Heilpflanzen und Kräuter Lexikon - Thymian

Thymian – nicht nur in der Küche beliebt

Können Sie sich ein Mittelmeergericht ohne Thymian vorstellen? Wir auch nur schwer, denn das würzige Kraut ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Aber Thymian ist noch viel mehr als nur eine geschmackvolle Gewürzpflanze: Vor allem als Heilpflanze für Erkrankungen im Bereich der Atemwege ist er kaum wegzudenken. Bereits zur Zeit der alten Ägypter fand das Lippenblütengewächs Verwendung zur Einbalsamierung von Toten. Der mehrjährige Thymianstrauch fühlt sich auch im heimischen Kräutergarten wohl, und man kann bis zum Winterbeginn seine aromatische Blätter ernten.

Ein Multitalent mit antiken Wurzeln

Bereits Plinius, der römische Gelehrte und Naturkundler, wusste über die Heilkraft des Thymians zu berichten. Die Benediktinermönche sorgten dafür, dass der Thymian in den mitteleuropäischen Klostergärten heimisch wurde, und auch die medizinkundige Nonne Hildegard von Bingen setzte Thymian zu Heilzwecken ein.

Der echte Thymian ist im westlichen europäischen Mittelmeerraum heimisch, es gibt aber mittlerweile einige Sorten im Handel, die den Frost überstehen. Wild wachsend kommt er in warmen Gegenden wie Frankreich, Spanien und Italien vor. Was den Boden betrifft, ist der Thymian nicht anspruchsvoll, und gedeiht auf kargen, sandigen und steinigen Böden. Botanisch gehört er zur Familie der Lippenblütler und ist somit verwandt mit Rosmarin, Majoran und Lavendel.

Inhaltsstoffe von Thymian:

Höchst wirkungsvoll im Sinne von krampflösend (im Bereich der Bronchien) und schleimlösend sind die ätherischen Öle. Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist das Thymol. Weiter von Bedeutung sind auch die Bestandteile Carvacrol, Borneol, Cineol und Linalool. Die Blätter enthalten außerdem sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Cumarine. Über diese Stoffe gibt es bereits einige wissenschaftlichen Studien, die sich mit deren Bedeutung für den Zellschutz befassen und zu positiven Ergebnissen gekommen sind.

Hervorhebenswert ist außerdem der relativ hohe Gehalt an Zink. Weitere Bestandteile von Thymian sind unter Anderem Harze, Ballaststoffe, Saponine und Bitterstoffe.

Die Inhaltsstoffe von Thymian können Sie sich als Tee oder Gurgellösung, sowie als Badezusatz und natürlich als Küchenkraut zunutze machen. Bei letzterem kommt vor allem die verdauungsfördernde Wirkung zum Tragen, weshalb beispielsweise fette Braten gerne mit Thymian gewürzt werden.

Arzneipflanze des Jahres 2006 – der Thymian

Die klassischen Anwendungsgebiete für Thymian sind Erkältungskrankheiten, Husten und Bronchitis. Die meisten in der Apotheke erhältlichen Präparate in Kapsel-, Sirup- oder Teeform machen sich die schleimlösende und antibakterielle. Wirkung von Thymian als Mono- oder Kombinationspräparat zunutze. Auch positive klinische Studienergebnisse bezeugen die Wirksamkeit von Thymian bei Erkältung und Husten.

Thymian für die Verdauung:

Die Bitterstoffe des Thymians wirken verdauungsfördernd und appetitanregend. Da dem Thymian auch eine desinfizierende Wirkung nachgesagt wird, findet er in der Naturheilkunde Verwendung bei Virus- und bakteriellen Erkrankungen des Darmtraktes. Indirekt kann Thymian so auch helfen, üblen Mundgeruch zu beseitigen, der oft als Stoffwechselprodukt von Bakterien im Darm entsteht.

Äußerliche Verwendung von Thymian:

Bei Hautproblemen wie unreiner Haut, Akne oder Ekzemen hilft das Baden in Thymian-Aufgüssen, bzw. auch die Anwendung von ätherischem Thymian-Öl. Bei Entzündungen im Mundraum empfehlen sich Spülungen mit Thymian-Tee.

Hat Thymian Nebenwirkungen?

In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen oder Magenbeschwerden kommen. Darüber hinaus sollten größere Mengen Thymian in der Schwangerschaft möglichst gemieden werden.

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