Heilpflanzen und Kräuter Lexikon Rosmarin

Rosmarin – Gewürzpflanze und Kraut aus der Naturheilkunde

Der Rosmarin ist ein aus dem Mittelmeerraum stammender Strauch, wo er auch nach wie vor wild wächst. Um ihn rankten sich viele Mythen, vom Symbol für Liebe und Schönheit bis hin zum Bann vor bösen Geistern.

Eines der ersten destillierten Parfums enthielt das ätherische Öl des  Rosmarins als wichtigen Bestandteil. Ebenso bis heute das allseits bekannte „Kölnisch Wasser“.

In Italien und Frankreich gehört der Rosmarin zu den bedeutsamsten Gewürzpflanzen für Fleisch, Wild und Geflügel. Allerdings sollte man das Gewürz sparsam dosieren, da der intensive Geschmack schnell hervorstechen kann.

Immergrüner Nadelstrauch mit intensivem Duft

Der Rosmarin war bei den alten Griechen Aphrodite, der Göttin der Schönheit und der Liebe, gewidmet. In Europa verbreitete sich die Pflanze wohl durch die Römer, neben der Verwendung als Zierpflanze war der Rosmarin für stärkende und anregende Wirkung bekannt. Königin Isabella von Ungarn (16. Jh.) sagte einem Kräuterwässerchen mit Rosmarin eine extrem verjüngende Wirkung nach.

Der Strauch, an dessen Stängeln sich die Tannennadeln ähnelnden Rosmarinnadeln befinden, gehört zur Familie der Lippenblütler. Rosmarin ist immergrün und erreicht Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Meter. Geschmack und Duft ähneln dem Kampfer, es lassen sich jedoch auch Nuancen von Kiefernnadeln und Muskat feststellen, also herb und holzig. Ein weiterer Name im Volksmund ist auch Weihrauchkraut, da Rosmarin wegen seines starken Duftes oftmals als Ersatz dafür verwendet wurde. Zwischen Juli und August entstehen glockige, zweilippige, hellblaue Blüten.

Der Rosmarin fühlt sich auch im heimischen Kräutergarten wohl, die Blätter können Sie das ganze Jahr über ernten. Am liebsten mag der Strauch sonnige, trockene, kalkreiche Standorte, an Wind ist er gewöhnt.

Lieblingspflanze von Pfarrer Kneipp

Der bekannte naturheilkundige Pfarrer Sebstian Kneipp soll den Rosmarin als eine seiner Lieblingspflanzen auserkoren haben. Wodurch genau der Strauch zu der Ehre kam, ist ungewiss, Gründe dafür gibt es allerdings viele.

In Rosmarinblättern sind ca. 2,5 % ätherische Öle enthalten, vor allem Terpene, wie Cineol, Borneol, Bornylacetat, Kampfer, Carnosol, Carnosolsäure und Terpineol. 8 % entfallen auf die Gerbstoffe, und zwar überwiegend Rosmarinsäure. Flavonoide, Bitterstoffe, Saponine und Harz findet man ebenso in den Rosmarinnadeln.

Üblicherweise wird der Rosmarin entweder als Tee genossen oder äußerlich in Form von Bädern oder Salben angewandt. Oftmals kommt darin Rosmarin in konzentrierter Form als ätherisches Öl zum Einsatz. Dieser ist nicht zum Verzehr geeignet und sollte nicht eingenommen werden, da es den Magen reizen könnte. Auch äußerlich sollten Sie es allenfalls verdünnt anwenden, Apotheker oder Drogisten können hierzu genauere Auskünfte geben.

Schulmedizinisch und gestützt auf kontrollierten Studien wird dem Rosmarin seitens der zuständigen europäischen Gesundheitskommissionen folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • Innerliche Anwendung: bei dyspeptischen Beschwerden (Verdauungsstörungen im Oberbauch)
  • Äußerliche Anwendung: Kreislaufbeschwerden, zur unterstützenden Therapie rheumatischer Erkrankungen

Kreislauf ankurbeln mit Rosmarin

Die ätherischen Öle des Rosmarins wirken anregend und stärken Kreislauf. Wenn Sie an morgendlichem Schwindel leiden, empfehlen sich Armbäder mit Rosmarinöl. Auch nervöse Zustände lassen sich durch solche Aromatherapien behandeln.

Das ätherische Öl in die Schläfen massiert bringt Linderung bei Kopfschmerzen und Migräne, ebenso bei rheumatischen Gelenksbeschwerden bei der Anwendung auf den entsprechenden Gelenken. Zuvor sollten Sie jedoch die Hautverträglichkeit durch kleines, punktuelles Auftragen überprüfen.

Verantwortlich für diese Wirkungen ist größtenteils das im Rosmarin enthaltene Borneol, eine Verbesserung der Durchblutung bewirkt vor allem das Cineol.

Rosmarin bei Erkältungskrankheiten

Die Kombination von Cineol und Kampfer ist besonders wirksam bei Inhalationen von ätherischem Rosmarinöl in heißem Wasser. Es macht die Nase frei, wirkt schleimlösend und erleichtert das Abhusten von Schleim. Tee aus frischen oder getrockneten Rosmarinblättern wird in der Naturheilkunde zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.

Rosmarin zur Verdauung

Zur Unterstützung der Verdauung, zur Auflösung von Blähungen und zur Förderung des Appetits können Sie Speisen mit Rosmarin würzen und auch Rosmarintee trinken. Rosmarin besitzt konservierende Eigenschaften bei fettem Fleisch.

Rosmarin für Gedächtnis und Konzentration

Schüler bei den alten Griechen trugen bei Prüfungen Rosmarinkränze am Kopf, dies mit dem Hintergrund, dass Konzentration und Gedächtnisleistung gefördert werden. Tatsächlich sind laut neuen Studien Carnolsäure und Cineol an der Verarbeitung von Toxinen und freien Radikalen beteiligt, welche potentiell Demenz und Alzheimer auslösen könnten. Hierzu kann man entweder Rosmarintee trinken, oder das ätherische Öl in einer Duftlampe verströmen lassen. Dort wirkt es darüber hinaus auch gegen Erschöpfung, Antriebslosigkeit sowie Nervosität.

Nebenwirkungen von Rosmarin

Bei der Einhaltung von vorgeschriebenen Dosen sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Ätherisches Öl sollte nur äußerlich verwendet werden, da es den Magen-Darm-Trakt reizt. Wird Rosmarin spätabends eingesetzt, kann es zu Schlafstörungen kommen, da es Kreislaufanregend wirkt.

In der Schwangerschaft sollte man auf ätherisches Rosmarinöl und Bäder darin verzichten, da es wehenfördernd wirken kann.

Darüber hinaus sollte bei der Inhalation seitens Asthmatikern/COPD darauf geachtet werden, dass das Einatmen von ätherischen Ölen zum Auslösen von Hustenreizen führen kann.

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