Patientenverfügung

Patientenverfügung – das müssen Sie wissen

Eine Patientenverfügung ist eine Erklärung, in der der Unterzeichner bestimmt, welche Entscheidungen in seinem Sinne getroffen werden sollen, wenn er selbst nicht mehr in der Lage ist, sich zu äußern. Eine solche Verfügung muss schriftlich und persönlich verfasst werden. Sollte der Patient noch irgendwie zu einer Willensäußerung fähig sein, z. B. über Augenkontakt, gilt die Patientenverfügung nur ergänzend.

Was muss eine Patientenverfügung beinhalten?

Patientenverfügungen sind Formulare, die im Internet kostenlos als Download zur Verfügung bei Krankenkassen oder auf der Seite des Bundesministeriums für Verbraucherschutz zur Verfügung stehen. Vor allem nach plötzlich eintretenden schweren Erkrankungen oder Unfällen müssen Ärzte und Angehörige oft unter Zeitdruck wichtige Entscheidungen fällen. Damit die Entscheidungen in Ihrem Sinn gefällt werden, müssen Sie sie vorher ausformulieren. Eine solche Willensäußerung entlastet die Angehörigen, eine Entscheidung über Ihren Kopf hinweg zu fällen.

Für eine solche Patientenverfügung ist kein Notarbesuch notwendig. Sie muss aber Ihre Unterschrift und das Datum enthalten. Dennoch empfiehlt es sich, eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, um sich über die Verfügung aufklären zu lassen. Das können Ärzte leisten, aber auch Notare oder Rechtsanwälte. Die Patientenverfügung ist nur wirksam, wenn sie Ihren persönlichen Willen wiedergibt und deutlich wird, dass Sie alle Entscheidungen bewusst getroffen haben.

Die Betreuungsverfügung

Das Betreuungsrecht soll erwachsene Menschen schützen, wenn sie sich nicht mehr selbst um sich kümmern können. Die bestellte Person ist dann für alle Angelegenheiten zuständig, die für den Patienten geregelt werden müssen. Eine Vorsorgevollmacht versetzt eine andere volljährige Person in die Lage, stellvertretend im Namen des Patienten zu handeln. Das kann sich auf einzelne bestimmte oder auch auf alle Angelegenheiten beziehen. Der Vorteil ist, dass Sie sich als möglicher Betroffener Ihren Betreuer selbst aussuchen können. Entscheiden Sie sich nicht für einen Betreuer, trifft das Gericht die Entscheidung. Dann kann die Wahl auf eine Person fallen, die nicht Ihr Vertrauen genießt. Natürlich sollte auch bei einer Betreuungsverfügung die Entscheidung nur auf eine Person fallen, der Sie wirklich vertrauen.

Bedeutung von Vollmachten sind weitreichend

Regeln Sie solche Dinge besonders in Bezug auf Bankgeschäfte rechtzeitig. Im Idealfall direkt mit ihrer Bank im persönlichen Gespräch. Nur so können Sie sicher sein, dass im Falle eines Eintritts der Befürchtung Ihr Betreuer Zugriff auf Ihre Konten und Anlagen hat. Das kann andernfalls zu erheblichen Problemen führen, wenn Sie zu einem Pflegefall werden, denn gerade Bankinstitute sind sehr streng mit der Prüfung der Unterlagen. Vor diesem Hintergrund sollten Sie auch die Person mit zum Gespräch nehmen, die im Ernstfall Ihre Bankgeschäfte regeln soll.

Bei diesem Gespräch sollte deutlich werden, dass Sie im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte, also geschäftsfähig sind. Berücksichtigen Sie dabei alle Bankgeschäfte. Klären Sie außerdem mit der Person Ihres Vertrauens, was Sie sich wünschen und wie im Ernstfall mit Ihren Besitztümern zu verfahren ist. Regeln Sie schriftlich, was Ihnen wichtig ist.

Patientenverfügung und Organspende

Es ist sinnvoll, in einer Patientenverfügung auch auf eine mögliche Organspende einzugehen. Wenn Sie einen Organspendeausweis besitzen, achten Sie darauf, dass die Erklärungen im Organspendeausweis zu den Angaben in der Patientenverfügung passen. Gibt es Widersprüche, gilt die Aussage in der Patientenverfügung. Das Testament ist auch nicht geeignet, um die Verfügung über das eigene Ableben und eine mögliche Organspende zu formulieren. Grund ist, dass das Testament erst nach dem Tod geöffnet wird.

So bewahren Sie die Patientenverfügung richtig auf

Die Patientenverfügung nützt nichts, wenn sie im Ernstfall nicht zeitnah gefunden wird. Händigen Sie der Person, die Sie bevollmächtigen wollen, eine Kopie aus und informieren Sie sie darüber, wo das Original liegt. Der behandelnde Arzt muss dann schnellstmöglich die Patientenverfügung bekommen. Sie können es dazu in Ihren Räumlichkeiten aufbewahren, z. B. in einem entsprechend markierten Aktenordner, bei Ihrem Hausarzt, einem Notar oder Geistlichen.