Wenn der Atem im Schlaf aussetzt: Schlafapnoe

Eine Schlafapnoe ist eine Erkrankung, die mit kurzen Atempausen während des Schlafes einhergeht. Betroffene merken oftmals nicht, dass bei ihnen eine Schlafapnoe vorliegt – stattdessen ist es häufig der Partner, der die Atemaussetzer bemerkt. Einen Überblick über Ursachen, Symptome und Therapieformen für eine Schlafapnoe erhalten Sie hier.

Ursachen und Formen von einer Schlafapnoe im Überblick

Die Liste der möglichen Ursachen für die kurzen Atempausen im Schlaf ist lang – grundsätzlich unterscheiden Mediziner jedoch zwischen zwei verschiedenen Formen: der obstruktiven Schlafapnoe und der zentralen Schlafapnoe.

1. Obstruktive Schlafapnoe

Etwa 90 Prozent aller Betroffenen leiden unter einer obstruktiven Schlafapnoe. Bei dieser Form sendet das Gehirn zwar die notwendigen Befehle an die Atemmuskulatur. Der Widerstand in den Atemwegen ist jedoch zu groß und die Kraft genügt nicht, um Luft zu holen. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen:

  • Übergewicht
  • anatomische Besonderheiten (große Mandeln, weit zurückliegender Unterkiefer)
  • Schlaf in Rückenlage
  • verstärkte Muskelentspannung (durch Alkohol, Medikamente, Schlafmittel)

Die Atmung setzt aus, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt ab und Blut und Gewebe reichern sich mit Kohlenstoffdioxid an. Sobald ein kritischer Grenzwert erreicht ist, löst der Körper einen Alarm aus und verstärkt seine Bemühung, Luft zu holen, schlagartig. Der Betroffene holt plötzlich tief Luft und die Atmung läuft bis zum nächsten Atemstillstand normal weiter.

2. Zentrale Schlafapnoe

In zehn Prozent aller Fälle liegt eine zentrale Schlafapnoe vor. Die Ursache liegt hier im Gehirn: Das Nervensystem sendet keine Befehle und die Atemmuskulatur bleibt kurzzeitig inaktiv. Das Gehirn reagiert erst dann wieder, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen kritischen Wert sinkt. Diese Form der Schlafapnoe kommt vorrangig bei Menschen vor, die in der Vergangenheit einen Schlaganfall erlitten haben.

Schlafapnoe erkennen: typische Symptome

Eine Schlafapnoe zu erkennen, erweist sich oftmals als schwierig – vor allem dann, wenn der Betroffene alleine schläft. Meist fallen die Aussetzer nur dem Partner auf: Die Atmung stockt für einen Zeitraum von mindestens zehn Sekunden und setzt danach mit einem lauten Atem- oder Schnarchgeräusch wieder ein. Die durchschnittliche Dauer eines Aussetzers beträgt 20 bis 30 Sekunden, in seltenen Fällen kann die Atmung allerdings auch mehrere Minuten unterbrochen sein. Dabei ist die Schlafapnoe nicht zwangsläufig mit Schnarchen verbunden. Außerdem gilt: Nicht jeder kurze Atemaussetzer weist auf eine Schlafapnoe hin. Erst dann, wenn pro Stunde mehr als fünf Aussetzer mit einer Dauer von mindestens zehn Sekunden auftreten, liegt eine Erkrankung vor.

Betroffene verspüren die unangenehmen Folgen ihrer Erkrankung meist erst am nächsten Tag. Folgende Symptome sind dabei typisch:

  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwäche
  • Neigung zu Sekundenschlaf
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • trockener Mund beim Aufwachen

Die Diagnose der Schlafapnoe

Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Er führt eine ausführliche Anamnese (Patientenbefragung) und eine körperliche Untersuchung durch und gibt dem Patienten dann – sofern sich der Verdacht erhärtet – leihweise Messgeräte mit nach Hause. Diese Messgeräte werden nachts getragen und erfassen dabei folgende Werte:

  • den Atemluftstrom
  • die Sauerstoffsättigung des Blutes
  • Atembewegungen von Brust und Bauch
  • die Körperlage

In vielen Fällen reichen die so ermittelten Daten für eine Diagnose aus. Falls nicht, ist eine Überweisung an ein Schlaflabor möglich. Hier analysieren Schlafexperten den Schlaf in ein bis zwei Nächten mittels einer sogenannten Polysomnographie. Sensoren erfassen die Hirnströme, den Herzrhythmus, den Atemfluss in Mund und Nase, die Muskelspannung und vieles mehr. Wird eine Schlafapnoe diagnostiziert, leitet der Hausarzt anschließend eine geeignete Behandlung ein oder überweist den Patienten an einen Facharzt – zum Beispiel an einen Kieferchirurgen oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Therapiemöglichkeiten bei Schlafapnoe

Die Therapie der Schlafapnoe hängt vom Einzelfall und vom Schweregrad ab. Bei einer leicht ausgeprägten Schlafapnoe sind einfache Maßnahmen in der Regel ausreichend. Dazu zählen beispielsweise:

  • die Reduzierung von Übergewicht
  • der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel
  • die Verwendung von Hilfsmitteln, die eine Rückenlage vermeiden
  • die Verwendung von individuell angefertigten Bissschienen

Genügt das nicht, gilt das nächtliche Tragen einer Atemmaske als wirksamste Methode zur Behandlung der Schlafapnoe. Die Maske ist mit einem Gerät verbunden, das mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Nase und zum Teil auch in den Mund bläst. In der Folge fallen die Atemwege nicht zusammen, die Luftzufuhr wird also nicht unterbrochen. Eine CPAP-Maske, die einen kontinuierlichen Überdruck erzeugt (CPAP = Continuous Positive Airway Pressure) kommt dabei am häufigsten zum Einsatz.