise stattfinden muss, auch wenn sich dadurch Probleme einstellen können.

Häufigkeit einer Prostatavergrößerung bei Männern

Anders als in der Ursachenforschung, existieren zur Häufigkeit bereits eindeutige Ergebnisse. Männer unter 40 Jahren haben nur ausgesprochen selten eine unnatürlich vergrößerte Prostata, noch seltener treten in direktem Zusammenhang damit spürbare Probleme auf. Im Alter von 50 bis 59 steigt die Wahrscheinlichkeit einer Prostatavergrößerung bereits auf 20 Prozent an. Durch den natürlichen Wachstumsprozess der Prostata, steigert sich die Häufigkeit fortan immer weiter. Männer jenseits der 70 sind besonders häufig davon betroffen. Hier sprechen Studien von ungefähr 70 Prozent aller Männer, bei denen eine Prostatavergrößerung festgestellt werden kann und welche im Regelfall auch einzelne oder mehrere Symptome auslöst.

Wie wird eine Prostatavergrößerung beim Arzt festgestellt?

Mehr zu den Untersuchungen und der Diagnostik

Wird eine Prostatavergrößerung vermutet, muss der Arzt hier verschiedene diagnostische Methoden ausschöpfen, um Abgrenzungen zu anderen Erkrankungen an den Nieren oder speziell der Blase treffen zu können. Zudem muss festgestellt werden, dass es sich tatsächlich um eine gutartige Prostatavergrößerung handelt und nicht etwa um den viel gefährlicheren Prostatakrebs. Teilweise können einzelne Untersuchungen nicht zweifelsfrei nachweisen, dass es sich um eine BPH handelt. Die Diagnostik erfolgt deshalb im Zusammenschluss aus mehreren Befunden und Untersuchungen, welche erst als Gesamtbild eine deutliche Abgrenzung ermöglichen - allen voran zu Erkrankungen an der Blase, welche oftmals ähnliche oder gar identische Symptome auslösen können.

Im Zuge dessen wird zuerst eine Anamnese erhoben. Der Arzt wird Sie nach den genauen Beschwerden fragen und Ihre Krankengeschichte erfassen. Operative Eingriffe, medikamentöse Behandlungen und mögliche Erkrankungen in der Familie werden dabei ebenfalls festgehalten. Das ist deshalb notwendig, weil operative Eingriffe beispielsweise in einer Verengung der Harnröhre resultieren könnten, Erkrankungen wie Diabetes den Harndrang beeinflussen oder weil Medikamente teilweise ebenfalls zu einer Störung der Blase führen. All das muss im Zuge der Anamnese festgehalten, diagnostisch erfasst und dann ausgeschlossen werden, um später tatsächlich eine BPH festzustellen.

Die wichtigste aller Untersuchungen ist die sogenannte digital-rektale Untersuchung, die im Fachjargon mit "DRU" abgekürzt wird. Der Arzt führt seinen Finger in den Mastdarm und ertastet da direkt die Prostata, um so festzustellen, ob diese vergrößert ist. Normalerweise ist die Prostata, auch vergrößert, noch sehr glatt und elastisch. Beim Prostatakrebs wird sie hingegen steinhart. So kann eine Abgrenzung zwischen der BPH und dem Prostatakrebs vollzogen werden. Für den Erfolg und die Aussagekraft einer solchen Untersuchung ist die Erfahrung des Mediziners unabdingbar, schließlich muss dieser allein durch das Abtasten feststellen, ob sie vergrößert ist. Die Untersuchung ist deshalb nie zweifelsfrei objektiv. Sie liefert aber eine erste Orientierung für den behandelnden Arzt. Die Funktionalität des Schließmuskels, mögliche Nervenausfälle und Reflexe lassen sich ebenfalls mit physischen Untersuchungen überprüfen.

Indem der Urin und das Blut untersucht werden, lassen sich weitere Erkrankungen ausschließen. Der Urin wird auf Infekte überprüft - bei einer BPH liegt kein unmittelbarer Infekt vor. Weiterhin erfasst das analysierende Labor den PSA-Wert, welcher bei Prostatakrebs meist erhöht ist. Das Blutbild gibt außerdem Aufschluss darüber, ob eventuell Erkrankungen an den Nieren vorliegen. Hierfür werden sogenannte "Retentionsparameter" eingesetzt. Der Harn kann zudem über die Harnstrahlmessung untersucht werden. Patienten müssen hierfür in einen Trichter inklusive diverser Sensoren urinieren, welcher dann den Druck und Harnfluss angibt. Diese Untersuchung wird häufig eingesetzt, da sie sehr kostengünstig und effizient ist.

Über einen Ultraschall lässt sich die Größe der Prostata ebenfalls feststellen. Zudem kann der Ultraschall Restharnmengen erfassen. Weiterhin werden so Blasensteine und andere Erkrankungen teilweise ausgeschlossen. Üblicherweise erfolgt diese Ultraschalluntersuchung ebenfalls rektal. Der transrektale Ultraschall liefert ein besseres Bild und hilft bei der diagnostischen Erfassung weiterer Faktoren. Die Restharnmenge lässt sich aber auch über einen Ultraschall am Bauch feststellen. Mediziner haben noch einige weitere, seltener genutzte Verfahren zur Auswahl, um eine BPH zu diagnostizieren und zugleich andere Erkrankungen auszuschließen. Sie werden weniger häufig genutzt, teilweise weil sie sehr umständlich oder sehr teuer sind. Oftmals sind sie aber auch einfach nicht notwendig, weil die bisher genannten Verfahren bereits eine eindeutige Diagnose zulassen.

Wie lässt sich eine Prostatavergrößerung medikamentös behandeln?

Nicht immer ist es notwendig, eine Vergrößerung tatsächlich zu behandeln. Operative Verfahren spielen hier erst einmal keine Rolle, denn die klassische Behandlung erfolgt über Medikamente.

Eine leichte Vergrößerung, die den Betroffenen Beschwerden leichten bis mittleren Ausmaßes bereitet, wird über diverse Medikamente behandelt, die oftmals in Kombination zueinander verschrieben werden. Das Medikament Tamsulosin wird besonders häufig eingesetzt, vor allem wenn Probleme beim Wasserlassen vorliegen, da es eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur erzielt. Zu einer Operation kommt es erst bei einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome. Bei dieser lässt sich Prostatagewebe entfernen oder gezielt zerstören. Operationen sind immer das letzte Mittel, da sich viele Beschwerden durch Medikamente, Beckenbodentraining zur Stärkung der Muskulatur oder durch pflanzliche Mittel in den Griff bekommen lassen. Speziell im hohen Alter, wo die Prostatavergrößerung immer häufiger ausgeprägt ist, ist eine Operation zudem mitunter ein zu großes Risiko.

Alpha-Blocker werden ebenfalls häufig genutzt. Sie haben eine entspannende Wirkung und können deshalb den Harnfluss begünstigen. Auf die eigentliche Größe der Prostata haben sie aber keine Auswirkung. Klassisch wurden Alpha-Blocker vor allem zur Absenkung des Blutdrucks verwendet. Deshalb ist nicht verwunderlich, dass diese mitunter einen unerwünschten Nebeneffekt auf das Herz-Kreislauf-System einnehmen. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Schwellungen an den Schleimhäuten sind denkbar. 5-Alpha-Reduktasehemmer blockieren das gleichnamige Enzym. Dadurch wird das natürliche Wachstum der Prostata gehemmt, mitunter tritt sogar ein schrumpfender Effekt ein. Das wiederum kann einen positiven Effekt auf die Symptome bei einer BPH hervorrufen. Teilweise kann das aber bis zu einem Jahr dauern. Viele Betroffene schrecken deshalb vor 5-Alpha-Reduktasehemmern zurück, weil sie oftmals einen Rückgang der Körperbehaarung und sogar Impotenz mit sich bringen können.

Verträglicher sind meist Phosphodiesterase-Hemmer (PDE-Hemmer), die ganz ähnlich wirken, sich aber sogar noch positiv auf eine eventuell schon existente Impotenz auswirken. Die erektile Dysfunktion tritt häufig bei einer Prostatavergrößerung auf, weshalb PDE-Hemmer dann direkt zweifach einen positiven Effekt erzielen. Anticholinergika werden seltener eingesetzt. Sie können zwar den imperativen Harndrang reduzieren, im Falle einer fortgeschrittenen BPH aber genau das Gegenteil bewirken. Ihr Einsatz muss deshalb sehr individuell abgewägt werden.

Kann eine Prostatavergrößerung auch homöopathisch behandelt werden?

Pflanzliche Behandlungen sind vor allem für die langfristige Therapie gut geeignet, wobei ihre medizinische Wirksamkeit nicht immer zweifelsfrei nachgewiesen ist. Häufig greifen solche, in der Apotheke frei verkäuflichen Präparate, auf Extrakte der Brennnesselwurzel oder der Sägepalmenfrüchte zurück. Kürbiskerne gelten ebenfalls als empfehlenswert, sowohl in der Prophylaxe als auch der spezifischen Behandlung. Die afrikanische Pflaume und Roggen sind ebenso häufig genutzte Wirkstoffe. Üblicherweise sind pflanzliche Mittel immer sehr risikoarm, weshalb sie sich vor allem in den frühen Stufen einer Prostatavergrößerung sehr gut zur Behandlung eignen. In Deutschland ist eine Behandlung über Homöopathie erlaubt, in den USA hingegen verboten. Grund ist die Befürchtung, dass Betroffene eher zu pflanzlichen Wirkstoffen greifen, deren Effekt nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann und die mitunter keinerlei Langzeitwirkung erzielen. So würde eine klassische Behandlung der BPH ausgesetzt oder verzögert werden.
Die pflanzlichen Medikamente können einer BPH nicht direkt vorbeugen, es ist aber möglich, dass sie damit verbundene Symptome zurückhalten, indem beispielsweise die Muskulatur der Blase gestärkt wird. Allgemein existieren keine klassischen Behandlungen, um einer Vergrößerung der Prostata generell vorzubeugen, da diese im Alter zwangsweise wächst. Werden Mittel zur Prophylaxe genutzt, geht es also primär darum, die Symptomatik zu verbessern.

Wenn nichts mehr hilft: Welche Möglichkeiten für operative Eingriffe bestehen?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Operation immer das letzte Mittel der Wahl und sollte soweit wie nur möglich verhindert werden. Operative Verfahren werden nur bei sehr stark ausgeprägten Symptomen oder einer rapiden Verschlechterung in Erwägung gezogen. Der Standard unter den operativen Verfahren heißt "TURP". Dafür wird ein kleines Röhrchen in die Harnröhre geführt, welches über eine Metallschlinge und eine kleine Kamera verfügt. Mit Hilfe von elektrischem Strom lässt sich nun Stück für Stück Gewebe der Prostata kontrolliert abtragen. Das TURP-Verfahren ist stetig weiterentwickelt worden, weshalb Nebenwirkungen und Komplikationen nur noch ausgesprochen selten auftreten.

Alternativ kann TUIP (transurethrale Inzision der Prostata) genutzt werden. Bei diesem Verfahren wird kein Gewebe abgetragen, stattdessen wird der Freiraum zwischen Blasenhals und Prostata so vergrößert, dass die Harnröhre mehr Platz hat. TUIP wird gern eingesetzt, wenn die Prostata noch nicht stark vergrößert ist. Ein weiteres modernes Verfahren erfolgt über einen Laser. Laserverfahren wie ILC oder HoLEP zerstören gezielt einzelne Gewebepartien der Prostata. Bedingt durch den Einsatz eines Lasers, kann diese Behandlung sehr schonend und präzise erfolgen. Das Verfahren ist aber relativ neu, weshalb es noch sehr teuer ist und viele Ärzte keine oder nur wenige Erfahrungen vorweisen können.

Eine offene Operation wird seltener genutzt und birgt weitere Risiken. Sie wird genutzt, wenn die Prostata bereits eine beachtliche Größe erreicht hat. Der behandelnde Chirurg wird dann die Blase öffnen und die Prostata durch diese hindurch entfernen. Unter den operativen Verfahren, ist das wiederum das letzte Mittel der Wahl.

Wie geht man mit einer Prostatavergrößerung am besten um?

Anhand von diesem Artikel wurde bereits festgestellt, dass sich die Prostata bei jedem Mann mit der Zeit vergrößert. Dennoch herrscht speziell bei Männern noch immer ein Schamgefühl vor, wenn es um die Erkrankungen geht, die in direktem Zusammenhang zum eigenen Geschlechtsorgan stehen. Betroffenen ist es oft peinlich, häufiger auf die Toilette gehen zu müssen oder da etwas länger als andere Männer oder Frauen zu benötigen. Die Lebensqualität kann zudem durch die oben genannten Symptome eingeschränkt werden, vor allem wenn sich diese schon mit einer gesteigerten Frequenz und höheren Intensität zeigen. Eine Einschränkung der Libido ist nicht zwingend zu erwarten, falls doch, können Männer diese nach Absprache mit ihrem Arzt separat angehen. Beim Sport oder in der Freizeit bestehen keine Einschränkungen. Ganz im Gegenteil, das Körpergerüst und speziell den Beckenboden zu stärken, kann sogar zu einer Linderung der Symptome führen.

Oftmals hilft es einfach schon, wenn man sich offen mit der Erkrankung auseinandersetzt. Die Symptome gehören für viele Männer fest zum Prozess des Alterns und sind deshalb kein Grund zur Scham. Wenn man mit diesem Thema offen umgeht, wird die Lebensqualität zumindest etwas verbessert, da der psychologische Druck abfällt. Dennoch ist es allgemein ratsam, sich entsprechend abzusichern. Durch die genannten homöopathischen Mittel kann man der Vergrößerung und den Symptomen entgegenwirken, auch medikamentöse Behandlungen versprechen Linderung. Viele operative Verfahren sind mittlerweile absolute Routine und können ebenfalls zur Behandlung genutzt werden. Zuletzt sollten Männer, speziell bei der Prophylaxe, immer auch den Verlauf der Erkrankung im Auge behalten und zudem Prostatakrebs über entsprechende Vorsorgeuntersuchungen ausschließen. Die erste Vorsorge ist bereits ab einem Alter von 35 Jahren zu empfehlen. Bei einer Historie in der Verwandtschaft oder ersten Symptomen kann diese natürlich eher erfolgen.