Griff zu Süßem bei Stress im Berufsalltag

Verzichten Sie auf Süßigkeiten zur Stressbewältigung

Wir kennen es aus eigener Erfahrung: Bei Frust und Liebeskummer suchen wir gerne Trost bei Schokolade, einer großen Portion Eiscreme oder einem Stück Torte. Der Genuss von Süßigkeiten scheint, Studien zufolge, jedoch auch bei der Bewältigung von Stress im Berufsalltag eine große Rolle zu spielen. Warum das so ist, versuchen wir hier für Sie zu entschlüsseln.

Glukose – Treibstoff für das Gehirn

Tatsächlich wird die Hälfte unseres täglichen Bedarfs an Kohlenhydraten von unserem Gehirn verbraucht. Liegt nun eine Stresssituation vor, werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. In einer solchen Situation benötigt unser Gehirn 12 % mehr Energie, um leistungsfähig zu bleiben.

Adrenalin versetzt unseren Körper zwar kurzzeitig in Alarmbereitschaft und lässt ihn jeden Hunger vergessen, aber in der darauffolgenden Ruhephase wünscht sich der Körper das Verbrauchte schleunigst zurück. Das Cortisol verstärkt diese Empfindung auch noch. Was für unsere Vorfahren noch überlebenswichtig war in Flucht- oder Kampfsituationen, ist bei unserer Art der körperlichen Betätigung eher kontraproduktiv. Unsere Kämpfe finden größtenteils im WWW statt, die mögen zwar auch oftmals Fluchtgedanken auslösen, werden aber doch eher selten umgesetzt. Und so droht uns durch das Verhaltensmuster aus der Vorzeit Übergewicht in der Gegenwart.

Essen, um leistungsfähig zu bleiben?

Im Hypothalamus, einem Abschnitt des Zwischenhirns, werden Informationen darüber verarbeitet, wie gut der gesamte Körper, also Nervenzellen, Muskeln, Fettgewebe etc. mit Energie versorgt ist. Eigentlich eine tolle Erfindung, wäre da nicht der vorgeschaltete Pförtner, der Nucleus arcuatus. Registriert dieser nämlich, dass dem Gehirn selbst Treibstoff, also Glukose, fehlt, sind ihm die Reserven im restlichen Körper egal, und er vermeldet dringenden Energiebedarf.

Verweigert man nun diesen Befehl und isst nichts, wird sich das Gehirn an den Reserven für Fett und Muskelzellen bedienen. Damit das funktioniert, müssen jedoch noch einige Stresshormone mehr ausgeschüttet werden. Dies wirkt sich auf Dauer jedoch nicht positiv auf die Stimmung aus. Außerdem erhöht der Dauerstress das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wird keine weitere Energie zugeführt, fährt das Gehirn mit der Leistung zurück, die Folge sind Konzentrationsstörungen und schlechtere Leistung.

Wie komme ich aus der Spirale von Stress und Essen?

Am einfachsten wäre es natürlich, dem Körper zu geben, wonach er verlangt. Wenn das nur kurzfristig, zum Beispiel vor einer Prüfung, einer Rede oder einer sonstigen außergewöhnlichen Aufregungs- oder Stresssituation der Fall ist, spricht auch nichts dagegen. Es darf aber nicht so weit kommen, dass Essen zum Manager von Stresssituationen avanciert. Nur, wie lässt sich das vermeiden?

Auf keinen Fall funktionieren strikte Verbote. Sie wissen bestimmt aus ihrer Kindheit, dass Verbotenes grundsätzlich äußerst attraktiv ist. Hilfreich ist es natürlich, wenn man sich nicht durch mit Süßigkeiten, Keksen und Chips vollgestopfte Schreibtischladen ständig selbst in Versuchung führt.

Genauso wichtig ist es jedoch, wahrzunehmen, dass man eigentlich Stress hat, was schließlich zum großen Verlangen nach Süßem führt. Nun gilt es zu eruieren, was den Stress auslöst, und was Sie zur Reduktion beitragen können. Möglicherweise hilft ein Gespräch mit Kollegen oder Vorgesetzten.

Oder bedeutet bei Ihnen der Griff zur Gummibärchentüte, dass Sie sich für überstanden Stress belohnen wollen? Dann sollten Sie sich bewusst werden, dass das Hochgefühl nur kurz anhält, das schlechte Gewissen und die Reue über die lästigen Zusatzpfunde dafür deutlich länger.

Möglicherweise mangelt es Ihnen auch an Zeit, eine vernünftige Mahlzeit einzunehmen, und Sie brauchen etwas, was schnell satt macht und schmeckt. Diese Handlung sollten Sie überdenken, lassen Sie sich im Internet oder in der Kochbuchabteilung inspirieren von gesunden Snacks fürs Büro, bzw. den Arbeitsplatz. Vieles davon ist im Handumdrehen zu Hause vorbereitet, zum Beispiel Vollkornbrot mit Putenbrust, leichtem Frischkäse und Gemüse oder ein frisches Müsli mit Obst und Joghurt.

gesunde Alternativen als Energiekick

Natürlich sollen Sie auch nicht völlig auf den Energiekick aus der Schreibtischlade verzichten müssen, sonst sinken Laune und Leistung in den Keller. Allerdings sollten dort vorrangig Bananen, Studentenfutter, getrocknete Datteln oder Feigen lagern. Auch eine Tupperbox mit Gemüsesticks (Gurke, Karotten, Radieschen) hilft über das Hungergefühl hinweg. Vergessen Sie auch nicht, ausreichend zu trinken, ein paar Schlucke ungesüßter Tee, Obst- oder Gemüsesaft sorgen auch für sättigendes Gefühl.