Sonnenöl für schnelle Bräune – gut oder schlecht?

Sonnenöl für schnelle Bräune – gut oder schlecht?

Vor einiger Zeit verband man mit Sonnenöl noch fettige Haut und null Lichtschutzfaktor. Manch Hartgesottene trugen auch einfach Olivenöl auf die Haut auf und riskierten für einen knackigen Sommerteint einen schmerzhaften Sonnenbrand. Rechtzeitig zur Urlaubssaison fragen wir uns: Hat sich an der Qualität der Sonnenöle inzwischen etwas geändert, und ist es immer noch der „Turbobooster“, wenn es um die Bräunung geht? Und, nachdem wir uns inzwischen der Gefahr von UV-Strahlung bewusst sind, ist das für unsere Haut überhaupt gesund? eurapon hat sich für Sie auf Faktensuche begeben.

Worin besteht der Unterschied bei Sonnencreme, Sonnenmilch und Sonnenöl?

Das Angebot an Sonnenschutzprodukten ist ebenso reichhaltig wie undurchschaubar. Um die passende Entscheidung zu treffen, sollten Sie zuerst die Unterschiede kennen:

  • Sonnenmilch: Enthält mehr Wasser als Fett, zieht gut ein, für (fast) alle Hauttypen geeignet.
  • Sonnencreme: Höherer Fettanteil, ideal für trockene Haut, festere Konsistenz. Für fettige Haut nicht sonderlich geeignet.
  • Sonnenöl: Auf den Lichtschutzfaktor achten, der oft nur niedrig ist. Eignet sich deshalb gut für dunklere Hauttypen mit hohem Eigenschutz, vorgebräunte Personen, aber nicht für Kinder. Ebenfalls nicht empfohlen für fettige Haut und Mischhaut, da es zu einer Verstopfung der Poren führen kann.

Schützt Sonnenöl genauso vor Sonnenbrand wie andere Sonnenschutzprodukte?

Wenn Sie auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor achten, dann ja. Inzwischen gibt es sogar Sonnenöle bis zu Lichtschutzfaktor 50, sie bieten Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung. Außerdem gibt es Sonnenöle, die wasserfest sind (trotzdem aber nicht aufs regelmäßige Nachsprühen vergessen!), oder speziell auf die Bedürfnisse empfindlicher Haut abgestimmt sind.

Die Formulierung der Sonnenöle der neuen Generation hat sich deutlich geändert, sie hinterlassen keinen klebrig/fettigen Film mehr auf der Haut. Somit lassen sie sich auch leichter auf die Haut auftragen, und ziehen leichter ein.

Wie viel Sonnenöl muss ich auftragen?

Da sich Sonnenöle schneller von der Haut lösen als Schweiß oder Wasser, muss regelmäßig nachgecremt werden. Eine Menge von 6 Teelöffeln sollte für den gesamten Körper ausreichend sein. Doch Vorsicht, mehr ist nicht gleich mehr, denn wenn zu viel aufgetragen wird, sodass das Sonnenöl nicht mehr einziehen kann, wirkt der Ölfilm wie ein Brennglas. Die Folge kann genau der Sonnenbrand sein, den Sie mit dem Produkt vermeiden wollten.

Wenn Sie an fettiger Haut, Mischhaut oder immer wiederkehrender Akne leiden, sollten Sie auf Sonnenöl besser verzichten, da durch verstopfte Poren die Bildung neuer Pickel gefördert wird.

Wird man durch Sonnenöl schneller braun?

Sonnenöl hat einen hohen Fettgehalt, und versorgt die Haut rundherum mit Feuchtigkeit. Dadurch bräunt man besser, als mit trockener, sich schuppender Haut. Die eingeölte Haut glänzt, die Sonnenstrahlen reflektieren sich, und somit wird der Bräunungseffekt beschleunigt. Somit kann die Frage durch einen simplen physikalischen Vorgang mit „ja“ beantwortet werden.

Da die Sonnenöle, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, gut einziehen, fungiert auch kein übermäßiger fettiger Film als „Brandbeschleuniger“. Diesen (nicht empfehlenswerten!) Effekt erreicht man vor allem durch die Verwendung von Melkfett, Olivenöl etc. Wer zu diesen Mitteln greift, sollte nicht vergessen, einen zusätzlichen Sonnenschutz anzuwenden.

Es gibt jedoch einen natürlichen Inhaltsstoff, der ebenfalls zu einer schnelleren Bräunung führen soll, ohne wie ein Selbstbräuner die oberste Hautschicht einzufärben: Die Süßholzwurzel. Der Süßholzwurzel wird nachgesagt, dass sie im Inneren der Haut die Produktion von Melanin anregen soll. Das Melanin ist ein Pigment, das unter anderem für die Braunfärbung der Haut verantwortlich ist. Sehr viele Sonnenschutzprodukte sind inzwischen mit Extrakten der Süßholzwurzel versehen. Ob hinter dem Effekt jedoch mehr steckt als ein bloßes Werbeversprechen, muss man einfach ausprobieren.

Um eine langanhaltende, gesunde Bräune zu erreichen, empfiehlt sich auch eine betacarotinreiche Ernährung, bzw. die Zufuhr von Beta-Carotin mittels Kapseln. Zu diesem Thema finden Sie ebenfalls einen informativen Artikel auf unserem Blog: Sonnenschutz zum Essen.