Hände waschen in fünf Schritten

Richtiges Händewaschen:– Ein effektiver Schutz vor Krankheiten

Prinzipiell können im Alltag überall Keime lauern. Insbesondere auf den Oberflächen gemeinsam genutzter Gegenstände wie Türgriffe, Einkaufswagen oder Fahrstuhlknöpfe haben Krankheitserreger oft leichtes Spiel, um sich von Hand zu Hand und somit von Mensch zu Mensch zu verbreiten. Fassen wir uns nach deren Benutzung anschließend etwa ins Gesicht, können Viren oder Bakterien über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen in den Körper gelangen. Regelmäßiges und vor allem richtiges Händewaschen ist daher nicht erst seit dem neuartigen Coronavirus SARS-Cov-2 ein effektives Mittel, um sich vor Erregern zu schützen oder zumindest das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Wann und wieso Sie Ihre Hände waschen sollten

Von klein auf lernen wir, dass wir uns die Hände mit Seife ordentlich waschen sollen. Ordentlich bedeutet gründlich, denn gründliches Händewaschen kann die Anzahl der Keime auf den Handoberflächen deutlich reduzieren. Deutlich bedeutet in diesem Fall, dass wir – vereinfacht gesagt – bei einem einzigen Waschgang von 1.000 Keimen auf der Haut bis zu 999 Stück beseitigen können.

Aber nicht nur Gründlichkeit ist wichtig, sondern auch das Händewaschen vor, während und nach bestimmten Handlungen kann die Verbreitung von Krankheitserregern effektiv angehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zählen folgende Ereignisse auf, wann Sie sich die Hände unbedingt waschen sollten:

  • wenn Sie nach Hause kommen
  • nach dem Toilettengang
  • nach dem Windelwechseln
  • nachdem Sie einem Kind auf Toilette geholfen haben
  • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen
  • nach Kontakt mit Abfällen jeder Art
  • nach Kontakt mit Tieren oder Tierfutter
  • vor der Einnahme von Medikamenten, dem Einsetzen von Kontaktlinsen sowie vor dem Auftragen von Kosmetika
  • vor dem Essen sowie vor, während und nach der Zubereitung von Speisen (speziell bei der Verarbeitung von rohem Fleisch)
  • vor und nach dem Kontakt mit Kranken sowie beim Betreten und Verlassen von Krankenhäusern und Krankenstationen
  • vor und nach der Behandlung von Wunden

So waschen Sie Ihre Hände richtig

Es spielt keine Rolle, ob Sie sich zu Hause befinden oder unterwegs sind. Lassen Sie sich beim Händewaschen nicht hetzen und gehen Sie gründlich vor. Eine halbe bis eine ganze Minute sind nichts im Vergleich zu zwei Wochen Bettruhe, wenn Sie etwa an einer Grippe erkranken. Und so geht’s:

  1. Halten Sie Ihre Hände unter fließendes Wasser. Die Wassertemperatur ist nicht ausschlaggebend für das Ergebnis. Sie können zwischen warm, lauwarm und kalt frei wählen.
  2. Seifen Sie Ihre Hände für mindestens 20 Sekunden ein. Wie lange Sie tatsächlich brauchen, hängt davon ab, wie schmutzig Ihre Hände sind.
  3. Beim Einseifen sind nicht nur die Handinnenflächen wichtig, sondern auch der Handrücken, die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume, Fingernägel sowie die Daumen.
  4. Die eingeseiften Hände spülen Sie danach unter fließendem Wasser wieder ab, bis keine Schaum- oder Seifenreste mehr vorhanden sind. Achten Sie beim Schließen des Wasserhahns in öffentlichen Einrichtungen darauf, dass Sie die Armatur entweder mit dem Ellbogen oder einem Einweghandtuch betätigen. Dort könnten sich nämlich Keime angesammelt haben, weshalb Sie dann Ihre Hände erneut waschen müssten.
  5. Trocknen Sie die Hände komplett ab und verwenden Sie ein eigenes Handtuch. Zudem sollte das Handtuch trocken sein, denn Keime fühlen sich in feuchter Umgebung wohl und vermehren sich dort. Auf öffentlichen Toiletten sollten Sie Einweghandtücher verwenden.

richtiges Händewaschen

Handhygiene unterwegs

Grundsätzlich sollten Sie unterwegs vorsichtig sein. Das gilt nicht nur für das Schließen des Wasserhahns, sondern auch dann, wenn Ihnen keine Waschgelegenheit zugänglich ist. Dann sollten Sie nach Möglichkeit auf geeignete alkoholische Lösungen oder desinfizierende Gels und Tücher zurückgreifen. Da allerdings auch diese nicht immer greifbar sind, sollten Sie streng darauf achten, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen oder Essen mit den Händen zu berühren.

Händewaschen mit oder ohne Seife?

Zunächst einmal sollten Sie sich die Hände auch immer dann waschen, wenn keine Seife vorhanden ist. Das ist allemal besser, als einfach darauf zu verzichten. Untersuchungen haben gezeigt, dass allein sauberes Wasser zum Beispiel das Risiko einer Durchfallerkrankung deutlich senken kann. Allerdings ist Händewaschen mit Seife weitaus wirksamer als ohne. Das liegt vornehmlich daran, dass wir uns zum einen durch Seife die Hände gründlicher einreiben und es zu intensiveren mechanischen Bewegungen kommt, zum anderen spülen wir die Hände auch gründlicher ab.

Bei der Wahl der Waschsubstanz sollten Sie ein paar Dinge beachten: Sie sollten eine milde, pH-neutrale Seife verwenden, die sowohl auf Duft- und Farbstoffe als auch auf Konservierungsmittel verzichtet. Dadurch halten Sie den Säureschutzmantel der Haut intakt, der als zusätzliche Barriere für Fremdorganismen fungiert und die Haut mit Feuchtigkeit versorgt. Ebenso sollten Sie eine flüssige Seife bevorzugen, da diese im Gegensatz zu einem Seifenstück sofort verbraucht wird und nicht durch mehrere Hände wandert. Das Teilen einer festen Seife erhöht das Risiko, dass sich an deren Oberfläche Bakterien ansammeln.

Sollte wirklich ein Desinfektionsmittel benutzt werden?

Häufiges Händewaschen ist kein Garant dafür, dass Keime unschädlich gemacht werden. Desinfektionsmittel sind da effektiver, aber auch nur bei korrekter Anwendung, wie es etwa auf den Verpackungshinweisen vermerkt ist. Allerdings greifen Desinfektionsmittel den Schutzmantel der Haut an. Sinnvoll ist dieser zusätzliche Schutz daher nur dann, wenn Sie zum Beispiel einen Erkältungsfall in der Familie haben, oder wenn Sie mit einem Menschen in Kontakt kommen, der krank ist. Beim alltäglichen Händewaschen muss eine Desinfektion nicht unbedingt sein.

Trocknet Händewaschen die Haut aus?

Ob die Haut beim Händewaschen Schaden nimmt, hängt vom jeweiligen Hauttyp und von der Häufigkeit des Händewaschens ab. Auch zu heißes Wasser oder langes Abtrocknen bzw. Abrubbeln können die Haut schädigen.

Bei eher empfindlicher Haut kann es zudem passieren, dass sich die Hände nach dem Waschen trocken und glatt anfühlen. Dann empfiehlt sich eine fetthaltige Handcreme, die Sie sanft in die Haut einmassieren sollten.

Weiterführende Links zum richtigen Händewaschen

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Händewaschen

Unicef – Einfacher Schutz vor vem Coronavirus: So Waschen Sie Ihre Hände richtig