Schnarchen
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Schnarchen stoppen – was Sie beachten sollten

Personen mit schnarchendem Partner kennen folgendes Szenario: Man liegt todmüde im bequemen Bett und wünscht sich sehnsuchtsvoll erholsamen Schlaf. Was einen daran hindert: Sägende, röchelnde Atemgeräusche aus dem Nachbarbett. Was man versucht: Den Partner zu wecken, damit er eine andere Liegeposition einnimmt. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Was dann passiert: Man wird ärgerlich und gereizt. Der eine Partner, weil er erst gar nicht einschlafen kann, der andere, weil er ständig geweckt wird.

Die Folge kann ein ernsthafter Beziehungskonflikt sein. Viele geplagte Partner eines Schnarchers plädieren daher auf getrennte Schlafzimmer. Doch ist das wirklich der einzige Ausweg? eurapon hat für Sie ein wenig recherchiert in Bezug auf Ursache und Gegenmittel bei Schnarchen.

Schnarchen – ein oft verkanntes Gesundheitsproblem

Vorneweg: Fast jeder 2. Mann und rund 25 % aller Frauen schnarchen in variablen Intervallen und Geräuschpegeln, vor allem über 50 Jahren. „Normales“ Schnarchen erreicht eine Lautstärke von 17 bis 26 Dezibel, „geübte“ Schnarcher erreichen schon einmal an die 40 Dezibel, es sind sogar Spitzen von bis zu 90 Dezibel möglich. Das entspricht der Lärmkulisse eines LKW’s.

Die geräuschvolle Atmung durch den Mund, auch Rhonchopathie genannt, ist jedoch nicht nur für den gestörten Partner ein Ärgernis, sondern auch für den Schnarcher ein Gesundheitsproblem.

Schnarchen vermindert die Sauerstoffversorgung, was sich auf die Qualität des Schlafes auswirkt. Das hat zur Folge, dass man sich am nächsten Tag nicht ausgeruht, müde und abgeschlagen fühlt, Konzentration und Leistungsfähigkeit leiden darunter.

Bei 2 % der Schnarcher wird die Sauerstoffversorgung sogar unterbrochen, da sie an kurzfristigen Atemaussetzern leiden, der sogenannten Schlafapnoe, welche behandlungsbedürftig ist. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Partner an nächtlichen Atemaussetzern leidet, sollte ein Termin bei einem HNO-Arzt oder einem Facharzt für Schlafmedizin (wird auch oftmals ergänzend von Neurologen oder Internisten angeboten) vereinbart und eine Behandlung eingeleitet werden.

Ursachen für das Schnarchen

Da unser Gewebe im Schlaf erschlafft, entsteht das nervtötende Schnarchgeräusch, wenn Gaumensegel oder Zäpfchen durch die Luftströmung in der Mundhöhle flattern. Da die Erschlaffung im Alter zunimmt, befinden sich viele Schnarcher bereits im fortgeschrittenen Alter.

Dafür gibt es verschiedene Auslöser:

  • Übergewicht,
  • Alkohol- oder Medikamentenkonsum,
  • Erkältung bzw. Heuschnupfen,
  • Rückenlage,
  • Polypen, vergrößerte Rachenmandeln,
  • Kieferfehlstellungen,
  • Nasenscheidewandverkrümmung,
  • Nasenennebenhöhlenentzündung.

Wie therapiert man Schnarchen?

Erste mögliche Gegenmaßnahmen sind das Evaluieren von Lebensumständen. Dabei ist zum Beispiel an vorhandenes Übergewicht zu denken. Dieses sollten Sie möglichst reduzieren. Weiter ist es sinnvoll, spätabends auf üppige, schwer verdauliche Mahlzeiten zu verzichtet. Auch eine Einschränkung von Alkohol und Nikotin kann sich durchaus positiv auf das Schnarchen auswirken. Regelmäßige Bewegung und ausreichendes Lüften im Schlafzimmer trägt zu einer Verbesserung der Schlafgewohnheiten bei.

Führen diese Maßnahmen zu keinem Erfolg, sollte eine Abklärung beim HNO-Spezialisten stattfinden, um körperliche Ursachen des Schnarchens festzustellen oder auszuschließen. Wenn Polypen oder eine Nasenscheidewandverkrümmung schuld am Schnarchgeräusch sind, so kann mit einem kleinen chirurgischen Eingriff Abhilfe geschaffen werden. Auch wenn eine chronische Nebenhöhlenentzündung oder Allergie ursächlich ist, müssen Sie die Grunderkrankung therapieren, damit das Schnarchen als Symptom verschwindet.

Wenn der Besuch beim HNO-Arzt ebenfalls zu keiner Lösung geführt hat, gibt es noch eine Reihe von Hilfsmitteln, die Sie ausprobieren können, um das Schnarchen in den Griff zu bekommen. Dazu gehört beispielsweise die Antischnarchschiene, welche eine Vibration des Weichgaumens verhindern soll. Diese Schiene gibt es in ein- oder zweiteiliger Ausführung in verschiedenen Preisklassen (bis hin zur Massanfertigung durch den Zahnarzt). Der Unterkiefer wird direkt unterhalb der oberen Zahnreihe fix in Position gehalten, wird so in Position gehalten, und es kommt zu keiner Verengung der Atemwege.

Kurzfristige Besserung bringt auch ein Antischnarchspray, welches in den Rachenraum gesprüht, für Linderung sorgt. Durch die entstehende Spannung im Gewebe des Gaumens, mindert es Vibrationen des Gaumens und reduziert so das Schnarchen.

Liegt die Ursache des Schnarchens nicht an der Mundatmung, sollten Sie einen Nasenspreizer aus medizinischem Kunststoff nutzen. Das Ziel ist eine Weitung des Nasenkanals und eine Verbesserung der Nasenatmung.

Wenn das Schnarchen vor allem ein Problem der Rückenlage ist, kann ein Antischnarchkissen helfen, die Schlafposition zu verbessern, und die Seitenlage einzunehmen.

 

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