Übersäuerung durch eiweißhaltige Ernährung
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Übersäuerung durch eiweißreiche Ernährung

Übersäuert durch die eiweißreiche Ernährung? Das kann eine Zufallsdiagnose sein, denn wer übersäuert ist, muss sich nicht zwangsläufig ungesund ernähren. Dennoch können die Folgen weitreichend sein.

Säuren und Basen im Körper

Der Säure-Basenhaushalt im Körper sollte möglichst ausgeglichen sein. Nur so ist der Stoffwechsel gesund. Verschiebungen muss der Organismus ausgleichen, was wiederum nur bis zu einem gewissen Grad möglich sind. Der ph-Wert ist aber nicht überall im Körper gleich. Der Magensaft braucht einen ph-Wert von 1,2 bis 3. Die Gelenkflüssigkeit liegt bei etwa 7,5 und der Speichel bei 6,8. Schwankungen werden vor allem durch Puffersysteme im Blutplasma ausgeglichen. Das gelingt u.A. über Plasmaproteine und über das im Blut gelöste Bikarbonat.

Bei diesem Prozess entsteht Kohlensäure und daraus Kohlendioxid, das dann über die Lunge den Körper verlässt. Aber auch die Niere ist an der Regulation beteiligt. Sie ist in der Lage, die Säuren direkt auszuscheiden. Wird das Ungleichgewicht zu groß, werden die Säuren im Bindegewebe abgelagert. Allerdings hat das weitere Nachteile für den Körper, wie die nachlassende Fähigkeit, Wasser im Bindegewebe zu speichern.

Eine zusätzliche Regulierung gelingt dem Körper durch den Einsatz eigener Basen, die er allerdings aus den Knochen nimmt. Auf Dauer kann das die Knochenstruktur schwächen und den Knochenaufbau stören. All diese regulierenden Prozesse sind stark abhängig von Mineralien und Spurenelementen.

Die Folgen der Übersäuerung

Eine Übersäuerung (Azidose) kann akut und chronisch sein. Eine akute schwere Azidose ist selten, aber lebensgefährlich. Sie ist die Folge oder Begleiterscheinung des Ausfalls der Regulierungsmechanismen. Sie tritt also vor allem bei schweren Erkrankungen der Niere oder der Lunge auf. Die chronische latente Übersäuerung tritt häufig auf und ist eine Begleiterscheinung einer säurelastigen Ernährung. Der Prozess ist meist schleichend und die Verschiebung insgesamt geringfügig. Die körperlichen Veränderungen können minimal sein und werden oft gar nicht mit der Übersäuerung in Verbindung gebracht

Die Folgen auf Dauer sind:

  • Die Pufferfähigkeit des Blutes lässt nach
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsmangel
  • Stressresistenz lässt nach
  • Unruhe
  • Immunsystem ist geschwächt
  • Muskeln und Gelenke schmerzen
  • Veränderungen an Haut, Haaren und Nägeln

Dauerhaft kann sich die Stabilität der Knochen verschlechtern. Außerdem verliert das Bindegewebe seine Fähigkeit, sich zu straffen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Menschen, die unter den oben genannten Problemen leiden, obwohl der Säure-Basenhaushalt ausgeglichen ist, besonders auf eine ausgeglichene Ernährung achten sollten, um die Probleme nicht zu verstärken.

Eiweissreich und übersäuert

Von einer Übersäuerung durch eiweißreiche Ernährung sind vor allem Sportler betroffen. Die Folgen sind weitreichend, beginnen aber vor allem mit Leistungseinbrüchen, einer verstärkten Verletzungsneigung, nachlassender Regeneration und Infektanfälligkeit. Eine Leistungssteigerung ist nicht möglich. Aber auch bei Nicht-Sportlern tritt die Übersäuerung auf. Säurebilder sind:

  • Milchprodukte
  • Getreideprodukte
  • Fleisch
  • Fisch
  • Süßigkeiten
  • Eier

Kaffee und Alkohol sind weitere Säurebringer.

Das gehört auf den Teller

Wer die typischen Symptome an sich beobachtet und tendenziell eiweißreich isst, sollte einen Teil der Nahrung durch folgende Lebensmittel ersetzen.

Sehr geeignet sind:

Avocados, Heidelbeeren Grapefruits, Brokkoli, Fenchel, Rotkohl, Karotten, Zucchini, Kohlrabi, Gurken, Grünkohl, Spargel.

Auch Pilze sind für den Ausgleich sehr gut geeignet. Greifen Sie vor allem zu:

  • Champignons
  • Pfifferlingen
  • Steinpilzen
  • Morcheln
  • Austernpilzen

Salate gehören ebenso in großzügigen Portionen auf den Teller, die sich auch gut mit Kräutern bereichern lassen. Würzen Sie mit:

  • Borretsch
  • Basilikum
  • Petersilie
  • Minze
  • Rosmarin
  • Zimt
  • Liebstöckel
  • Koriander
  • Kerbel
  • Salbei
  • Thymian
  • Vanille

Essen Sie nicht mehr als 300 g Fleisch oder Wurst pro Woche. Sie werden auch keinen Mangel erleiden, wenn Sie noch weniger Fleisch und Wurst konsumieren. Wenn Sie sehr fleischlastig essen und auch viele Milchprodukte und Getreide zu sich nehmen und Ihnen die Umstellung schwerfällt, befassen Sie sich mit der Paleo-Küche. Die „Steinzeiternährung“ erlaubt Fleisch in geringer Menge, bietet aber viele schmackhafte Alternativen, die keine Milch oder Getreide enthalten und basisch sind.

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