Vorsorgeuntersuchungen: Das Hautkrebsscreening

Die Zahl der Patienten mit Hautkrebs steigt. Die schlechte Nachricht ist, dass die Betroffenen immer jünger werden. Die gute Nachricht hingegen ist, dass die Erkrankung zumeist gut behandelbar ist. Die Voraussetzung dafür ist aber die frühe Diagnose und dafür sorgt das Hautkrebsscreening.

Warum das Screening wichtig ist

Als Screening bezeichnet man Untersuchungen, die von Ärzten in der Vorsorgediagnostik angeboten werden. Die Untersuchungen sind freiwillig und dienen der Früherkennung von schweren Erkrankungen. Kosten entstehen Ihnen nicht, solange Sie sich auf die vertragliche Leistung beschränken. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Krankenkasse. Treten Auffälligkeiten auf, wird der Arzt Ihnen den Rat erteilen, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Die Beobachtungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Heilung erheblich steigt, wenn der Hautkrebs früh genug erkannt wird.

Die ABCDE-Regelung

Für das bessere Verständnis rund um die Früherkennung von Hautkrebs ist von der ABCDE-Regelung die Rede. Sie soll Ihnen helfen, einzuschätzen, ob eine Hautveränderung dem Hautarzt vorgestellt werden sollte oder ob kein Grund zur Sorge besteht. ABCDE stehen für:

A-> Asymmetrie

B-> Begrenzung

C-> Colour

D-> Durchmesser

E-> Erhabenheit

Die Asymmetrie ist eine typische Auffälligkeit bei entarteten Muttermalen. Kreisrunde Hautverfärbungen sind für gewöhnlich harmlos. Ist der Rand der Verfärbung ungleichmäßig, sollte der Hautarzt nachsehen. Das gilt auch, wenn die Verfärbung nicht mehr scharf abgegrenzt ist, sondern zackig oder verwaschen. Eine weitere unerwünschte Veränderung betrifft die Farbe. Das Muttermal sollte möglichst einfarbig sein. Farbveränderungen innerhalb des Muttermals können ein Warnhinweis sein.

Ebenfalls auffällig sind die Zunahme des Durchmessers und eine Veränderung der Oberfläche. Der Durchmesser sollte sich nicht verändern und die Oberfläche glatt sein. Wird sie stattdessen rau der steht das Muttermal deutlich hervor, ist die Veränderung ein Fall für den Hautarzt. Weitere Veränderungen sind möglich. So kann Juckreiz auftreten oder die Hautstelle beginnt Flüssigkeit abzusondern. Die ABCDE-Regel sollten Sie immer anwenden, wenn Sie sehen, dass neue Muttermale entstehen oder bestehende sich verändern. Die ABCDE-Regelung ist aber auch Teil der Untersuchung, die der Hautarzt beim Screening anwendet.

Ab wann empfiehlt sich das Hautkrebs-Screening?

Die Mehrzahl der Krebsfälle tritt im fortgeschrittenen Alter auf. Für Hautkrebs gilt das nicht. Deshalb empfehlen Krankenkassen das regelmäßige Hautscreening spätestens ab dem 35. Lebensjahr. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Auch Kinder können am Screening teilnehmen, jedoch werden die Kosten ohne Verdacht nicht von der Krankenkasse übernommen.

Gefährdete Personengruppen

Es gibt eine Reihe von Risiken, die die Wahrscheinlichkeit einer Hautkrebserkrankung erhöhen können:

  • Outdoorsport
  • Berufstätigkeit unter freiem Himmel
  • Genetische Disposition
  • Sehr helle Haut

Wer davon betroffen ist, sollte sich zusätzlich schützen. Dazu gehören vor allem geeignete Sonnenschutzmittel. Für Outdoorsportler bietet der Handel Kleidung mit UV-Schutz. Berufsgruppen, wie Bauarbeiter sollten vor allem auf Sonnenschutzcremes und eine schützende Kopfbedeckung achten. Die genetische Disposition trifft nahe Familienmitglieder von Patienten mit Hautkrebs. Sehr helle Hauttypen sollten außerdem besonders darauf achten, sich vor Sonne zu schützen. Wer bereits an Hautkrebs erkrankt ist oder sich eine zunehmende Zahl von Muttermalen zeigt, kann die Häufigkeit des Screenings erhöhen.

Der Besuch beim Hautarzt

Der Arzt beginnt mit der Anamnese. Dazu gehört die Frage nach Ihrer Gesundheit und Auffälligkeiten bei nahen Verwandten. Dann folgt die körperliche Untersuchung. Dafür schaut der Arzt die Haut am gesamten Körper an, bis hin zu den Zehenzwischenräumen. Um die Haut genau einschätzen zu können, verwendet der Arzt eine Lampe und eine Lupe. Weitere Instrumente sind nicht erforderlich.

Auffällige Hautstellen werden bei einem weiteren Termin operativ entfernt. Ein solcher Eingriff findet für gewöhnlich ambulant statt und ist unkompliziert und dank örtlicher Betäubung auch nicht schmerzhaft. Das herausgeschnittene Gewebe wird dann in ein Labor geschickt und untersucht. Sie als Patient erhalten innerhalb möglichst kurzer Zeit eine Rückmeldung. Bei regelmäßigem Screening kann die Früherkennung die Entstehung einer Krebserkrankung durch die Entfernung verdächtiger Muttermale so verhindern.

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