Schlechte Angewohnheiten - So wird man sie los

Schlechte Angewohnheiten – so wird man sie los

Schlechte Angewohnheiten sind Gewohnheiten, die Sie stören oder Ihnen sogar schaden. Auch wenn es nicht leicht ist, sich davon zu befreien, es ist möglich. Dazu sollten Sie allerdings einige Dinge beherzigen.

Angewohnheiten – das steckt dahinter

Die Frage ist zunächst: Stören Sie sich an Ihren Angewohnheiten oder kommt die Kritik von außen. Möglicherweise haben Sie Gewohnheiten, die Sie selbst als unproblematisch empfinden, während andere Personen sich daran stören. Das können Kleinigkeiten sein, wie „Marotten“ beim Essen. Ein typisches Beispiel ist das Ablecken des Messers, das Verwenden von zu viel Salz oder bestimmte Rituale, die der Umgebung nicht gefallen.

Vielleicht stören Ihre Angewohnheiten Sie aber auch selbst? Ärgern Sie sich, weil es Ihnen schwerfällt, anderen aufmerksam zuzuhören und Ihre Gedanken abschweifen? Tragen Sie das Herz auf der Zunge und würden Sie Gesagtes oft gerne ungesagt machen oder essen Sie nicht geräuschlos? Haben Sie einen Sauberkeitstick oder zwanghaft das Bedürfnis, Ihr Auto auf einem bestimmten Parkplatz abzustellen, wenn Sie einkaufen?

All das sind Dinge, von denen Sie sich befreien können, wenn Sie es wirklich wollen. Das gilt auch für ungesunde Angewohnheiten, wie Rauchen, übermäßiger Konsum von Süßigkeiten oder das Problem, dass Sie zu viel Zeit am Computer verbringen.

Raus aus dem Teufelskreis

Es ist der Klassiker, dass wir zwar entscheiden, uns von schlechten Angewohnheiten verabschieden zu wollen, dann aber erst wieder daran denken, wenn wir feststellen: “Jetzt habe ich es schon wieder getan“! Das ist es, was die Gewohnheit ausmacht, denn wir handeln, ohne zu denken.

Die Aufgabe lautet also, das Bewusstsein dazwischen zu schalten. Eine schwierige Aufgabe, die sich allerdings mit Disziplin bewältigen lässt.

Zunächst ist es wichtig, sich zu fragen, wieso es zu diesen Gewohnheiten gekommen ist. Gewohnheiten entstehen schließlich aus einem konkreten Grund, oft auch zielgerichtet oder zumindest durch ein Zulassen und zwar aus einem guten Gefühl heraus, das Richtige zu tun. Gewohnheiten beschleunigen Prozesse oder vereinfachen sie. Das führt dazu, dass das Gehirn sie anders verarbeitet, als Vorgänge, die mehr Konzentration und bewusste Entscheidungen erfordern.

Schlechte Gewohnheiten gehen daher allesamt sehr schnell ins Unterbewusstsein über, denn sie werden in einem bestimmten Bereich des Gehirns abgespeichert, den Basalganglien. Dort sind sie in bester Gesellschaft, nämlich bei all den anderen Gewohnheiten, die uns das Leben erleichtern, weil sie die Prozesse automatisieren, wie das Schalten im Auto, das Vorbereiten des Frühstücks oder das Einräumen der Spülmaschine. Gewohnheiten sind damit nicht grundsätzlich schlecht. Wir müssen nur ab und zu diesen Teil des Gehirns „aufräumen“ und die Gewohnheiten, die wir nicht mehr wollen „deinstallieren“.

So gewöhnen Sie sich um

Zunächst müssen Sie den Auslösereiz identifizieren, denn Ihr unerwünschtes Verhalten hat immer auch einen Auslöser. Führen Sie ein Emotionsprotokoll und tragen dann auch ein, an welchen Stellen Sie das unerwünschte Verhalten gezeigt haben. Hier liegt der Grund für Ihr Verhalten. Handelt es sich um ein Ausweichverhalten? Ist Ihnen etwas zu viel? Stellen Sie sich dieser Herausforderung und finden Sie einen direkten Weg, das Problem zu beseitigen.

In den meisten Fällen handelt es sich um Kleinigkeiten. Typisch ist eine Situation, die zwar zum Alltag gehört, Sie aber belastet. Vielleicht haben Sie auch den Eindruck, dass Sie sich etwas Erleichterung einfach verdient haben. Analysieren Sie das Gefühl, das zeitlich vor Ihrem Verhalten liegt. Sind Sie gereizt, frustriert, unglücklich? Was könnte Ihnen alternativ Freude bereiten? Schaffen Sie sich einen kleinen, gesunden Freiraum, wie

  • Eine Tasse mit hochwertigem Tee
  • Ein duftendes Bad
  • Eine sportliche Einheit, wie Sit-ups
  • Rufen Sie einen netten Menschen an

Erstellen Sie sich eine Liste mit den Dingen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, aber Ihnen Freude bereiten. Brechen Sie aus dem Alltag aus, wo immer das möglich ist. So wirbeln Sie den Rhythmus durcheinander und helfen Ihrem Gehirn, die unerwünschte Gewohnheit zu löschen.

Tanzen Sie!

Wenn Sie gerne Musik hören und Musik Sie beschwingt, drehen Sie in unangenehmen Momenten die Musik auf, wenn die Umgebung das erlaubt. Tanzen Sie, bewegen Sie sich, lassen Sie die Musik auf sich wirken. Ihre Lieblingsmusik ist dafür genau richtig. Reißen Sie sich aus der Routine. Wenn Sie Spaß daran bekommen, ziehen Sie sich bequeme Kleidung an und befreien Sie sich zur Musik von störenden Blockaden im Kopf.

Werden Sie kreativ!

Kreativität ist ein starkes Mittel gegen schlechte Gewohnheiten. Sicher können Sie auch etwas sehr gut, wie eine bestimmte handwerkliche Arbeit, mit der Sie Ihr Umfeld verschönern oder verbessern können. Oder Sie haben – oder entwickeln eine künstlerische Ader. Malen Sie oder basteln Sie etwas, lernen Sie ein Instrument zu spielen oder schauen Sie einfach mal in das Programm der örtlichen Volkshochschule. Dort können Sie verschiedene Kurse belegen und sich neues kreatives Wissen aneignen.

Entspannungstechniken helfen bei der Ablenkung

Wer zu Schokolade oder Zigaretten greift oder ab und zu ein Glas zu viel trinkt, sollte sich mit Entspannungstechniken befassen. Atemübungen und die Kombination von Atem- und Bewegungsübungen beruhigen und helfen, den Drang nach lieb gewonnenen Gewohnheiten zu überwinden. Mit etwas Übung kann das innerhalb weniger Minuten gelingen und Sie können zu Ihren eigentlichen Aufgaben oder anderen Vorhaben zurückkehren, ohne sich in schlechten Gewohnheiten zu verlieren.

Warum es so wichtig ist, schlechte Gewohnheiten abzulegen

Schlechte Gewohnheiten summieren sich. Als ausweichendes Verhalten können sie dazu führen, dass Sie auf Dauer Ihre Möglichkeiten immer weiter reduzieren, weil Sie sich in Verhaltensweisen flüchten, die Ihnen Chancen verbauen. Außerdem geht auf Dauer und mit zunehmender Zahl schlechter Angewohnheiten die Fähigkeit verloren, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das führt zwangsläufig dazu, dass Sie im Alltag und im Berufsleben zurückfallen.

Um das zu vermeiden ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Sie sich mit jeder weiteren schlechten Angewohnheit in Zukunft noch mehr anstrengen müssen. Hat der „innere Schweinehund“ die Oberhand, müssen Sie sich Ihre Disziplin mühsam neu erarbeiten. Gehen Sie Ihre schlechten Gewohnheiten deshalb sofort, aber der Reihe nach, an. Wählen Sie dafür möglichst ein Wochenende oder einen Urlaub und lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es hin und wieder einen Rückschlag gibt. Sie lernen dadurch und erlangen neue Möglichkeiten, schwierige Situationen zu bewältigen.