Wechseljahre bei Frauen und Männern

Wechseljahre – Das haben Sie zu erwarten

Die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre kommen nicht von heute auf morgen und sind auch kein einheitliches Geschehen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Phasen, die aufgrund unterschiedlicher Prozesse im Körper auch verschiedene Symptome aufweisen. Für viele Frauen sind die Wechseljahre ein gefürchteter Wendepunkt, zumal sie nicht wissen, was sie an Beschwerden erwartet, und wie sehr diese die Lebensqualität beeinträchtigen.

Etwa ein Drittel der Frauen leidet unter ausgeprägten Beschwerden, ein Drittel bemerkt leichte Symptome und die restlichen Frauen berichten, nichts von der Hormonumstellung zu bemerken. Im Durchschnitt dauern die Symptome einige Jahre an, manche Frauen leiden aber 10 Jahre und länger an den typischen Beschwerden der Wechseljahre.

Folgende Phasen des Wechsels werden unterschieden

  • Prämenopause
  • Perimenopause
  • Menopause
  • Postmenopause

Die Prämenopause

Die ersten Beschwerden der Prämenopause können sich bereits Mitte 30 bemerkbar machen. Ursächlich dafür ist ein Mangel des Gelbkörperhormons, dem Progesteron. Dieser Mangel führt auch dazu, dass das Verhältnis Östrogen-Progesteron unausgewogen ist. Typische Beschwerden der Prämenopause sind Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, vielen Frauen bekannt von den Tagen vor den Tagen als prämenstruelles Syndrom (PMS). Wassereinlagerungen, Gelenksschmerzen, Migräne oder Schilddrüsenprobleme können ebenfalls auftreten. Bei der Monatsblutung treten Veränderungen auf, sowohl kürzere Zyklen als auch längere Pausen zwischen den Blutungen sind keine Seltenheit. Auch ausgeprägte Blutungen können vorkommen. Dennoch muss in der Prämenopause auf ausreichenden Schutz vor einer Schwangerschaft geachtet werden, auch wenn die Möglichkeit für eine Schwangerschaft ab 34 Jahren rapide sinkt. Viele Frauen fühlen sich Mitte/Ende dreißig noch zu jung für einen Beginn des Wechsels, was eine adäquate Behandlung erschwert, weil auch Ärzte die Ursache zu Beginn oftmals nicht erkennen.

Die Perimenopause

Diese Phase bezeichnet die „eigentlichen“ Wechseljahre, denn nun lässt auch die Östrogenproduktion immer mehr nach. Da Frauen auch männliche Hormone (Androgene) produzieren, entsteht nun ein Ungleichgewicht durch den Östrogenmangel. Dies kann sich in Haut- und Haarproblemen äußern: Akne, fettiger Haare und das Auftreten eines „Damenbartes“. Die Perimenopause umfasst die letzten 2 Jahre vor der letzten Regelblutung, sowie die 2 Jahre danach. Da man aber erst rund ein Jahr, nachdem die letzte Blutung aufgetreten ist, davon ausgehen kann, dass dies die letzte Blutung war, kann man den Beginn der Perimenopause erst im Nachhinein bestimmen. Allerdings bemerken viele Frauen anhand der Zunahme ihrer Beschwerden, wenn sie sich in dieser Phase befinden. Aufsteigende Hitzewallungen und Schweissausbrüche sind oftmals die Hauptsymptome, typisch sind auch Nachtschweiß und gestörter Schlaf. Starke Müdigkeit und depressive Stimmungsschwankungen gehören ebenfalls zu den unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Viele Frauen beklagen auch trockene Haut und Schleimhäute, oftmals einhergehend mit Juckreiz. Außerdem kann es zu verstärktem Harndrang kommen. Die Abstände zwischen den immer schwächer werdenden Regelblutungen werden immer größer.

Die Menopause

So wird der Zeitpunkt der letzten Regelblutung bezeichnet. Im Durchschnitt ist eine Frau 52 Jahre alt, wenn sie in diese Phase kommt.

Die Postmenopause

Sie bezeichnet die folgenden 10 Jahre nach der letzten Regelblutung. Die Beschwerden ähneln denen der Perimenopause. Langsam lassen die Veränderungen im Hormonhaushalt aber nach und die Beschwerden beginnen abzuklingen. Erste Altersbeschwerden wie die Osteoporose können begleitend evtl. ein Thema werden. Auch die trockene Haut plagt manche Frauen weiterhin. Die Auswirkungen der Osteoporose sind zwar erst in einigen Jahren sichtbar, jedoch ist es notwendig, jetzt mit der entsprechenden Prophylaxe gegenzusteuern.

Mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, sowie mäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum ist es aber durchaus möglich, noch lange Zeit vital zu bleiben. Mit den Möglichkeiten von Medizin und Naturheilkunde lassen sich auch die Beschwerden gut in den Griff kriegen.

Hilfe bei Beschwerden der Wechseljahre

In Fällen von ausgeprägten Beschwerden wird der Gynäkologe zur Hormonersatztherapie raten, und eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen verschreiben, um den Mangel auszugleichen. Leider ist diese Therapie auch mit Risiken und Nebenwirkungen behaftet, vor allem, wenn sie länger als 3 Jahre eingenommen wird, steigen die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie für Brust- und Eierstockkrebs.

Bei weniger starken Beschwerden haben sich auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung bewährt. Dazu gehören Mönchspfeffer, Soja, Rotklee oder Traubensilberkerze. Gegen Hitzewallungen wird mit Salbeitropfen oftmals eine Linderung erzielt. Hier sind keine der genannten Nebenwirkungen wie bei den Steroidhormonen zu erwarten.

Mit leichter Ernährung, ein wenig Ausdauersport und einer Senkung der Raumtemperatur kann man bei leichten Beschwerden selbst gute Erfolge erzielen. Auch Nahrungsergänzungsmittel können durchaus hilfreich sein, Vitamin E spielt aufgrund seiner antioxidativen Wirkung hier eine große Rolle.

Wechselbeschwerden bei Männern?

Es ist nach wie vor ein Tabuthema, aber unbestritten, dass es auch Männer betrifft, da der Testosteronspiegel bei Männern ab 40 jährlich um 1 bis 2 % sinkt. Auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft, zwischen 50 und 60 Jahren, werden Männer oftmals mit Beschwerden wie allgemeines Schwächegefühl, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, Potenzstörungen, Schlafstörungen und Gewichtszunahme konfrontiert. Wird ein ausgeprägter Hormonmangel festgestellt, gibt es auch für Männer die Möglichkeit einer medikamentösen Ersatztherapie. Darüber hinaus spielt natürlich auch hier die Optimierung der Lebensweise eine große Rolle: Ausgewogene Ernährung, Bewegung, an der man Spaß hat, Alkohol nur mäßig konsumieren und das Rauchen, wenn möglich, einstellen. Spätestens ab 45 Jahren sollte man auch die Möglichkeit zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Auch die Stressbewältigung ist ein wichtiger Faktor, viele Männer fühlen sich durch die diffusen Beschwerden beruflich und partnerschaftlich enorm unter Druck gesetzt.