Herzinsuffizienz

Was ist unter einer Herzinsuffizienz zu verstehen?

Die Deutsche Herzstiftung warnt, dass die Anzahl der Menschen mit Herzinsuffizienz in den letzten Jahren angestiegen und mit weiterer Zunahme zu rechnen ist. Die Herzinsuffizienz-Initiative spricht sogar von einer zu erwartenden Zunahme von über 25% in den kommenden 30 Jahren. Aber was ist eine Herzinsuffizienz, woran können Sie erkennen, ob Sie gefährdet sind, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und was lässt sich vorbeugend unternehmen?

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Unter dem Begriff der Herzinsuffizienz werden alle Erkrankungen zusammengefasst, bei denen das Herz insuffizient, also  nicht mehr in der Lage ist, die nötige Menge Blut und Sauerstoff durch den Körper zu pumpen.

Für diese eingeschränkte Leistungsfähigkeit gibt es verschiedene Einteilungen. Sie ist abhängig davon, welcher Bereich des Herzens betroffen ist und wie sich der Verlauf der Erkrankung darstellt. Gefährlich ist, dass sich eine Herzinsuffizienz zumeist im Laufe des Lebens verschlechtert und letztendlich einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Der Arzt unterscheidet zunächst zwischen Linksherzinsuffizienz und Rechtsherzinsuffizienz, je nachdem ob die rechte oder die linke Herzhälfte betroffen ist.

Die Linksherzinsuffizienz und ihre Symptome

 Bei einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzhälfte betroffen. Das führt dazu, dass das Blut, das aus der Lunge kommt, nicht wie nötig weitergepumpt werden kann. Es staut sich zurück und verursacht so u.a. Probleme mit der Atmung. Der Grund ist, dass sich bei einer solchen gestauten Lunge Wasser ansammelt, was die typischen Symptome auslöst. Der Patient ist schneller außer Atem, hustet häufig und bekommt schlecht Luft, wenn er mit flachem Oberkörper liegt. Die Leistungsfähigkeit ist insgesamt fühlbar eingeschränkt.

Die Rechtsherzinsuffizienz und ihre Symptome

Die Rechtsherzinsuffizienz betrifft die rechte Herzhälfte und ist in den meisten Fällen eine Folge einer ausgeprägten Linksherzinsuffizienz. Rechter Vorhof und rechte Herzkammer nehmen das verbrauchte Blut aus dem großen Kreislauf auf und pumpen es in die Lunge. Es braucht dafür genügend Druck, um – mit Sauerstoff angereichert – den linken Vorhof und die linke Herzkammer zu erreichen. Staut sich das Blut aber bereits aus der Lunge zurück, muss das Herz umso mehr Kraft aufwenden, damit der Blutfluss gewährleistet bleibt. Dabei nimmt das Herz als Muskel an Volumen zu. Das ist ein wichtiger Hinweis für den Arzt für das Ausmaß der Erkrankung.

Unterschied zwischen systolischer und diastolischer Herzinsuffizienz

Der Arzt unterscheidet die Herzinsuffizienz auch in diastolisch und systolisch. Bei einer diastolischen Herzinsuffizienz nehmen die Herzkammern nicht mehr genug Blut auf. Das trägt zusätzlich zu einer verringerten Pumpleistung bei. Bei einer systolischen Herzinsuffizienz wird weniger Blut als nötig in den Kreislauf gepumpt. Die diastolische Herzinsuffizienz tritt vor allem bei Frauen auf und ist im Alter keine Seltenheit. Die Ursachen beider Formen sind aber unterschiedlich. Entsprechend müssen sie auch verschieden behandelt werden.

Die Stadien der Herzinsuffizienz

Der Arzt teilt die Herzinsuffizienz in vier Stadien ein. Diese Einteilung findet sich auch in der Diagnose und ist ein wichtiger Hinweis auf den tatsächlichen Gesundheitszustand und die Prognose, also den zu erwartenden Verlauf. Die Einteilung erfolgt von 1-4 nach NYHA, der New York Heart Association.

NYHA 1 – Der Patient fühlt sich in Ruhephasen normal und kann auch die alltägliche Belastung gut meistern.

NYHA 2 – Die körperliche Belastbarkeit ist leicht eingeschränkt. In der Ruhe spürt der Patient aber keine Veränderungen

NYHA 3 – Alltägliche Belastungen sind nur noch mit erheblichen Einschränkungen zu schaffen. Der Patient berichtet von Erschöpfung, Luftnot, Herzrhythmusstörungen und Schmerzen in der Brust, die auch schon bei leichter Belastung auftreten.

NYHA 4 – Die Betroffenen sind im Alltag auf Hilfe angewiesen und spüren die Symptome auch in Ruhe. Sie sind in ihren Möglichkeiten stark eingeschränkt.

Die Diagnose beginnt mit der Anamnese. Der Arzt befragt dazu den Patienten nach den Symptomen und ihrem Verlauf. Er muss aber auch wissen, ob familiär Herzerkrankungen bekannt sind. Im Anschluss folgt die körperliche Untersuchung, die auch einen Belastungstest beinhaltet. Die Untersuchung bezieht den gesamten Körper mit ein, denn Herzerkrankungen lösen weitere Symptome aus, wie Wassereinlagerungen (Ödeme).

Darauf folgend kann die Diagnose durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eine Röntgenuntersuchung und ein Langzeit-EKG gestützt werden. Schließlich ist auch eine Herzkatheter-Untersuchung sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße besteht. Eine solche Untersuchung hat den Vorteil, dass dabei verengte Stellen direkt geweitet werden können. Der Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt und ist schmerzlos.

Prognose bei Herzinsuffizienz

Die zu erwartende Entwicklung hängt von weiteren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Das Alter
  • Lebensweise
  • Weitere Erkrankungen
  • Umsetzung der ärztlichen Empfehlungen (Eigendisziplin)

Den Verlauf kann der Patient bis zu einem gewissen Grad mit beeinflussen. Vor allem die ärztlichen Empfehlungen müssen umgesetzt werden, um eine Verschlechterung zu vermeiden. Dazu gehören vor allem Bewegung und gesunde Ernährung, wie auch das absolute Meiden von Zigaretten. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium diagnostiziert und passt sich der Patient an, ist die Prognose gut. Handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium und setzt der Patient seine Lebensweise wie gewohnt fort, ist die Wahrscheinlichkeit für einen tödlichen Verlauf hoch.

Im zweiten Teil können Sie nachlesen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, und was sich zur Vorbeugung unternehmen lässt.