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Keuchhusten - unterschätzte Kinderkrankheit

Das Bakterium Bordetella pertussis verursacht zunächst recht bekannte und unspektakulär erscheinende Beschwerden wie einen Schnupfen oder Heiserkeit. Allerdings hat es die Infektion in sich, denn Keuchhusten kann für Kinder ebenso lebensbedrohlich sein wie für Erwachsene. Wenn Sie mit den Bakterien konfrontiert werden, ist eine Ansteckung sehr wahrscheinlich. Deshalb ist es wichtig, eine Impfung vorzunehmen und die Auffrischung des Schutzes nicht zu vergessen. Dabei sollten alle Familienmitglieder einbezogen werden. Denn geimpfte Jugendliche oder Erwachsene ohne Symptome können die Krankheit dennoch weiterreichen, wenn sie den Erreger in sich tragen.

Infektionskrankheit, ausgelöst durch den Bordetella pertussis

Keuchhusten wird umgangssprachlich auch als Stickhusten bezeichnet und oft fälschlicherweise den Kinderkrankheiten zugeordnet. Wenngleich häufig junge Menschen betroffen sind, können sich Erwachsene in allen Lebensphasen ebenso anstecken und schwer erkranken. In dem Fachbegriff und dem volksmündlichen Ausdruck stecken bereits Hinweise zu den typischen Eigenschaften und Beschwerden. Starke Hustenanfälle prägen den Verlauf der Krankheit, an denen die Betroffenen zu ersticken scheinen. Final münden die Attacken in einem markanten Keuchen.

Das Schlüsselelement ist das Bordetella pertussis. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das sich auf den Menschen spezialisiert hat und demnach bei Tieren nicht vorkommt. In der Regel wird es mittels einer Tröpfcheninfektion von einem Erkrankten auf weitere Personen übertragen. Kennzeichnend für den Erreger ist, dass er sich in den Atemwegen, Bronchien sowie der Luftröhre ansiedelt und vermehrt. Problematisch ist nicht das Bakterium selbst, sondern das Pertussis-Toxin. Diese gesundheitsschädliche Substanz ist eine Begleiterscheinung des Vermehrungsprozesses. Von diesem Gift werden vornehmlich die Schleimhäute angegriffen und zerstört. Darüber hinaus wird das benachbarte Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. Unter anderem lassen sich so die kräftigen Hustenanfälle erklären, die zu den zentralen Symptomen und Beschwerden gehören.

Außerdem wird das Immunsystem bei der Infektion geschwächt. Deshalb ist es nicht unüblich, dass der Keuchhusten weitere schwerwiegende Erkrankungen provoziert. Vor allem in der Summe führen die körperlichen Belastungen, die über mehrere Wochen und Monate anhalten, manchmal zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen mit bleibenden Schäden oder tödlichen Konsequenzen. Umso eklatanter ist das hohe Ansteckungsrisiko, bei dem feuchte Atemluft für die Übertragung genügen kann. Wenn keine Impfung vorliegt, ist bei rund achtzig Prozent der Betroffenen eine Erkrankung vorprogrammiert. Medizinische Studien dokumentieren die Häufigkeit von Keuchhusten-Fällen in den herbstlichen und winterlichen Monaten. Das bedeutet jedoch nicht, dass in den anderen Jahreszeiten kein Risiko besteht.

Seit Jahrhunderten gefürchtete Kinderkrankheit

Vergleichsweise gehört der Keuchhusten zu den Krankheiten, die recht spät in der Medizingeschichte auftauchen. Dennoch handelt es sich nicht um ein Novum, da erste Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert stammen. Beispielsweise verfassten der französische Arzt Guilleaume Baillou (1578) und der deutsche Mediziner Friedrich Hoffmann (1730) ausführliche Beschreibungen des Keuchhustens. Von einer dokumentierten Epidemie war im 17. Jahrhundert England betroffen. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte Stickhusten in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für einen Kindstod. Anzutreffen ist die Krankheit heute nahezu weltweit, die sich vermutlich von Europa aus verbreitet hat. Allerdings sind Länder in Asien oder Afrika noch immer weniger betroffen als europäische oder nordamerikanische Regionen.

Bereits vor einiger Zeit wurde ein Impfstoff gegen Keuchhusten entwickelt und seit Anfang der 1990er Jahre gehört die vorausschauende Maßnahme zu den Standardimpfungen. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass in der Gegenwart die Fälle wieder zunehmen. Laut den Daten des Robert-Koch-Instituts waren 2013 rund 12.600 Personen von der Krankheit betroffen. Im Jahr 2016 wurden bereits 22.000 Patienten verzeichnet. Hierzu zählten drei Säuglinge, die aufgrund der Infektion verstarben. In der Regel sind die Eltern sehr gewissenhaft, so dass neun von zehn Schulkindern geimpft sind. Allerdings wird später häufig die Auffrischung vergessen, wodurch der Impfschutz nur noch bedingt gegeben ist. So fungieren vor allem ungeschützte Erwachsene als Überträger, die keine Beschwerden bemerken und dennoch von dem Bakterium betroffen sind. Außerdem werden angesichts der bemerkenswerten Fortschritte in der Medizin die Risiken bei klassischen Kinderkrankheiten wie Keuchhusten unterschätzt und gleichzeitig die Therapiemöglichkeiten zu hoch eingestuft.

Meldepflichtige Krankheit mit hoher Ansteckungsgefahr

Problematisch ist bei Keuchhusten, dass die Krankheit als sehr ansteckend eingestuft wird. Dies gilt vor allem im ersten Stadium, in dem die diffusen Symptome und mäßigen Beschwerden häufig einer Erkältung ähneln. Hinzu kommt, dass der Verlauf bei vielen Erwachsenen aus verschiedenen Gründen oft milde ist und somit die Erkrankung nicht bemerkt wird. Erst ungefähr sechs Wochen nach den ersten Symptomen ist die Ansteckungsgefahr definitiv gebannt, wenn keine ärztliche Behandlung erfolgt. So ergeben sich günstige Voraussetzungen für Epidemien, die für einige Betroffene schwerwiegende Folgen haben.

Hochinfektiös bedeutet, dass winzige Tröpfchen von körperlichen Sekreten eine bemerkenswerte Zahl an Krankheitserregern enthalten können. Die Substanzen gelangen zum Beispiel beim Niesen oder Husten in die Atmosphäre und belasten so die Luft. Beim Einatmen nehmen andere Personen die Bakterien auf und können sich anstecken. Da sich Krankheiten mit einer Tröpfcheninfektion auch über Besteck oder Gläser verbreiten können, ist die gemeinsame Nutzung durch mehrere Personen kritisch zu bewerten. Dass intime Interaktionen wie das Küssen zu der Übertragung von Stickhusten führen können, liegt auf der Hand.

Die verhältnismäßig flinke Übertragung und die hohe Ansteckungsgefahr sind nicht nur für die vorbeugenden Maßnahmen relevant. Angesichts der teils schwerwiegenden Verläufe haben sich die Verantwortlichen im Jahr 2013 für eine bundesweite Meldepflicht entschieden. Laut dem Infektionsschutzgesetz müssen die zuständigen Behörden nicht nur bei akuten Erkrankungen und bei Todesfällen informiert werden. Bereits der Verdacht und der Nachweis eines Erregers, der bei den Betroffenen keine Beschwerden ausgelöst hat, sind anzeigepflichtig. Deshalb gehört es zu den unerlässlichen Aufgaben von Ärzten und sämtlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen, bei Fällen von Keuchhusten umgehend das Gesundheitsamt einzubeziehen. Da die deutliche Mehrheit der nicht geimpften oder immunisierten Personen beim Kontakt mit dem Bakterium an Keuchhusten erkrankt, sind diese strikten Regeln nachvollziehbar. Die Behörden werden zwar bei gemeldeten Fällen aktiv und informieren zum Beispiel Gemeinschaftseinrichtungen, in denen die erkrankten Personen regelmäßig präsent waren. Dennoch ist es sinnvoll, wenn Sie gegebenenfalls den Kindergarten, die Schule oder den Arbeitgeber von der diagnostizierten Keuchhusten-Infektion sofort in Kenntnis setzen.

Klassischer Verlauf bei einer Keuchhusten-Infektion

Zwischen der Konfrontation mit dem Bakterium Bordetella pertussis und dem Ausbruch der Krankheit können sieben bis zwanzig Tage ins Land ziehen. Aufgrund der recht langen Inkubationszeit lässt sich kaum erahnen, wann und wo es zu der Infektion gekommen ist. Noch eindrucksvoller ist die Dauer der Erkrankung, die sich über mehrere Wochen und Monate ziehen kann. Bei einem klassischen Verlauf werden drei Stadien unterschieden, die für die Betroffenen mit jeweils typischen Beschwerden verbunden sind.

Harmlos erscheinendes Anfangsstadium bei Keuchhusten

Für den Verlauf, die Diagnostik und die Prognose ist es unvorteilhaft, dass der Keuchhusten harmlos beginnt. Das Niesen und Schnupfen legt eine Erkältung nahe. Bestens bekannte Symptome wie erhöhte Temperatur und leichter Husten gesellen sich hinzu. Da sich die häufig überschaubaren Beschwerden über rund zwei Wochen ziehen, denken viele Betroffene auch an eine Grippe. Außerdem fühlen sich die Kinder oder Erwachsenen etwas müde und kraftlos. Manchmal kommt es in der ersten Phase zu Bindehautentzündungen. Da schwerwiegendere Anzeichen ausbleiben, werden die Symptome in der Regel mit Hausmitteln gemildert und nicht mit der Kinderkrankheit in Verbindung gebracht. Unglücklicherweise ist das Ansteckungsrisiko in dieser Einstiegsphase, die Mediziner als Stadium catarrhale bezeichnen, sehr hoch.