Tipps gegen Kopfschmerzen

Strategien gegen Kopfschmerzen

Kopfschmerzen kennt jeder von uns. Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft kommen jedoch bei 70 % der Deutschen Kopfschmerzen mindestens einmal monatlich, sogar an bis zu 15 Tagen im Monat vor. Bei 90 % der Betroffenen handelt es sich um Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Tatsächlich sind in der Medizin inzwischen rund 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Vier bis fünf Prozent der Bevölkerung macht sogar die leidvolle Erfahrung von täglichen Kopfschmerzen. Der Grund für die Schmerzen ist eine Reizung der Schmerzfasern im Kopf- und Gesichtsbereich.

Da Kopfschmerz eine Volkskrankheit ist, wird mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen, ASS und Paracetamol teilweise umgegangen wie mit Bonbons. Viele Menschen haben sie zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Handtasche etc. gebunkert, um sie jederzeit griffbereit zu haben. Das ist ja auch grundsätzlich nicht falsch, manches Mal hilft eben auch nur ein Griff zur Tablette. Als Mittel der ersten Wahl sollten Schmerztabletten aber nicht angesehen werden, da vor allem bei häufiger Einnahme durchaus Nebenwirkungen auftreten können. Diesbezüglich raten wir Ihnen, stets die Packungsbeilage zu lesen, ob das Medikament auch für Sie geeignet ist (bei Leber- und Nierenproblemen wird von der Einnahme der gängigen verschreibungsfrei erhältlichen Präparate abgeraten).

Wir haben ein paar Tipps gegen Kopfschmerzen für Sie zusammengetragen, die symptomatisch wirken, aber den Körper nicht zusätzlich belasten, und hoffen, sie tragen zu Ihrem Wohlbefinden bei!

Vanilleextrakt:

Bereits die alten Ägypter kurierten alle möglichen Schmerzzustände mit Vanilleschoten. Sie wussten zwar nicht, dass das enthaltene ätherische Öl Eugenol die Schmerzen lindert und antiseptisch wirkt, aber sie erfreuten sich an der Zuverlässigkeit. Auf einen Viertelliter Wasser kommt ein gestrichener Teelöffel Vanilleextrakt. Trinken Sie die Flüssigkeit in Ruhe und in kleinen Schlucken.

Pfefferminzöl:

Bei Spannungskopfschmerzen kann es hilfreich und entspannend sein, die Schläfen mit ätherischem Pfefferminzöl zu massieren. Die Wirkung entspricht bei vielen Menschen der Einnahme von einer Tablette Paracetamol.

Magnesiummangel:

Hinter Migränekopfschmerzen kann sich Magnesiummangel verbergen. In der Apotheke finden Sie Magnesium in verschiedenen Darreichungsformen (Lutschtabletten, Kapseln, Brausetabletten…), die Substitution kann dafür sorgen, dass seltener Migräneattacken auftreten.

Weidenrinde:

Bei Kopfschmerzen verschiedenster Ursache hat sich auch Weidenrinde in Kapsel- oder Teeform bewährt. In der Rinde steckt Salicin, aus diesem Wirkstoff wurde Acetylsalicylsäure, welche in Aspirin steckt, entwickelt.

Ausreichend trinken:

Vor allem, wenn Sie während der Arbeit öfters an Kopfschmerzen leiden, sollten Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr überdenken. Manchmal entstehen Spannungskopfschmerzen schlichtweg aus Flüssigkeitsmangel. Warum das so ist? Wenn es unserem Organismus, der zu rund 60% aus Wasser besteht, an Flüssigkeit fehlt, wird das Blut dickflüssiger. Dies hat zur Folge, dass feine Gefäße im Gehirn nicht mehr ausreichend mit sauerstoffhaltigem Blut versorgt werden. Um uns darauf aufmerksam zu machen, reagiert der Körper mit Kopfschmerzen. Wenn man zu wenig trinkt, führt dies außerdem zu Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Merkfähigkeitsstörungen. Flüssigkeitsmangel kann auch der Grund sein, wenn ältere Menschen plötzlich akut verwirrt sind. Da im Alter das Durstgefühl nachlässt, sollten Sie darauf achten, dass ältere Angehörige ausreichend trinken.

Auch Migräneattacken können durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden, darum sollten Sie, falls Sie betroffen sind, stets ausreichend (ca. 2 l täglich) trinken.

Koffein:

Bei Spannungskopfschmerzen und einer beginnenden Migräneattacke können Sie auch einmal Folgendes testen: Trinken Sie eine Tasse ungesüßten Espresso mit dem Saft einer halben Zitrone. Die Koffein-Vitamin C-Kombination führt dazu, dass sich verengte Blutgefäße erweitern und die Durchblutung verbessert wird, wodurch eine schnellere Schmerzfreiheit erzielt werden kann. Leider gewöhnt sich der Körper an Koffein, sodass starke Kaffee-Trinker die Wirkung nicht mehr spüren können.

Bewegung:

Bewegungsmuffel können den Tipp zwar nicht mehr hören, dennoch ist etwas dran: 3 x die Woche eine halbe Stunde Ausdauersport kann Kopfschmerzattacken beseitigen. Rad fahren, Schwimmen oder Laufen bieten sich an, aber auch ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann dabei helfen, drückenden oder pochenden Kopfschmerzen den Garaus zu machen, da der Kreislauf in Schwung kommt und regt die Durchblutung angeregt wird. An der frischen Luft profitiert dein Körper von der Bewegung, dank der besseren Sauerstoffversorgung doppelt. Außerdem wird bei Ausdauersport der Stresshormonspiegel sowie die Schmerzempfindlichkeit gesenkt und die Stress-Resistenz gesteigert.

Achten Sie bei Migränekopfschmerzen allerdings darauf, dass Sie sich nicht überanstrengen, um keine Attacken auszulösen.

Das richtige Essen:

Oft sind bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Käse, Zucker, Schokolade, Salami oder Alkohol) Auslöser für Kopfschmerzen. Hier gilt es, sich selbst zu beobachten und diese zu meiden. Wer bei Hunger zu Kopfschmerzen neigt, sollte auf Vollkornprodukte umsteigen und zwischendurch öfter Obst und Gemüse essen. So wird der Fehlgriff zu ungesunden Snacks verhindert und das Gehirn länger mit Glucose versorgt.

Genug schlafen:

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus erleichtert das Ein-und Durchschlafen und sorgt für mehr Erholung. Bei kurzfristigen Schlafproblemen können auch beruhigende Mittel das Einschlafen erleichtern.

Muskelverspannungen lösen/vorbeugen:

Kopfschmerzen können auch durch verspannte Kiefer-/Nackenmuskeln entstehen. Verspannte Muskeln entstehen häufig durch Stress oder langes Arbeiten in einer bestimmten Position. Vermeide also Stress so gut es geht und baue regelmäßige Lockerungs- und Entspannungspausen ein. Bei Rücken und Nackenmuskel-Verspannungen helfen auch Wärmeauflagen/-Pflaster. Bei verspannten Kiefermuskeln kann der Zahnarzt eine Physiotherapie verschreiben.

Auch Schwangere können nicht auf die erlösende Schmerztablette zurückgreifen. Welche weiteren Wege Ihnen helfen, erfahren Sie in unserem Artikel speziell für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft.