Vorsorgeuntersuchungen: Prostata-Gesundheit

Vorsorgeuntersuchungen machen es möglich, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und bestmöglich zu behandeln. Im Rahmen des medizinischen Fortschritts ist es gerade bei Krebserkrankungen sogar möglich geworden, sogenannte Vorstadien zu identifizieren. Das erhöht die Chance auf Heilung beträchtlich.

Was ist Prostatakrebs?

Die Prostata ist die Vorsteherdrüse. Sie umschließt den vorderen Teil der Harnröhre und produziert die Samenflüssigkeit. Prostatakrebs ist damit eine Erkrankung, die nur Männer betreffen kann. Die Krebserkrankung ist außerdem abhängig von Testosteron.

Ab wann empfiehlt sich die Vorsorgeuntersuchung?
Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsprogramme sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr das Angebot zu Vorsorgeuntersuchungen annehmen. Die Untersuchung findet einmal jährlich statt. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Welche Personengruppen sind für Prostatakrebs gefährdet?

Wie bei nahezu allen Krebsarten gibt es auch bei Prostatakrebs eine Reihe von Risikofaktoren:

  • Älter als 75 Jahre
  • Familiäre Häufigkeit
  • Alkoholkonsum
  • Nikotin
  • Lebensweise

Zunächst spielt das Alter eine wichtige Rolle. Junge Männer haben ein deutlich reduziertes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit und erreicht ihren Gipfel bei Männern mit 75 Jahren. Das Risiko beziffern Experten auf einen Krankheitsfall pro 17 nicht von Prostatakrebs betroffene Männer.

Die genetische Disposition ist ebenfalls an der Wahrscheinlichkeit beteiligt. Tritt Prostatakrebs in der Familie auf, sollten Männer sich ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich auf Anzeichen untersuchen lassen.

Alkoholmissbrauch und Nikotingenuss sind bekannt dafür, dass sie das Krebsrisiko erhöhen. Das gilt auch für die Entstehung von Prostatakrebs. Und schließlich spielt auch die Lebensweise eine wichtige Rolle. Übergewicht und Bewegungsmangel sind bekannte Verstärker bei der Entstehung von Krebs. Für Risiken für bestimmte Berufsgruppen gibt es zwar immer wieder Vermutungen, aber keinen wissenschaftlichen Nachweis. Die Annahmen zielen dann auf Berufe ab, in denen der Mann sehr viel sitzt.

Was passiert bei der Vorsorgeuntersuchung?

Die Vorsorgeuntersuchung ist schmerzlos und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Sie unterteilt sich in:

  • Gespräch mit dem Arzt
  • Äußere Untersuchung der Geschlechtsorgane
  • Untersuchung der Lymphknoten der Leiste
  • Begutachtung der Haut
  • Abtasten der Prostata durch das Rektum

Die Untersuchung beginnt mit der Befragung des Patienten nach Symptomen oder Krankheitsfällen in der Familie. Dann beginnt die körperliche Untersuchung mit der äußerlichen Betrachtung. Das Abtasten der Prostata auf Verhärtungen ist nur über den Enddarm möglich. Vor diesem Teil der Untersuchung scheuen sich manche Männer. Das ist verständlich, allerdings wird der Urologe die Untersuchung professionell genug vorbereiten. Eine vorherige Darmspülung ist dafür nicht erforderlich. Die Teilnahme an einer Vorsorgeuntersuchung ist freiwillig.

Weitere Untersuchungen

Zusätzlich können Männer einen sogenannten PSA-Test durchführen lassen. Die Kosten trägt der Patient selbst. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt sie nicht. Für privat Versicherte ist der Vertragsumfang entscheidend. Bei der PSA (Prostata spezifisches Antigen) -Untersuchung handelt es sich um einen Bluttest. Sollten allerdings während der Vorsorgeuntersuchungen Auffälligkeiten bestehen, kann der Arzt den PSA-Test zur Abklärung anordnen. Damit handelt es sich auch nicht mehr um eine Vorsorgeleistung, die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Wie sinnvoll ist die Vorsorgeuntersuchung?

Vorsorgeuntersuchungen werden auch kritisch diskutiert. Ertastet der Arzt Veränderungen an der Prostata, handelt es sich nicht mehr um Krebs im Frühstadium. Auch können durch die rektale Untersuchung nicht alle Tumore erfasst werden. Entwickelt der Krebs sich auf der vom Darm abgewandten Seite, bleibt er womöglich unentdeckt, bis er ernste Symptome verursacht. Darüber hinaus setzt das Ertasten eines Prostatakarzinoms Erfahrung voraus.

Selbst die PSA-Bestimmung gilt nicht als absolut sicheres Verfahren für den Nachweis, denn der Wert kann sich auch durch Entzündungen verändern. Deshalb raten Experten bei einem positiven Ergebnis auch zu einer Wiederholung des Tests. Bei konkretem Verdacht und sich verdichtenden Hinweisen auf eine Krebserkrankung wird der Arzt eine Biopsie empfehlen, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird. Außerdem werden die Verfahren stetig verbessert. In Zukunft sollen Biomarker bei Vorsorgeuntersuchungen für mehr Sicherheit sorgen.

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