Mythos oder Wahrheit – Vor dem Schlafengehen nichts mehr trinken?

Gesunder und störungsfreier Schlaf ist wichtig. Wer nachts aufwacht, weil die Blase sich meldet, muss nicht nur für den Toilettengang aufstehen, sondern hat möglicherweise anschließend Probleme, wieder einzuschlafen. Aber welche Ursachen hat der nächtliche Harndrang? Liegt es am Trink- oder Essverhalten, wenn die Nacht unterbrochen wird und hilft es, am Abend nichts mehr zu trinken?

Weniger trinken – weniger Harndrang?

Sie brauchen 2-3 Liter Flüssigkeit täglich, die Sie gleichmäßig über den Tag verteilt zu sich nehmen sollten. Reduzieren Sie nicht die Flüssigkeitsaufnahme, um den Harndrang zu verringern, denn so verlieren Sie Ihr gesundes Durstgefühl und sie schaden Ihrem gesamten Organismus. Die Folgen sind:

  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schwindel
  • Herzbeschwerden

Wenn Sie nicht gerade unnatürlich hohe Wassermengen zu sich nehmen, werden Sie nachts Harndrang verspüren. Um den nächtlichen Harndrang in den Griff zu bekommen, hilft lediglich, die Ursache zu beseitigen und die Blase zu trainieren.

Gründe für den nächtlichen Harndrang

Über den Tag verteilt gibt die Blase beim gesunden Menschen und genug Flüssigkeitsaufnahme etwa 1,5 Liter Harn ab. Die Blase selbst fasst etwa 350 bis 450 ml. Allerdings kann die Empfindlichkeit für eine volle Blase erheblich schwanken. Bei normalem Wasserkonsum von 2-3 Litern täglich sollten Sie dennoch nachts nicht mit voller Blase aufwachen. Falls Sie aber unter nächtlichem Harndrang leiden, kann das folgende Ursachen haben:

  • Sie haben ungewöhnlich viel Flüssigkeit aufgenommen
  • Sie haben Alkohol getrunken
  • Sie sind schwanger
  • Sie leiden unter Blasenschwäche
  • Sie haben am Abend Koffein zu sich genommen
  • Sie sind in den Wechseljahren

Sollten Sie am Abend ungewöhnlich viel Wasser oder andere alkoholfreie Getränke konsumiert haben, kann es passieren, dass Sie nachts zur Toilette müssen, ohne dass eine gesundheitliche Störung vorliegt. Nach stärkerem Alkoholgenuss können Sie damit rechnen, dass die volle Blase Sie weckt, denn Alkohol verstärkt den Harndrang. Verzichten Sie vorübergehend auf Alkohol, um zu überprüfen, ob das auf Sie zutrifft.

Sollten Sie schwanger sein, ist der nächtliche Harndrang durch die Hormonumstellung und das wachsende Kind eine normale Begleiterscheinung.

Die Ursache kann aber auch eine harmlose Blasenschwäche sein. Eine schwache Blase können Sie trainieren, indem Sie zu festen Zeiten zur Toilette gehen und mit Übungen Ihren Beckenboden stärken. Versuchen Sie, nicht sofort beim ersten Harndrang die Blase zu entleeren, sondern warten Sie etwas.

Sollten Sie am Abend koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen, müssen Sie ebenfalls mit nächtlichem Harndrang rechnen. Greifen Sie lieber zu Wasser.

Aber auch während der Wechseljahre steigt die Wahrscheinlichkeit einer Blasenschwäche, ausgelöst durch die nachlassende Produktion von Östrogen. Übungen zur Stärkung des Beckenbodens können die Beschwerden lindern.

Sonnenbrand durch die Autoscheibe, einen Schnaps nach der Verdauung, bei heißen Temperaturen keine kalten Getränke trinken – bis heute gibt es eine Vielzahl an medizinischen Behauptungen. Aber stimmen diese wirklich? Wir gehen den Gesundheitsmythen auf den Grund und klären, ob sie erfunden sind oder tatsächlich stimmen.

Nächtlicher Harndrang als Warnhinweis

Wenn Sie nachts regelmäßig zur Toilette müssen, kann das auch ein Warnhinweis sein. Mögliche Ursache ist z. B. eine akute Erkrankung der Blase. Häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sind die Folge.

Es kann aber auch sein, dass es sich um das Anzeichen einer Herzkreislauferkrankung handelt. In diesem Fall wird das Blut über den Tag nicht ausreichend transportiert. Dadurch gelangt Wasser aus dem Blut ins Gewebe. Durch die liegende Position in der Nacht wird das Herz entlastet, der Blutfluss verbessert sich und das Wasser wird aus dem Gewebe abtransportiert. Die Blase füllt sich und nächtlicher Harndrang ist die Folge.

Eine weitere mögliche Ursache ist ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus. Wenn Sie nachts regelmäßig zur Toilette müssen, sollten Sie Ihren Blutzucker überprüfen lassen, falls Ihnen nichts von einer Diabeteserkrankung bekannt ist. Wurde die Erkrankung bereits diagnostiziert, sind Sie möglicherweise nicht richtig eingestellt.

Aber auch eine Veränderung der Prostata sorgt für nächtlichen Harndrang. Vergrößert sich die Vorstehdrüse, führt das zu einer Verengung der Harnröhre. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Restharn in der Blase zurückbleibt, was wiederum die Gefahr einer Blasenentzündung erhöht. Das kann zu einem Teufelskreis mit nächtlichem Harndrang führen.

Übrigens: In unserem Blog gehen wir auch weiteren Mythen auf den Grund, zum Beispiel der Frage, ob manche Menschen bei Vollmond schlechter schlafen.