Alkohol verursacht Kopfschmerzen

Warum hat man bei einem Kater nach Alkoholkonsum Kopfschmerzen?

Der Mund ist trocken, der Kopf dröhnt und die Welt um einen herum dreht sich unaufhörlich. „Warum um alles in der Welt musste ich nur übertreiben?“, lautet meistens überspitzt die erste Frage am Morgen, wenn sich nach einer durchzechten Nacht der Kater bemerkbar macht. Doch wie kommt es überhaupt zu einem solchen Brummschädel, der auch als Katzenjammer bekannt ist?

Fernab der Tierwelt: Woher der Kater seinen wirklichen Ursprung hat

Weder der Kater noch der Katzenjammer haben etwas mit der Tierwelt zu tun. Die Ursprünge beider Begrifflichkeiten finden sich in der Studentenszene des 19. Jahrhunderts wieder. Für Leipziger Studenten ähnelten die Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums den Symptomen einer schweren Erkältung. Und da das griechische Wort „Katarrh“ sowohl für eine Entzündung der Schleimhäute steht als auch umgangssprachlich für eine Erkältung, ist seitdem abgeleitet von einem Kater die Rede.

Etwa zur gleichen Zeit etablierte sich auch der Begriff „Katzenjammer“, wobei dieser ursprünglich „Kotzen-Jammer“ hieß. Die Zusammenführung beider Begrifflichkeiten zu einem Wort zielte darauf ab, zum einen physische Folgen wie Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen zu berücksichtigen, zum anderen auf psychischer Ebene die Reue über die eigene Maßlosigkeit zu beschreiben.

Krankheitsbild und Symptome des Katers

Die Symptome eines Katers variieren. Nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Mal zu Mal. Während es nach manch alkoholischem Konsum lediglich bei leichten Kopfschmerzen bleibt, können die Symptome beim nächsten Mal schon deutlich unangenehmer ausfallen. Die Kopfschmerzen, oft Spannungskopfschmerzen, können an die einer Migräne erinnern. Das Auftreten hängt unter anderem von der Art des Alkohols sowie von der konsumierten Menge ab. Aber auch andere Faktoren spielen keine unwesentliche Rolle. So verträgt ein großer, kräftiger Mann per se mehr als eine kleine, zierliche Frau. Und ein deftiges Gericht verzögert die Alkoholaufnahme ins Blut eher als ein leichter Salat.

Die typischen Symptome von einem Hangover, wie der Kater mittlerweile nicht nur im Englischen bezeichnet wird, sind meistens Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Doch auch folgende körperliche und geistige Symptome können sich bemerkbar machen und sogar noch drei Tage später die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen:

  • Erbrechen und Übelkeit
  • Magenschmerzen beziehungsweise eine Reizung der Magenschleimhaut
  • Appetitlosigkeit
  • vermehrte Schweißneigung
  • Zittern
  • Muskelschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Unruhezustände
  • depressive Verstimmung (von Schuldgefühlen bis zu Angstzuständen)
  • Schwindelgefühle

Was ist die Ursache für den Kopfschmerz nach Alkoholkonsum?

Es klingt etwas paradox, immerhin hat man nicht gerade wenig getrunken, aber die Kopfschmerzen bei einem Kater sind auf eine Dehydration zurückzuführen. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und Elektrolyte wie Natrium. Zwar weitet er zunächst die Blutgefäße im Gehirn, allerdings wird dadurch die Ausschüttung des Hormons Vasopressin zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts gehemmt und der Körper verliert mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Kommt es dann im Verlaufe der nächsten Stunden zu einer Dehydration, ziehen sich die Blutgefäße im Gehirn krampfähnlich zusammen und lösen bisweilen teils heftige Kopfschmerzen aus. Zudem wird der Kater durch den Umstand verstärkt, dass die Leber beim Abbau von Alkohol Schwerstarbeit verrichtet. Dabei wird dem Körper zum einen durch Schweißabsonderungen weitere Flüssigkeit entzogen, zum anderen wandelt die Leber Alkohol in einem Zwischenschritt zu einem Zellgift mit dem Namen Acetaldehyd um. Vor allem die Umwandlung von Fuselalkoholen wie Methanol oder Isobutanol, die sich in Whiskey und Rotwein befinden, produziert im Körper toxische Abfallprodukte.

Aber nicht nur der Alkohol allein begünstigt einen Kater. Der Aufenthalt in verrauchten oder stickigen Räumen bzw. das Rauchen selbst können Kopfschmerzen verstärken, weil sich das Gehirn dabei mit einem Sauerstoffmangel konfrontiert sieht. Zucker wiederum, der vor allem in Cocktails oder Mischgetränken enthalten ist, sorgt dafür, dass Alkohol schneller ins Blut gelangt und man die Wirkung des Alkohols schneller spürt.

Was tun gegen Kopfschmerzen nach Alkoholkonsum?

Es ranken sich viele Mythen darum, wie man einen Kater bekämpfen sollte. Das Konterbier zählt zu den gängigsten Tipps. Allerdings kann es den dicken Schädel nicht verhindern, sondern verzögert lediglich das Einsetzen der Symptome. Ebenso wenig sollten Sie Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol einnehmen. Acetylsalicylsäure (zum Beispiel in Aspirin enthalten) kann den ohnehin angeschlagenen Magen weiter reizen, während Paracetamol für die alkoholabbauende Leber eine zusätzliche Belastung darstellt. Wenn die Schmerzen jedoch so stark sind und Sie keine andere Möglichkeit als eine Schmerztablette sehen, dann sollten Sie mit Vorsicht und je nach Verträglichkeit auf andere Wirkstoffe wie Ibuprofen zurückgreifen.

Das Wichtigste bei einem Kater ist, dass der Körper wieder zu Kräften kommt und mit Nährstoffen (zum Beispiel Vitaminen und Mineralstoffen) versorgt wird. Daher empfiehlt sich ein sogenanntes Katerfrühstück, das Sie frei nach Ihrem individuellen Geschmack zusammenstellen können. Besonders beliebt sind dabei Spiegeleier, Speck, Schinken, Würste, Brühen, frisches Obst, Säfte, Kaffee etc.

Auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann helfen. Durch die Bewegung weiten sich die Gefäße und die Zellen erhalten somit mehr Sauerstoff.

Wie kann ich einen Kater vermeiden?

Sie sollten niemals trinken, wenn Sie noch nichts gegessen haben oder hungrig sind. Schaffen Sie stattdessen eine Grundlage. Fettreiches Essen verzögert die Aufnahme von Alkohol. Auch während des Trinkens sollten Sie immer wieder etwas essen. Genauso wichtig ist es, zwischen jedem Glas Wein, jeder Flasche Bier oder jedem Drink ein Glas Wasser zu trinken, um dem alkoholbedingten Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken. Allerdings ist der einfachste Weg, einen Kater zu umgehen, der Verzicht. Wenn Sie nichts Alkoholisches trinken, können Sie am nächsten Morgen auch nicht mit einem Brummschädel aufwachen und haben obendrein mehr vom Tag. Und wenn es doch etwas Alkoholisches sein soll, sollten Sie sich ein Limit setzen und auch Nein sagen können. Der Grat zwischen Genuss und einer Alkoholsucht kann schmal sein.

Weiterführende Links zum Thema

DER SPIEGEL – Was hilft gegen den Kater?

Stiftung Warentest – Richtig feiern: Rezepte gegen Kater