Zahnungshilfen

Zahnungshilfen, das Zahnen erleichtern

Die Zeit des Zahnwechsels ist anstrengend und auch fordernd für Kleinkinder und deren Eltern. Für die Kinder, weil das Zahnen oftmals mit Schmerzen, Fieber und Unwohlsein verbunden ist, und die Eltern, weil sie nicht wissen, wie sie ihrem Kind helfen sollen. Etwa ab dem sechsten Lebensmonat geht es mit den ersten Zahnspitzen los, und bis sich 20 Milchzähne ihren Weg gebahnt haben, dauert es seine Zeit. Der Zahnungsprozess ist sehr individuell, und es besteht kein Grund zur Besorgnis, wenn es bei Ihrem Kind länger oder kürzer dauert, bis die ersten Zähnchen erscheinen.

Der Vorgang des Zahnens lässt sich zwar nicht beschleunigen, aber mit einigen Hilfsmitteln erleichtern, und die wichtigsten haben wir hier für Sie gesammelt.

Zahnungshilfen zum Beißen

Beliebt ist in dieser Zeit alles, worauf das Baby herumkauen kann. Wenn auch noch ein Kühlungseffekt hinzukommt, wirkt es zusätzlich schmerzlindernd.

Kühlbeißringe aus dem Fachhandel werden eine Weile in den Kühlschrank gelegt, nicht eingefroren. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf das Material, schädliche Weichmacher haben nichts im Mund Ihres Babys verloren. Die Füllung sollte aus Wasser oder Glucosesirup bestehen.

Wenn kein Beißring griffbereit ist, kann auch bissfestes Gemüse einen guten Beitrag leisten, beispielsweise Kohlrabi, Gurke oder Karotte aus dem Kühlschrank. Geben Sie Ihrem Baby die Gemüsestücke jedoch nur unter Aufsicht, sodass ein Verschlucken sofort bemerkt wird. Auch kaltes Apfelmus oder kalter Brei können ebenso verabreicht werden.

Ein kalter Waschlappen, getränkt mit Wasser oder kaltem Kamillentee, kann als Zahnungshilfe zum Kauen und Lutschen ebenfalls  angeboten werden. Tauschen Sie den Waschlappen jedoch regelmäßig aus, sodass er immer frisch und kühl ist, und nicht zur Keimschleuder wird.

Natürliche Zahnungshilfe: Veilchenwurzel

Eine natürliche, schmerzlindernde Zahnungshilfe aus der Natur ist die Veilchenwurzel. Ätherische Öle und Schleimstoffe werden freigesetzt, wenn das Baby darauf herumkaut. Diese weisen mehrere positive Wirkungen auf: Sie wirken kühlend, schmerzstillend und leicht betäubend, außerdem wirkt der Veilchenduft tröstlich und beruhigend. Im Fachhandel gibt es eigene Schnullerketten mit Veilchenwurzel, damit die Zahnungshilfe immer griffbereit ist. Bitte seien Sie vorsichtig, wenn Sie selbst eine Veilchenwurzel an einer Schnur befestigen, und beachten Sie die mögliche Strangulationsgefahr.

Wir empfehlen die Wurzel regelmäßig auszukochen, da die Wurzelstücke sonst bakteriell belastet sein können.

Übrigens hat die Veilchenwurzel mit der Blume außer dem Namen nichts gemein, sie stammt nämlich vom unterirdischen Spross der Schwertlilie.

Ob Ihrem Baby diese Zahnungshilfe jedoch schmeckt, muss getestet werden. Der Eigengeschmack der Wurzel sagt nämlich nicht jedem Kind zu.

Spannungen lindern mit Zahnungsgel

Eine sanfte Massage des Zahnfleisches durch Ihren Finger lindert das Spannungsgefühl, dabei können Sie auch ein Zahnungsgel auftragen. Viele Produkte enthalten Kamille, um die Entzündung zu lindern, sowie schmerzstillende Wirkstoffe, säuglingsgerecht dosiert.

Homöopathie

Manche Eltern schwören durchaus auf die hilfreichen Minikügelchen, und ein Versuch ist es allemal wert: Chamomilla ist meistens das Mittel der ersten Wahl. Kommt Fieber hinzu, kann auch die Tollkirsche eingesetzt werden. Bei weinerlichen und sehr anhänglichen Kindern wird auch manchmal zur Küchenschelle geraten.

In den Apotheken ist auch ein Komplexmittel namens Osanit erhältlich, welches bei vielen Eltern beliebt ist.

Hautkontakt mit Bernsteinketten

Die meisten Kinderärzte halten nicht wirklich viel von der Wirkung, aber dennoch schwören viele Hebammen und Mütter darauf. Die Bernsteinkette dient allerdings nicht zum Kauen, sondern hier geht es um den Hautkontakt mit dem Bernstein, dem verschiedene Heilwirkungen nachgesagt werden. Als alleinige Zahnungshilfe ist es wahrscheinlich zu wenig, aber als unterstützende Maßnahme können Sie es durchaus testen. Achten Sie beim Kauf einer solchen Kette unbedingt darauf, dass die Kette für Babys gedacht ist, und der Verschluss dementsprechend sicher ist.

Kinderarzt aufsuchen

Bei großen Schmerzen und Fieber sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass keine anderweitige Erkrankung dahinter steckt. Mit ihm kann auch besprochen werden, ob und in welcher Dosierung dem Kind ein Schmerzmittel wie Paracetamol verabreicht werden darf.