Heilpflanzen und Kräuter Lexikon Steinklee
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Steinklee/Honigklee (Melilotus)

Der deutsche Name „Steinklee“ leitet sich von den trockenen, steinigen Standorten ab, welche die Pflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler bevorzugt. Der griechische Name Melilotus beinhaltet das Wort „Honig“, denn die Blüten sind sehr honigreich, und werden gerne von Bienen besucht.

In unseren Breiten kommen vor allem drei Arten von Steinklee vor: Der gelbblühende echte Steinklee, der weißblühende Steinklee und der ebenfalls gelbblühende hohe Steinklee. Bei allen 3 Arten handelt es sich um ein- bis zweijährige, krautige Pflanzen. Weltweit sind rund 20 bis 25 Gattungen von Steinklee bekannt. Die Pflanze wirkt leicht, luftig und fast schwebend und wird normalerweise rund einen Meter hoch, manchmal auch höher.

Der Steinklee ist relevant für den Einsatz in der Naturheilkunde, als Hausmittel, aber auch in der Landwirtschaft. Verwendet wird das blühende Kraut, welches von Mai bis August gesammelt werden kann. Trocknen Sie den Steinklee, entfaltet er seinen vollen Duft, denn sein Hauptbestandteil ist Cumarin, welches einen angenehm würzigen Duft verströmt. Sie kennen den Geruch bestimmt von frischem Heu…

Die Wirkstoffe des Steinklees:

Die wichtigsten Wirkstoffe im Steinkleekraut sind mit einem Anteil von 0,3 % Cumarinderivate, die in Form von Glykosiden auftreten. In der Medizin werden Cumarinderivate zur Blutgerinnungshemmung eingesetzt. Bei unzureichender Trocknung des Steinklees entsteht für Mensch und Tier toxisches Dicumarol, in frischen und vollständig getrockneten Pflanzen fehlt es.

Weitere Bestandteile sind flüchtiges Cumarin, Flavonoide und Saponine.

Die Anwendung von Steinklee:

Für die medizinische Anwendung relevant ist der gelbblühende Steinklee, denn er enthält mehr Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) als der Steinklee mit den weißen Blüten. Zur Anwendung kommt der Steinklee sowohl innerlich, als auch äußerlich. Schon im Mittelalter fand das getrocknete Kraut des Steinklees Anwendung bei:

  • müden, schmerzenden und schweren Beinen,
  • nächtlichen Wadenkrämpfe,
  • Juckreiz, Schwellungen, Rötungen,
  • zusätzlich unterstützend bei akuter Thrombose,
  • Krampfadern,
  • Lymphstau,
  • akuten Hämorrhoidalleiden.

Zur äußerlichen Anwendung kommt das Kraut traditionell bei folgenden Leiden:

  • Blutergüsse,
  • Prellungen,
  • Verstauchungen

Die innerliche Anwendung von Steinklee erfolgt durch die Einnahme von Pflanzenextraktkapseln oder –tropfen, sowie das Trinken von Tee. Letzteres wird allerdings bei fehlendem Wissen über den Cumaringehalt der Pflanzen nur eingeschränkt empfohlen.

Äußerlich können Sie den Steinklee in Form von Salben, Tinkturen, Breianwendungen oder Kräuterkissen anwenden. Bei Hämorrhoiden und anderen äußerlichen Anwendungen die ein Auflegen des Pflanzenbreis erfordern, gehen Sie wie folgt vor: 5 Teelöffel getrockneten Steinklee mit gleich viel heißem Wasser durchfeuchten, in Baumwollstoff einschlagen und auflegen.

In der Homöopathie hingegen kommen die frischen Pflanzenteile ohne ihre verholzten Stängel zum Einsatz. Hier werden meist Migräne, Kopfschmerzen und Krampfaderleiden behandelt.

Einige unserer Großmütter kennen den Steinklee als Hausmittel gegen Schaben und Motten in Wäsche und Kleidung, das stark duftende getrocknete Kraut wurde in Stoffsäckchen zwischen der Wäsche im Schrank gelagert.

Nebenwirkungen von Steinklee:

Es gibt derzeit keine Teepräparate mit Steinklee im Handel. Wir empfehlen, den Tee nicht selbst herzustellen, da sich nicht genau sagen lässt, wie viel Cumarin Sie dadurch zu sich nehmen. Die Tageshöchstdosis von 30 mg sollten Sie nämlich nicht überschreiten.

Als Nebenwirkungen sind selten auftretende Kopfschmerzen, sowie Schwindel bekannt. Die früher diskutierte krebserzeugende Wirkung von Cumarin konnte weitgehend widerlegt werden, da dies nur im Tierversuch auftrat, und bei Menschen nicht bestätigt werden konnte.

Bei empfindlichen Menschen wirken sich allerdings bereits geringe Mengen von Cumarin toxisch auf deren Leber auf, jedoch ist der Schaden reparabel, sobald man kein Cumarin mehr zuführt. Auf diesen Umstand wurde auch immer wieder in Zusammenhang mit dem Verzehr von Zimt, insbesondere Cassia-Zimt, hingewiesen.

Sollten Sie dennoch eine Steinklee-Tee-Kur versuchen wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:  Übergießen Sie 1-2 Teelöffel des geschnittenen, getrockneten Krautes mit 150 ml kochendem Wasser, lassen Sie es 5 bis 10 Minuten ziehen. Trinken Sie bei venösen Leiden 2 bis 3 Tassen von dem Tee getrunken.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sollten Sie keine Steinkleepräparate ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.

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