Sturzgefahr im Alter

Sturzgefahr im Alter – Risiko reduzieren

Das Risiko für einen Sturz steigt mit zunehmendem Alter. Leider erhöht sich auch das Risiko für schwerwiegende Verletzungen. Mit vorbeugenden Maßnahmen lässt sich die Gefahr deutlich reduzieren. Dazu gehören neben Brüchen auch Prellungen, Quetschungen und Blutergüsse. Selbst die „leichteren“ Folgen schränken die Senioren im Alter ein. Das kann weitere Probleme nach sich ziehen, denn im Alter ist regelmäßige Bewegung wichtig. Fehlt diese Belastung, droht körperlicher Verfall, der schnell voranschreiten kann. Schlimmstenfalls kann ein Unfall dazu führen, dass die Betroffenen zu einem Pflegefall werden.

Gesundheit und Sturzgefahr

Die altersbedingten gesundheitlichen Einschränkungen schreiten für gewöhnlich schleichend voran. Das führt dazu, dass die Betroffenen es nicht zwingend merken. Dem Umfeld hingegen fällt dieser Prozess eher auf. Machen Sie die betroffene Person darauf aufmerksam und empfehlen Sie falls nötig einen Arztbesuch um weitere Auffälligkeiten einzudämmen. Die Gründe für das veränderte Verhalten können harmloser Natur und oft auch behandelbar sein. Ein Fortschreiten hingegen führt nicht selten zu weiteren Problemen, die dann auch die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes erhöhen können.

Diese Maßnahmen reduzieren die Sturzgefahr

  1. Sport hält beweglich und schult das Reaktionsvermögen

 Auch junge Menschen stolpern und rutschen aus. Sie sind jedoch in den meisten Fällen in der Lage, auszugleichen und so einen Sturz zu verhindern. Mit zunehmendem Alter lässt die Reaktionsfähigkeit aber nach. Gleichzeitig ist die Muskulatur zumeist weniger ausgeprägt. Hier geraten Senioren schnell in einen Teufelskreis. Die Bewegung fällt schwerer, die Regeneration dauert länger und schmerzhafte degenerative Veränderungen der Knochen nehmen die Freude an sportlicher Betätigung. Schonende Sportprogramme für Senioren, Schwimmen, Radfahren, gezieltes Aufbautraining im Fitnessstudio und lange Spaziergänge helfen, Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Das reduziert nicht nur die Sturzgefahr, es verringert im Falle eines Sturzes auch die Gefahr einer schweren Verletzung.

  1. Augen überprüfen lassen

 Im Alter kann sich der sogenannte Grüne Star (Glaukom) ausbilden. Die behandlungsbedürftige Augenerkrankung beginnt schleichend mit einer Einschränkung des Gesichtsfeldes. In einem gewissen Umfang ist dieser Prozess normal. Sie sollten bereits bei Anzeichen einer Sichteinschränkung einen Augenarzt zur Rate ziehen um eine klare Aussage zum Gesundheitszustand zu erhalten. Eine Einschränkung des Gesichtsfeldes führt zu einem erhöhten Stolper- und Unfallrisiko. Die Senioren müssen wissen, dass sie immer weniger aus dem Augenwinkel erkennen.

  1. Passendes Schuhwerk

Passendes Schuhwerk ist bei Gangunsicherheiten eine wichtige Schutzmaßnahme. Je weniger dabei das natürliche Fußverhalten verändert wird, umso besser. Schmerzende Gelenke und nachlassende Muskeln zeigen sich auch in der unbewusst mangelnden Bereitschaft, die Füße hoch genug anzuheben. Während die Füße beim Barfußgehen noch lange instinktiv hoch genug angehoben werden, ist das bei Schuhen mit dicker Sohle oder Absätzen eine Zusatzleistung, die der geschwächte Körper einspart. Flache Schuhe mit weicher Sohle, die fest am Fuß sitzen und exakt die richtige Größe haben, reduzieren das Risiko, den Fuß nicht weit genug anzuheben. Das gilt ganz besonders für Hausschuhe. Wer zum Stolpern neigt, sollte nur Schuhe tragen, die fest am Fuß sitzen.

  1. Stolperfallen und Sicherheit im Haus

Im Haus sollten alle Stolperfallen entfernt werden. Das sind vor allem Teppichkanten und Türschwellen. Auch vorstehende Kanten sind zu entschärfen. Darüber hinaus sorgen Handläufe an kritischen Stellen für zusätzliche Sicherheit. Das gilt für das Badezimmer und für alle Treppen. Wichtig ist, diese Hilfen auch zu nutzen. Zudem können rutschfeste Unterlagen auf der Treppe und im Badezimmer das Risiko für ein Ausrutschen reduzieren. Dunkle Stellen im Haus und auf dem Grundstück sollten gut ausgeleuchtet sein.

  1. Rutschige Stellen im Herbst und Winter

Im Herbst und Winter steigt die Sturzgefahr für alle Menschen. Die eigenen Bereiche sollten daher immer gut gestreut sein. Für Schuhe gibt es Spikes, die sich einfach im Sitzen mit Gummilaschen über jeden normalen Schuh ziehen lassen. Eiskrallen für einen Spazierstock lohnen sich ebenfalls. Die Hände gehören nicht in die Taschen, sondern sollten durch dicke Handschuhe geschützt frei beweglich sein. Deshalb eignen sich auch Rucksäcke auch besser als Taschen, die die Hände blockieren würden. Wer besonders gefährdet ist oder auf schlecht gestreuten Wegen unterwegs sein muss, findet im Fachhandel Protektoren, die im Falle eines Sturzes das Risiko von Verletzungen erheblich reduzieren.