Prostata Vorsorgeuntersuchung
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Prostata-Vorsorgeuntersuchung – Das erwartet Sie beim Urologen

Ab dem 45. Lebensjahr wird es für Männer zum Thema – die Prostata-Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Dennoch scheuen sich Umfragen zufolge viele Männer, diesen wichtigen Termin wahrzunehmen: Es werden Stress oder Termine vorgeschützt, oder man hält die Untersuchung nicht für wichtig, weil man selbst doch bestimmt nicht Prostatakrebs bekommt.

Dabei handelt es sich beim Prostatakrebs um die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland, jährlich werden rund 63.400 Erkrankungen diagnostiziert. Dank den Entwicklungen der modernen Medizin bedeutet die Erkrankung jedoch noch lange nicht das Todesurteil – auch wenn man(n) ein Risiko von 13 % hat, im Laufe des Lebens an Prostatakrebs zu erkranken, so liegt die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben, bei 3 % (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft).

Maßgeblich für einen guten Verlauf der Erkrankung ist die Erkennung im Frühstadium. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute näher mit der Vorsorge-Untersuchung der Prostata – wie muss man sich diese vorstellen?

Die digital-rektale Tastuntersuchung:

Die Untersuchung zur Früherkennung setzt sich aus der rektalen Tastuntersuchung, sowie dem PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) zusammen.

Die digital-rektale Tastuntersuchung, kurz DRU, wird durch den Finger des Urologen vorgenommen (das Wort „digital“ leitet sich in diesem Zusammenhang vom lateinischen Begriff „Digitus“ = Finger ab). Der Patient wird seitlich mit angewinkelten Beinen gelagert, anschließend wird ein Finger mit Hilfe von Gleitgel langsam und möglichst schmerzlos in den After eingeführt. Die Untersuchung gibt Aufschluss über Form, Lage und Konsistenz der Prostata, bzw. ob Druckschmerzen bestehen. Wenn sich die Prostata dabei sehr hart anfühlt, ist dies stets ein Alarmsignal. Außerdem können anhand dieser Untersuchung Veränderungen am Analkanal, Rektum oder den Samenblasen festgestellt werden.

Üblicherweise ist die Untersuchung maximal ein wenig unangenehm, nicht jedoch schmerzhaft. Wenn Schmerzen dabei auftreten, deutet dies meist auf eine Entzündung der Prostata (=Prostatitis) hin.

Rund 60 % der diagnostizierten Tumore werden bei der DRU-Untersuchung festgestellt. Wenn der Tastbefund positiv ist, also einen krebsverdächtigen Befund ergibt, wird in Zusammenschau mit dem PSA-Wert als nächster Schritt eine Biopsie (Gewebeprobenentnahme) erfolgen.

Was ist das PSA, was sagt es aus?

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Enzym, welches einerseits beim gesunden Mann vorkommt, sein Spiegel im Blut kann jedoch auch Hinweise auf möglicherweise vorhandenen Prostatakrebs geben. Die Aufgabe des PSA ist es, zusammen mit dem Prostatasekret den Samen nach der Ejakulation zu verflüssigen.

Man unterscheidet 3 verschiedene Serumkonzentrationen im Blut:

  • Gesamt-PSA,
  • das freie, im Blutserum gelöste PSA,
  • das an Serumproteine gebundene (komplexierte) PSA.

PSA wird ausschließlich von Zellen der Prostata hergestellt, jedoch auch von bösartigen Zellen eines Prostatakarzinoms, dann in bis zu 10-fach höheren Mengen als normale Prostatazellen. Bei einem niedrigen PSA-Wert im Blutserum ist das Vorhandensein eines Prostatakarzinoms zwar nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

Es gibt natürlich noch weitere Gründe für eine (kurzfristige) Erhöhung des PSA-Wertes im Blut, abgesehen von einer Prostatakarzinomerkrankung, beispielsweise:

  • Prostataentzündung,
  • diverse Sportarten wie Reiten oder Rad fahren,
  • Geschlechtsverkehr,
  • das Setzen eines Harnblasenkatheters,
  • durch die digital rektale Tastuntersuchung.

Der PSA-Wert im Blut kann auch durch äußere Einflüsse erniedrigt werden, zum Beispiel durch

  • verschiedene Medikamente, u.a. gegen gutartige Prostatavergrößerung, Statine,
  • die Therapien (Strahlen und Medikamente) bei Prostatakrebs,
  • die Entfernung der Prostata.

Damit der Gesamt-PSA-Wert richtig interpretiert werden kann, müssen die Gründe zur Erhöhung oder Erniedrigung bekannt sein, bzw. ausgeschlossen werden. Damit nicht unnötig verfrüht eine Gewebebiopsie durchgeführt wird, aber auch kein Karzinom übersehen wird, hat man sich auf Schwellenwerte geeinigt, ab denen eine Gewebeentnahme empfohlen wird.

Nicht immer ist ein Prostatakarzinom bedrohlich

Durch die intensiven Früherkennungsuntersuchungen entdeckt der Arzt auch Karzinome , die nicht lebensbedrohlich sind, oder die er nicht operieren muss. Die Therapie ist eine individuelle Entscheidung, die der Arzt im Gespräch mit dem Patienten treffen wird, eine wichtige Rolle spielt bei dieser Entscheidung das Patientenalter. Das Prostata-Karzinom wächst üblicherweise äußerst langsam, und verursacht somit durchaus nicht bei jedem Patienten Beschwerden zu Lebzeiten.

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