Tipps gegen Reisekrankheit

Reisekrankheit – So starten Sie entspannt in den Urlaub

Urlaubszeit – die schönste Zeit im Jahr! Es werden Kataloge gewälzt, im Internet Preise verglichen, und schließlich die beste Destination ausgewählt. Noch kurzer Stress beim Kofferpacken, aber dann steht Sommer, Sonne, Sonnenschein nichts mehr im Wege… Oder doch? Leider macht einigen von uns eine mehr oder weniger ausgeprägte Reiseübelkeit den Weg zum Urlaubsort derart zur Tortur, dass manche Betroffene sogar lieber auf eine Reise verzichten. Geplagt von Übelkeit und Brechreiz im Verkehrsmittel, muss das sein? Wir haben einige nützliche Tipps für Sie zusammengetragen, damit Sie sich auf den wohlverdienten Urlaub auch uneingeschränkt freuen können.

Was versteht man unter Reisekrankheit?

Typische Symptome der Reisekrankheit, im Fachjargon Kinetose genannt, sind das Auftreten von Kaltschweißigkeit, es bildet sich vermehrt Speichel, das flaue Gefühl im Magen verstärkt sich zu Übelkeit, schließlich kommt Erbrechen hinzu.

Fast jeder von uns ist einmal in seinem Leben davon betroffen, dass unser Körper mit den genannten Symptomen auf ungewohnte Bewegungen oder Beschleunigungen reagiert. Rund 5 bis 10 Prozent der Menschen sind stark von Reiseübelkeit betroffen, in etwa so viele sind relativ unempfindlich. Der Rest von rund 75 % ist als „normal empfindlich“ einzustufen.

Säuglinge und Menschen ab 50 Jahre sind von der Reiseübelkeit ebenfalls wenig bis kaum betroffen, Kinder von 2 bis 12 Jahren hingegen sehr häufig. Ebenfalls leiden Frauen häufiger als Männer an den unangenehmen Symptomen.

Unterschieden wird die Reisekrankheit in Verkehrsmitteln wie Auto, Bus oder Zug, die Seekrankheit auf Schiffen und die Flugkrankheit im Flugzeug.

Ursachen von Reisekrankheit

Das Hauptproblem für Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Co. sind ungewohnte schaukelnde, rüttelnde oder schwingende Bewegungen, die unser Gleichgewichtsorgan durcheinanderbringen. Widersprüchliche Eindrücke sorgen für eine Verwirrung der Sinnesorgane (Augen melden Stillstand, während Gleichgewichtsorgan Schwankungen und Erschütterungen verspürt). Genau genommen ist die Reisekrankheit deswegen auch keine Erkrankung, sondern eine Schutzfunktion unseres Körpers. Das hilft uns aber im Ernstfall nicht weiter, denn wenn einen die Reiseübelkeit fest im Griff hat, ist einem der Wunsch zu sterben kurzfristig nicht fremd.

Was tun gegen Reiseübelkeit?

Je nach Verkehrsmittel gibt es verschiedene Möglichkeiten der Vorbeugung, damit die Reiseübelkeit nicht oder nicht so stark auftritt:

Autofahrern geht es am besten, wenn sie selbst das Fahrzeug lenken. Wenn Sie Beifahrer sind, sollten Sie möglichst vorne sitzen, wo sie Ihren Blick uneingeschränkt auf die Straße richten können. Vermeiden Sie unbedingt, während der Fahrt zu lesen, und halten Sie an, wenn Sie länger auf die Straßenkarte schauen wollen. Überhaupt sollten regelmäßige Pausen eingelegt werden.

Im Bus sollten Sie vorne bis mittig sitzen, da es hier am wenigsten schaukelt. Auch hier gilt, nicht lesen, sondern nach Möglichkeit nach vorne blicken und die Straße im Auge behalten.

Im Zug kommt es manchmal zum Auftreten von Reisekrankheit, wenn man gegen die Fahrtrichtung sitzt. Achten Sie darauf, immer in Reiserichtung zu sitzen, und bewegen Sie sich immer wieder einmal im Gang auf und ab.

Die idealen Plätze im Flugzeug sind nahe den Tragflächen. Reservieren Sie sich einen Platz am Gang, damit Sie möglichst oft aufstehen können.

Auf dem Schiff sollten Sie eine Kabine im Mittelteil wählen, entweder knapp über dem Wasserspiegel, oder auf Deck. Sorgen Sie für regelmäßige Frischluftzufuhr.

Medikamentöse Behandlung der Reiseübelkeit

Trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen kann es erforderlich sein, zusätzlich vorbeugend mit Medikamenten gegen die Reiseübelkeit vorzugehen. Bei leichten bis mittelschweren Fällen werden meist Antihistaminika verordnet, die z.B. den Wirkstoff Dimenhydrinat enthalten. Das Medikament gibt es in Tabletten-, Kapsel- oder auch in Kaugummiform. Bei leichten Fällen empfiehlt sich der Kaugummi, da hier die Dosis niedriger ist, und die Müdigkeit als Nebenwirkung weniger stark auftritt.

Bei schweren Fällen kommen manchmal Pflaster mit dem Wirkstoff Scopolamin oder Tabletten, bzw. Tropfen mit Promethazin zum Einsatz.

In leichten Fällen kann man auch mit der Einnahme von 500 mg Ingwer alle 4 Stunden gegensteuern, oder Akupressurbänder für das Handgelenk aus der Apotheke einsetzen. Auch verschiedene Globuli haben sich bei Reisekrankheit bewährt, je nach Art der Beschwerden empfehlen sich Cocculus D12, Petroleum D12, Borax D12 und Tabacum D12.