Wachstumsschmerzen bei Kindern
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Was sind eigentlich Wachstumsschmerzen?

Theoretisch schmerzt Wachsen nicht. Trotzdem ist nahezu jedes dritte Kind von leidigen, abends und nachts auftretenden Schmerzen vor allem in den Beinen betroffen. Schmerzen, die vom Wachstum herrühren, können weder laborchemisch noch bildgebend (durch Röntgen, bzw. Magnetresonanztomographie) sichtbar gemacht werden. Vor allem Vier- bis Sechsjährige sind von Wachstumsschmerzen betroffen, aber auch Grundschüler klagen, und manchmal auch Kleinkinder.

Wir bemühen uns heute um einen Erklärungsversuch, woher die Schmerzen kommen, und wie man sie lindern kann.

Was genau sind eigentlich Wachstumsschmerzen?

Harmlose Wachstumsschmerzen treten ausschließlich abends, bzw. nachts auf und verursachen tagsüber keinerlei Probleme. Meistens ist der Kniebereich entlang des Ober- oder Unterschenkels betroffen, dabei schmerzen die Beine abwechselnd. Die Schmerzen können durchaus von heftiger Natur sein, und deshalb sehr belastend für Ihr Kind. Dann gibt es auch wieder monatelange schmerzfreie Intervalle.

Wenn Wachsen eigentlich eine schmerzfreie Angelegenheit sein soll, was ist dann die Ursache für die Beschwerden? Darüber sind sich die Experten immer noch nicht ganz einig. Die Ursache scheint jedoch in den Wachstumshormonen zu liegen, die nächtlich gebildet werden. Wachstumsschübe von rund 0,2 mm finden nächtlich statt, und eine mögliche Ursache könnte die starke Belastung von Bändern und Sehnen dadurch sein. Eine andere Theorie ist das verschieden schnelle Wachstum von Weichteilen und Knochen, was zu Spannungen führt. Auch eine unreife, überlastete Muskulatur wird diskutiert.

Letztendlich spielt es nicht wirklich eine Rolle, was die Schmerzen verursacht, wichtig ist, die richtige Diagnose zu stellen, und andere Erkrankungen als Ursache auszuschließen.

Wie erkennt man Wachstumsschmerzen?

An erster Stelle sei gesagt: Wenn das Bein Ihres Kindes gerötet, geschwollen oder heiß ist, dann handelt es sich um keine Wachstumsschmerzen, und Sie sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

  • Wachstumsschmerzen treten nicht morgens auf.
  • Die Schmerzen fühlen sich dumpf, stechend oder brennend an.
  • Die Dauer der Schmerzen beträgt wenige Minuten bis hin zu Stunden.
  • Das Kind ist in seiner Bewegung nicht beeinträchtigt, kann normal auftreten und stehen.
  • Der Schmerzpunkt ist nicht eindeutig zu lokalisieren, er wandert.

Andere Gründe für diffuse Schmerzen in den Beinen können Knochenentzündungen oder eine Entzündung des Hüftgelenks sein. Wenn Ihr Kind über Schmerzen in den Beinen klagt, sollten Sie die Beschwerden auf jeden Fall ernst nehmen.

Wenn Ihr Kind öfters an diffusen Beinschmerzen leidet, die weder auf das Wachstum noch eine sonstige Erkrankung zurückzuführen sind, sollten Sie ein Schmerztagebuch anlegen. Hier wird eingetragen, wann das Kind Schmerzen hatte, und was es an diesem Tag gemacht hat. Vielleicht kann man so einen Zusammenhang mit den Schmerzen herstellen, z.B. sportliche Betätigung oder langes Sitzen vor dem PC.

Was kann man gegen Wachstumsschmerzen tun?

Am allerwichtigsten ist Trost und Zuwendung von den Eltern. In den Arm nehmen, kuscheln, gut zureden lässt den Schmerz meist in den Hintergrund treten. Da die Schmerzen abends auftreten, können Sie sich mit Ihrem Nachwuchs und einem Buch ins Bett kuscheln, oder den Lieblingsfilm zusammen ansehen, was für Ablenkung sorgt.

Manchen Kindern hilft es, die schmerzenden Stellen mit Massageöl sanft zu massieren, oder mit Johanniskraut- bzw. Arnikasalbe einzureiben. Auch eine Sportsalbe kann angewendet werden. Oder Sie experimentieren mit Wärmeflasche und Coolpack um herauszufinden, welches Ihr Kind als angenehmer empfindet. Wenn Sie Homöopathie gegenüber aufgeschlossen sind, empfiehlt sich ein Versuch mit den Globuli Guaiacum D6, Ihr Arzt oder Apotheker kann Sie bezüglich der Einnahme beraten.

Hilft das alles nichts, und die Schmerzen sind so stark, dass sie dem Kind den Schlaf rauben und es immer wieder aufwacht, darf es auch einmal Paracetamol oder Ibuprofen als Zäpfchen oder Saft sein. Achten Sie aber unbedingt auf die altersgerechte Dosierung des Schmerzmittels!

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