Vorsorgeuntersuchung der Check-up

Vorsorgeuntersuchung „Check-up“ – Risiken verhindern

Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen für Männer und Frauen einen Gesundheits-Check. Der Check-up soll verhindern, dass sich Krankheiten oder allgemeine gesundheitliche Verschlechterungen einstellen. Dieses Angebot richtet sich gezielt an die Generationen, bei denen das Risiko für viele chronische Erkrankungen statistisch steigt.

Was ist der Gesundheits-Check-up?

Sie können einen Gesundheits-Check im Abstand von zwei Jahren bei Ihrem Hausarzt durchführen lassen. Dieser ist jedoch nicht verpflichtend. Er soll mögliche gesundheitliche Risiken sichtbar machen, wie beispielsweise kritische Blutdruck– oder Blutzucker-, Blutfettewerte. Auch junge Menschen zwischen 18 und 35 haben ab 2019 alle drei Jahre das Recht auf einen Gesundheits-Check.

Der Umfang eines Gesundheits-Checks

Der Gesundheits-Check unterteilt sich in die Anamnese, die körperliche Untersuchung und das Beratungsgespräch. Die Aspekte, auf die Sie der Hausarzt in dem Check-up untersucht, werden zunehmend erweitert. Männer über 65 sind beispielsweise besonders gefährdet, ein Bauchaortenaneurysma zu erleiden. Für sie gibt es daher zusätzliche Angebote.

Was gehört zur Anamnese?

Folgendes will der Arzt wissen:

  • Gesundheitliche Probleme
  • Medikamenteneinnahme
  • Operationen
  • Erkrankungen in der Familie (Krebs, Stoffwechselerkrankungen)
  • Ernährung
  • Genussgifte (Alkohol, Nikotin)
  • Stressbelastung
  • Schlafverhalten
  • Sport
  • Impfungen

Wichtig ist, dass Sie als Patient auf alle Fragen wahrheitsgemäß antworten. Beschönigen Sie nicht, aus Schamgefühl das eigene Verhalten. Hinzukommt, dass der Arzt Ungereimtheiten auch im Blutbild sieht.

Was gehört zur Untersuchung?

Beim Gesundheits-Check untersucht der Arzt den gesamten Patienten. Dazu gehören Fehlhaltungen, die langfristig ernste körperliche Probleme verursachen können. Der Arzt wird den Patienten auch wiegen und die Körpergröße messen. Das Messen ist wichtig, denn die Körpergröße ist nicht zwingend konstant. Vor allem Knochenbildungsstörungen zeigen sich in der fallenden Körpergröße.

Bei Übergewicht stellt sich außerdem die Frage, wo sich das Fett ansammelt. Fett im Bauchraum erhöht das Risiko für entzündliche Erkrankungen. Ergeben sich hier Auffälligkeiten, kann der Arzt eine Ultraschalluntersuchung mit einbeziehen, die dann ebenfalls über die Krankenkasse abgerechnet werden kann.

Der Arzt hört Herz und Lunge ab und misst den Blutdruck. Ein hoher Blutdruck tritt auch bei Herz- oder Nierenerkrankungen auf.

Teil des Gesundheits-Checks ist außerdem die Untersuchung von Blut und Urin. Dazu muss der Patient nüchtern sein, darf also an diesem Tag noch nichts gegessen haben. Andernfalls ist keine Bewertung der allgemeinen Verfassung aufgrund des Blutbildes nicht möglich. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Cholesterin und dem Blutzucker. Der Urin wird auf Eiweiß, Zucker und Nitrit untersucht. Außerdem liefert die Untersuchung Hinweise auf Blut im Urin, als Anzeichen auf Entzündungen im Körper. Eiweiße hingegen sind ein Signal für Nierenerkrankungen, die zu Nierenschäden führen können.

Die Bedeutung des Beratungsgesprächs

Beim Beratungsgespräch erklärt Ihnen der Arzt den Befund und erläutert, wie er das persönliche Risiko für die Entstehung bestimmter Erkrankung einschätzt. Daraus leitet er Handlungsmethoden ab, um das Risiko wieder zu senken. Beispielsweise die Ernährung umzustellen oder die dringende Empfehlung, Sport zu treiben. Das Ziel ist aber nicht nur, Krankheiten zu verhindern, sondern auch langfristig die Lebenserwartung zu steigern. Die Untersuchungserbnisse sind außerdem Basis für die Entscheidung der Krankenkasse, Präventionskurse zu genehmigen. Dazu gehören Kurse für:

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Nichtrauchen
  • Stressbewältigung

Diagnose während des Checks

Es kann vorkommen, dass der Arzt während des Gesundheits-Checks Hinweise auf eine bestehende Erkrankung findet. Einige weiterführende Untersuchung kann er selbst gleich durchführen. Für spezialisierte Verfahren wird er einen neuen Termin vereinbaren oder den Patienten an einen Facharzt überweisen. Der Gesundheits-Check kann und soll aber auch das Empfinden für die eigene Gesundheit verbessern. Wer eine solche freiwillige und kostenlose Teilnahme annimmt, läuft weniger Gefahr, sich an die Verschlechterung der Gesundheit zu gewöhnen oder als normalen Alterungsprozess abzutun.

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