Spannungskopfschmerzen oder Migräne

Spannungskopfschmerzen oder Migräne?

Seit 1988 gibt es die Definition für Kopfschmerzen, die auch die Diagnosekriterien beinhaltet (ICD-10). Diese Kriterien haben international Gültigkeit und werden ebenfalls von der WHO verwendet. Insgesamt werden 13 Arten von Kopfschmerzen unterschieden, die aber weitere 36 Unterkategorien aufweisen. Auch hier gibt es weitere Aufteilungen, so dass schließlich  von 250 Kopfschmerzarten die Rede ist. Die Unterscheidungen sind wichtig, denn nur so ist es möglich, die Schmerzen richtig zu behandeln.

Ursachenforschung nicht vernachlässigen

Es gibt fast nichts, was nicht auch Kopfschmerzen verursachen kann. Dazu gehören auch psychische Faktoren. Dennoch ist es wichtig, sich auf die Suche nach dem Auslöser zu begeben, denn einige der Gründe lassen sich ausschalten. Darüber hinaus können Kopfschmerzen auch Begleiterscheinung anderer gesundheitlicher Beschwerden sein. Wer dann nur den Kopfschmerz behandelt, kümmert sich um das lästige Symptom, anstatt um die gesamte Krankheit. Sie kann sich verschlimmern. Das gilt auch für den Spannungskopfschmerz und die Migräne.

Warum Spannungskopfschmerz und Migräne unterscheiden?

Die Schmerzformen unterscheiden sich deutlich voneinander. Spannungskopfschmerzen dauern eine halbe Stunde bis zu einer Woche, wenn sie nicht durch Medikamente unterbrochen werden. Licht- und Lärmempfindlichkeit sind möglich. Der Schmerz ist drückend und dumpf oder ziehend. Wer unter Spannungskopfschmerzen leidet, kann seinen Alltag zumeist noch gut bewältigen. Für gewöhnlich bessert sich der Schmerz, wenn der Betroffene sich eine Auszeit gönnen kann.

Bei einer Migräne sind Verlauf und Empfindungen anders. Eine Migräne kann zwar ebenfalls mehrere Tage dauern, der Schmerz ist aber stechend, hämmernd oder pulsierend. Ein solcher Anfall beginnt häufig mit Sehstörungen, auch Ohrgeräusche können auftreten. Hinzu kommt eine extreme Lichtempfindlichkeit. Viele Migränepatienten leiden zudem unter Übelkeit und Erbrechen. Jedes Geräusch und jede Lichtquelle kann den Schmerz verstärken, der häufig in Wellen verläuft. Bei Migräne hilft nur absolute Ruhe. Unter der Bewegung verschlimmern sich die Symptome. Auch Berührungen werden als unerträglich empfunden. Es gibt jedoch auch Mitgränepatienten, die keine Kopfschmerzen bekommen, sondern nur Wahrnehmungsstörungen.

Normale Kopfschmerztabletten helfen bei Migräne eher nicht. Auch nach Abklingen der Symptome sind Migränepatienten noch einige Tagen angeschlagen und empfindlich.

Hilfe bei drohenden Kopfschmerzen

Leiden Sie regelmäßig unter Spannungskopfschmerz oder Migräne, empfiehlt es sich einen Schmerzkalender zuführen. Hier werden auch die Vorboten der Schmerzen aufgelistet und die Tagesabläufe. Oftmals lassen sich so die möglichen Auslöser eingrenzen.

Zwar werden Kopfschmerzen vor allem Stressauslösern zugesprochen, die Ursachen können aber auch ganz andere sein. Dazu gehören z. B. Nahrungsmittel. Als ein Auslöser für Migräne ist auch die Reizüberflutung bekannt. Forschungen zeigen außerdem, dass Migränepatienten besonders gefährdet sind, weitere Erkrankungen von Herz- und Kreislauf zu erleiden. Suchen Sie wegen ihrer Migräne einen Arzt auf, sollten Sie auch weitere Untersuchungen in Anspruch nehmen.

Kopfschmerzen und Migräne können sich außerdem unter Hormoneinfluss verschlimmern. Damit kann ein hormonelles Mittel zur Empfängnisverhütung ein Auslöser sein.

Vorbeugung kann entscheidende Verbesserungen bringen

Vorbeugende Maßnahmen können die Häufigkeit von Kopfschmerzen positiv beeinflussen. Leiden Sie immer wieder unter starken Kopfschmerzen, sollte Sie darauf achten, die geeigneten Schmerztabletten im Haus zu haben. Darüber hinaus ist ein geregelter Tagesablauf wichtig. Mahlzeiten auszulassen, zu viel und vor allem zu reichhaltig zu essen und nicht ausreichender Schlaf, stellen Risikofaktoren dar.

Bewegung kann hingegen helfen, Migräneanfälle zu reduzieren. Hier empfehlen sich vor allem Ausdauersportarten. Migränepatienten sollten ihren Tagesablauf kritisch überprüfen und die Ansprüche möglichst reduzieren.

Bei der Ernährung sollten Sie auf frische Zutaten achten. Zuckeraustauschstoffe, Alkohol, Schokolade, reifer Käse, Konserven und Koffein gelten als Mitverursacher von Kopfschmerzen. Um das abschließend zu klären, empfiehlt sich die Ausschlussdiät. Dazu sollten Sie mit Nahrungsmitteln beginnen, die Sie sicher vertragen und dann im Abstand von einigen Tagen weitere Speisen hinzufügen. Als Getränk in dieser Zeit eignet sich vor allem Wasser. 1,5 Liter sollten es in jedem Fall pro Tag sein.