Vorsorgeuntersuchung Darmkrebsfrueherkennung

Vorsorgeuntersuchung: Darmkrebsfrüherkennung

Laut Krebsinformationsdienst erkrankten im Jahr 2014 etwa 28.000 Frauen und etwas über 33.000 Männer neu an Darmkrebs. Die Schätzungen des Krebsregisters im Robert-Koch-Institut besagen, dass die Zahlen im Jahr 2018 leicht sinken. Das liegt aller Wahrscheinlichkeit auch daran, dass Früherkennungsverfahren eine Diagnose ermöglichen, wenn die Erkrankung noch in der Entstehung ist. Darmkrebs entwickelt sich über Jahre oder sogar über Jahrzehnte. In dieser Zeit muss die Erkrankung nicht zwingend Symptome verursachen.

Für welche Altersklasse empfiehlt sich die Vorsorgeuntersuchung?

90% der Darmkrebserkrankungen gelten laut Krebsgesellschaft.de als heilbar, wenn sie nur früh genug erkannt werden. Die Beobachtungen zeigen, dass das Risiko der Erkrankung in der zweiten Lebenshälfte steigt. Daher empfehlen Krankenkassen die ersten Untersuchungen ab dem 50. Lebensjahr. Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören:

  • Chemischer Stuhltest
  • Immunologischer Stuhltest
  • Große Darmspiegelung
  • Kleine Darmspiegelung

Der chemische und immunologische Stuhltest sollten laut Empfehlung jährlich durchgeführt werden. Das gilt nicht für Patienten, die eine große Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen lassen. Sie wird ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und sollte nach 10 Jahren wiederholt werden. Auch die Koloskopie wird von der Krankenkasse übernommen. Nicht übernommen wird hingegen die kleine Darmspiegelung (Sigmoidskopie), die ab dem 55. Lebensjahr sinnvoll ist. Sie sollte im Abstand von fünf Jahren wiederholt werden, ersetzt aber nicht den jährlichen Stuhltest.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

Eine genetische Disposition für Darmkrebs ist möglich, tritt aber nicht allzu häufig auf. Als besonders gefährdet gelten allerdings Personen, in deren Familie die adenomatöse Polyposis (FAP) gehäuft auftritt. Die hauptsächlichen Risikofaktoren liegen vor allem in den typischen Problemen einer Industriegesellschaft:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Ballaststoffarme Ernährung
  • Hoher Tabakkonsum

Ein gesunder Lebensstil ist also der größte Schutz vor Darmkrebs.

Warum sind die Untersuchungen wichtig?

Absoluten Schutz vor Darmkrebs gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit sinkt zwar bei gesunder Lebensweise erheblich, schließt die Entstehung von Darmkrebs aber nicht aus. Nicht einmal Vorerkrankungen müssen zwingend vorliegen. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Untersuchung wichtig. So lassen sich gutartige Veränderungen diagnostizieren, bevor sie entarten und der Krebs entsteht. Die Aussagekraft der Untersuchungen ist unterschiedlich hoch. Das aussagekräftigste Verfahren ist die große Darmspiegelung. Die Untersuchungen helfen dem Arzt aber auch, das Risiko für den Patienten realistisch einzuschätzen. Deshalb führt er eine gründliche Anamnese durch. Das bedeutet, er stellt Fragen zum Lebenswandel, zu Krankheiten, Unfällen und Operationen. Auch die Familiengesundheit spielt bei Krebs eine Rolle. Im Anschluss untersucht der Arzt den Patienten. Zur allgemeinen Untersuchung gehören auch:

Der Arzt wird den Patienten außerdem fragen, ob er unter Beschwerden des Bauchraums oder der Verdauung leidet. Da sich die Probleme bei Darmkrebs schleichend entwickeln, muss der Patient sie nicht unbedingt als Problem realisieren. Dazu gehören vor allem Verdauungsstörungen und sichtbares Blut im Stuhl.

Wer führt die Untersuchungen durch?

Erster Ansprechpartner für die Darmkrebsvorsorge ist der Hausarzt. Er wird mit der Untersuchung einer Stuhlprobe beginnen. Bei Blut im Stuhl werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Der Nachweis von Blut allein ist kein Hinweis auf eine Darmkrebserkrankung. Im nächsten Schritt wird der Arzt eine Darmspiegelung empfehlen, die für gewöhnlich ambulant im Krankenhaus vorgenommen wird. Auch bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. In den meisten Fällen verläuft die Untersuchung ohne Befund. Werden doch Veränderungen gefunden, handelt es sich zumeist um ein gut zu behandelndes Frühstadium. Zur Untersuchung gehört eine anschließende Besprechung, bei der der Patient umfangreich beraten wird. Das gilt auch für Tipps für einen gesünderen Lebenswandel, falls der Patient nicht darauf achtet.

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