Rohkost Meerrettich
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Rohkost Meerrettich – das gesunde und robuste Gemüse

Meerrettich ist eine sehr alte Kulturpflanze, die schon vor dem 12. Jahrhundert in den Küchen verarbeitet wurde. Das Kreuzblütengewächs ist aber nicht nur schmackhaftes Gemüse, es gilt auch als Heilpflanze. Leider gerät der Meerrettich immer mehr in Vergessenheit, dabei ist er vielseitig einsetzbar und kann sowohl roh als auch gedünstet genossen werden.

Was macht den Meerrettich aus?

Meerrettich ist reich an Vitamin C, B1, B2 und B6. Er erhält außerdem folgende Mineralien:

  • Kalzium
  • Eisen
  • Phosphor
  • Kalium

Meerrettich enthält außerdem Glucosinolate, die den Senfölglykosiden zugerechnet werden. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die eine pharmakologische Wirkung entfalten. Somit wirkt der Meerrettich in Grenzen wie ein natürliches Medikament.

Welche Wirkung hat Meerrettich?

Senföle, wie sie im Meerrettich vorkommen, stehen immer wieder im Fokus der Forschung. Nach dem derzeitigen Stand helfen sie vor allem bei beginnenden Infektionskrankheiten. Meerrettich hat sich im Einsatz gegen Erkältungen und bei Blasenentzündungen als Nahrungsmittel bewährt.

Auch die Krebsforschung befasst sich mit Meerrettich. Tests im Labor haben gezeigt, dass die Wirkstoffe offenbar in der Lage sind, Prozesse zu hemmen, von denen bekannt ist, dass sie Krebs auslösen können. Ob sich mit Meerrettich allerdings das Risiko für eine Krebserkrankung senken lässt, ist bislang nicht geklärt.

Übrigens kann die scharfe Knolle auch für Unverträglichkeiten sorgen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Speiseplan zunächst mit kleinen Mengen Meerrettich zu bereichern. Inhaltsstoffe aus dem Meerrettich als Nahrungsergänzungsmittel sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Auch hier können empfindliche Personen mit Verdauungsproblemen reagieren. Meerrettich entwickelt seine Schärfe übrigens unter anderem in Abhängigkeit zu den Bodenverhältnissen. Deshalb kann die Knolle mal schärfer und auch milder sein.

Die Zubereitung von Meerrettich

Meerrettich hat einen scharfen Geschmack und wird daher gerne als Gewürz eingesetzt. Er eignet sich aber auch als Gemüsebeilage oder Suppe. Meerrettich ist darüber hinaus als Rohkost beliebt.

Frisch aus der Erde, geraspelt oder in feine Streifen geschnitten, sorgt er für einen pikanten Geschmack. Beim Schneiden setzt die Knolle bereits ihre Inhaltsstoffe frei. Das Ergebnis ist eine scharfe Ausdünstung, die die Schleimhäute reizen kann. Tränende Augen bei der Zubereitung von Meerrettich sind daher keine Seltenheit.

Die grünen Anteile unter der Schale schmecken bitter und sind somit nicht genießbar. Wesentlich einfacher klappt das Zerteilen mit einem geschlossenen Universalzerkleinerer.

Meerrettich ist als gekochtes Gemüse eine beliebte Beilage zu Fisch und Fleisch. Er lässt sich aber auch gut zu kräftigen Dips verarbeiten. Es genügt, ihn zu zerkleinern und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer zu würzen. Wem der Dip zu scharf ist, der kann ihn mit Schmand oder Sahne abmildern. Als vegane Variante empfiehlt sich dafür ein Schuss Soja-Milch. Pfiffige Snacks gibt der Meerrettich ebenfalls her. In Scheiben geschnitten und getrocknet (gedörrt oder gebacken), lassen sich so gesunde und scharfe Chips herstellen, die sich auch lange halten.

Meerrettich im heimischen Garten?

Meerrettich ist eine robuste Pflanze, die sich sehr gut im eigenen Garten anpflanzen lässt. Ausgewachsen erreicht das Gewächs eine stattliche Höhe von 1,5 Metern und bildet eine fleischige Wurzel aus. Meerrettich blüht von Mai bis Juli. Neue Pflanzen werden aus den Seitentrieben der Hauptwurzel gewonnen, die dann im nächsten Jahr gepflanzt werden. Alternativ gibt es die Triebe (Fechser) auch im Gartenbau.

Da Meerrettich eine Pfahlwurzel entwickelt, braucht er weichen Boden. Optimal ist der Boden mit etwas Sand angereichert. Er schätzt außerdem einen sonnigen Platz. Geerntet wird die Wurzel ab Oktober bis in den Januar hinein. Allerdings laugt der Meerrettich die Böden stark aus, weshalb Pausen nötig sind.

Meerrettich ist ausgesprochen robust. In verlassenen Gärten oder auf ehemals genutzten Flächen treibt er noch Jahre später wieder neu aus und übersteht auch häufiges Mähen. In verwilderter Form kommt er somit auch in der freien Landschaft vor und kann ein Indiz dafür sein, dass auf der Fläche früher Gemüseanbau betrieben wurde.

 

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